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OTHER · Pestila Sp. z o.o.

Pony 306 SE

BVL Zul.-Nr. 00B070-00

Pony 306 SE ist ein hochwirksames, selektives Herbizid in Form einer Suspoemulsion (SE), das speziell für die Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen sowie in Mais entwickelt wurde. Zu den zugelassenen Kulturen gehören unter anderem Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste, Sommerweizen, Hafer und Mais. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende Kulturverträglichkeit und ein breites Wirkungsspektrum aus.

Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet Pony 306 SE eine zuverlässige Lösung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Ackerbau, wie beispielsweise Klettenlabkraut, Kamille-Arten und viele andere einjährige Dikotylen. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine schnelle Aufnahme durch die Zielflanzen.

Mit einem flexiblen Anwendungsfenster im Frühjahr vom 2-Blatt-Stadium bis zum Erscheinen des ersten Knotens (BBCH 12–32) passt sich das Produkt hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien ein. Es sichert die Erträge, indem es die Konkurrenz durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig und nachhaltig ausschaltet.

Wirkstoffe

2,4-D
452.3 g/L · Wirkstoff
Florasulam
6.25 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Herbizidwirkung von Pony 306 SE basiert auf dem Zusammenspiel zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Florasulam gehört zur chemischen Gruppe der Triazolopyrimidine (HRAC-Gruppe 2, ehemals B). Es fungiert als Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Blockade stoppt die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter nahezu sofort, was zu einem schnellen Wachstumsstopp führt. Der zweite Wirkstoff, 2,4-D, gehört zur Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4, ehemals O). Er imitiert das pflanzeneigene Wachstumshormon Indol-3-essigsäure und stört das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter empfindlich. Dies führt zu unkontrolliertem, deformiertem Wachstum (Epinastie), dem Zusammenbruch des pflanzlichen Transportsystems und schließlich zum Absterben des Schaderregers. Die Kombination beider Wirkmechanismen sorgt für eine schnelle visuelle Wirkung und eine sichere systemische Bekämpfung bis in die Wurzeln.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) – aktiv vorzubeugen, enthält Pony 306 SE bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen in einer Fertigmischung. Der enthaltene Wuchsstoff 2,4-D (HRAC-Gruppe 4) dient als wichtiger Baustein im Antiresistenzmanagement. Dennoch sollten Landwirte dieses Pflanzenschutzmittel in eine weite Fruchtfolge integrieren und im Rahmen der gesamten Spritzfolge mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. bodenwirksamen Wirkstoffen im Herbst) abwechseln, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pony 306 SE weist eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern (wie AHL) auf. Bei geplanten Tankmischungen mit Wachstumsreglern sollte die Aufwandmenge der Mischungspartner gegebenenfalls an die Witterung angepasst werden. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung stets eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchzuführen. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Behandlung nicht bei extremen Temperaturschwankungen, intensivem Sonnenschein über 25 °C oder bei drohenden Nachtfrösten erfolgen. Eine Wassermenge von 200–400 l/ha sichert eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Pony 306 SE sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug strikt einzuhalten. Aufgrund des Gehalts an 2,4-D ist besonders auf abdriftsmindernde Düsen und die Einhaltung der BVL-Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und terrestrischen Nichtzielbiotopen zu achten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder aktiv fliegenden Bienen vermieden werden, um jegliches Risiko auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–160.6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Pony 306 SE im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und noch klein sind (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Obwohl die Zulassung bis zum BBCH-Stadium 32 der Kultur reicht, verhindert eine frühzeitige Behandlung im zeitigen Frühjahr effektiv die Konkurrenz um Nährstoffe und Licht.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Pony 306 SE?

Dank des Wirkstoffs Florasulam setzt die Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 8 °C ein. Für eine optimale und schnelle Wirkung des Wuchsstoff-Anteils (2,4-D) sind jedoch wüchsige Temperaturen von über 12 °C und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Vermeiden Sie Spritzungen bei Frostgefahr oder extremer Hitze über 25 °C.

Kann Pony 306 SE in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden?

Ja, der Einsatz ist grundsätzlich möglich, jedoch müssen die spezifischen regionalen Auflagen und die BVL-Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer strikt eingehalten werden. Achten Sie besonders auf die vorgeschriebenen Abstände zu Gewässern und die Vermeidung von Abschwemmungen.

Welche Unkräuter werden durch die Kombination der beiden Wirkstoffe besonders gut erfasst?

Die Kombination deckt ein sehr breites Spektrum ab. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen Klettenlabkraut, Kamille-Arten, Vogelmiere, Hirtentäschelkraut und Ackersenf. Auch schwer bekämpfbare Knöterich-Arten werden im frühen Stadium sicher miterfasst.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Pony 306 SE beachtet werden?

Aufgrund des schnellen Abbaus von Florasulam und 2,4-D im Boden gibt es bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für den Nachbau im folgenden Herbst oder Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten vor der Neuansaat von empfindlichen zweikeimblättrigen Kulturen (wie Raps oder Leguminosen) die spezifischen Wartezeiten und eine wendende Bodenbearbeitung berücksichtigt werden.

Wie verhält sich Pony 306 SE bei Regen kurz nach der Applikation?

Das Pflanzenschutzmittel ist bereits ca. 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest, da die Wirkstoffe schnell von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden. Ein Regenschauer nach dieser Zeitspanne beeinträchtigt die Herbizidwirkung in der Regel nicht mehr.