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PHILLIP 50

BVL Zul.-Nr. 00B187-00

PHILLIP 50 ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten. Formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) basiert es auf dem bewährten, protektiv wirkenden Wirkstoff Folpet. Das Mittel ist in Deutschland für den Einsatz im Weinbau sowie in verschiedenen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Triticale zugelassen.

Im Weinbau bietet PHILLIP 50 einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Falschen Mehltau, Roten Brenner und Phomopsis. Im Getreidebau fungiert es als wichtiger Baustein zur Gesunderhaltung des Blattapparates und schützt die Kulturen vor Ertragsverlusten durch Septoria-Arten, Rostpilze und die Sprenkelkrankheit.

Durch seine kontaktwirksame Formulierung bildet das Produkt nach der Anwendung einen gleichmäßigen Schutzfilm auf den Pflanzenteilen. Dieser verhindert effektiv das Auskeimen von Pilzsporen und das Eindringen der Myzelien in das Pflanzengewebe, was PHILLIP 50 zu einem unverzichtbaren Partner im integrierten Pflanzenschutz macht.

Wirkstoffe

Folpet
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PHILLIP 50 enthaltene Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und wird in die FRAC-Gruppe M04 (Multi-Site-Inhibitoren) eingestuft. Im Gegensatz zu systemischen Fungiziden greift Folpet an mehreren Stellen gleichzeitig in den Stoffwechsel der Schadpilze ein. Es blockiert unter anderem die Zellatmung, stört die Zellteilung und beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Zellmembranen der Sporen. Aufgrund dieses Multi-Site-Wirkungsmechanismus ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen als äußerst gering einzustufen. Da das Pflanzenschutzmittel rein kontaktaktiv und protektiv wirkt, muss die Behandlung zwingend vor einer Infektion erfolgen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Sporen direkt bei der Keimung mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen und abgetötet werden.

Resistenzmanagement

Da PHILLIP 50 als Multi-Site-Fungizid (FRAC M04) eingestuft ist, eignet es sich hervorragend für das Resistenzmanagement in Spritzfolgen. Die Kombination oder der abwechselnde Einsatz mit systemischen Wirkstoffen, die nur an einer einzigen Stelle im Pilzmetabolismus ansetzen (wie Triazole oder SDHIs), verzögert die Selektion resistenter Biotypen erheblich. Dies ist besonders kritisch bei schwer zu bekämpfenden Schaderregern wie *Septoria tritici* im Weizen oder *Ramularia collo-cygni* in der Gerste, bei denen bereits Sensitivitätsverschiebungen gegenüber anderen Wirkstoffklassen bekannt sind.

Mischbarkeit & Tankmischung

PHILLIP 50 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine vollständige Benetzung der Kultur zu garantieren. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollten Behandlungen nicht bei extremer Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von PHILLIP 50 sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug und Schutzhandschuhe strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und driftmindernde Technik berücksichtigt werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0–611 LITER_PER_HECTARE28T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.6 LITER_PER_HECTARE28T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni), Rhynchosporium secalis30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeinrebePhomopsis viticola0–611 LITER_PER_HECTARE28T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.6 LITER_PER_HECTARE56T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0–611 LITER_PER_HECTARE56T
EmmerSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591.5 LITER_PER_HECTARE42T
WeinrebePhomopsis viticola0–611 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung im Weinbau?

Die Behandlung sollte stets vorbeugend (präventiv) vor den ersten Infektionsbedingungen erfolgen. Insbesondere vor angekündigten Niederschlägen ist ein Schutzbelag auf den Blättern und Gescheinen aufzubauen, um den Falschen Mehltau und den Roten Brenner effektiv abzuwehren.

Warum ist ein Multi-Site-Fungizid wie PHILLIP 50 im Getreidebau so wichtig?

Da viele moderne Getreidefungizide durch Einzelschritt-Resistenzen gefährdet sind, schützt der Multi-Site-Wirkstoff Folpet diese sensiblen Wirkstoffklassen. Er verhindert, dass sich resistente Pilzstämme (z. B. bei Septoria oder Ramularia) ungehindert ausbreiten können.

Ist PHILLIP 50 nach dem Auftragen regenfest?

Ja, nach dem vollständigen Antrocknen des Spritzbelags besitzt das Mittel eine sehr gute Haftung auf der Wachsschicht der Blätter. Dennoch sollte die Applikation so geplant werden, dass der Belag vor dem nächsten Regenereignis einige Stunden trocknen kann.

Kann ich PHILLIP 50 mit Wachstumsreglern mischen?

In der Praxis sind Mischungen mit den meisten gängigen Wachstumsreglern möglich. Dennoch sollte bei komplexen Tankmischungen auf die Kulturverträglichkeit geachtet und extreme Witterungsbedingungen am Anwendungstag vermieden werden.

Wie finde ich weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur im Portal?

Nutzen Sie einfach die Filter- und Suchfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Weichweizen oder Weinrebe) und dem spezifischen Schaderreger filtern, um alle registrierten Produktalternativen und deren Auflagen einzusehen.