PRIZE
PRIZE ist ein hochwirksames Vorauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Kartoffeln, Karotten, Erbsen sowie weiteren Spezialkulturen. Formuliert als moderne Kapselsuspension, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Bodenwirkung aus. Nach der Applikation bildet sich ein stabiler Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger direkt beim Durchstoßen der obersten Bodenschicht erfasst.
Das Wirkungsspektrum von PRIZE umfasst wirtschaftlich bedeutende Leitunkräuter wie das Kletten-Labkraut, die Vogel-Sternmiere sowie verschiedene Taubnessel-Arten. Durch den frühen Einsatzzeitpunkt im Vorauflauf (BBCH-Stadium 00 bis 09) sorgt das Mittel dafür, dass die jungen Kulturen in ihrer kritischen Jugendentwicklung unkrautfrei aufwachsen können und nicht durch frühzeitige Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe beeinträchtigt werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 und wirkt als selektiver Hemmstoff der Carotinoid-Biosynthese (speziell der Deoxyxylulose-5-phosphat-Synthase). Carotinoide erfüllen in der Pflanze eine wichtige Schutzfunktion für das Chlorophyll gegen photooxidativen Abbau durch Sonnenlicht. Wird dieser Syntheseweg blockiert, führt dies bei den betroffenen Unkräutern zu einem charakteristischen Ausbleichen (Bleaching) der Blätter und schließlich zum schnellen Absterben der Keimlinge. Die Aufnahme von Clomazone erfolgt primär über die Wurzeln und das Hypokotyl der keimenden Unkräuter. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal über das Xylem in die oberirdischen Pflanzenteile transportiert. Da die herbizide Wirkung maßgeblich von der Bodenfeuchtigkeit abhängt, ist ein feuchtes Saatbett für eine optimale Entfaltung und Verteilung des Wirkstoffs im Boden von großem Vorteil.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern zu minimieren, sollte PRIZE stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Da Clomazone der HRAC-Gruppe 13 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Bodenherbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. aus den HRAC-Gruppen 5 oder 15) in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem sollte die mechanische Unkrautbekämpfung, wo anbautechnisch möglich, als ergänzende Maßnahme genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu reduzieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
PRIZE lässt sich in der Praxis hervorragend mit anderen zugelassenen Bodenherbiziden kombinieren, um das Wirkungsspektrum, insbesondere gegen schwer bekämpfbare einkeimblättrige Unkräuter oder spezifische Korbblütler, abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Bodenoberfläche zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen erfolgen, um Spritzschatten zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit PRIZE sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug) strikt einzuhalten. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Clomazone ist besonders auf Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu angrenzenden Oberflächengewässern und Saumstrukturen zu achten (z. B. spezifische NT-Auflagen zur Vermeidung von Verflüchtigungen auf Nichtzielflächen). Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora bestmöglich zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ölkürbis | Taubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere | 0–9 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Süßkartoffel | Taubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Taubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Taubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Taubnessel-Arten, Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist eine Anwendung von PRIZE ausschließlich im Vorauflauf (BBCH 00–09) zulässig?
Clomazone ist ein hochaktives Bodenherbizid. Wird es nach dem Auflaufen der Kulturen angewendet, kann es zu schweren Phytotox-Symptomen wie Chlorosen und Bleichungen an den Blättern der Kultur führen. Die Anwendung im Vorauflauf stellt sicher, dass der Wirkstoff im Boden fixiert ist und nur von den keimenden Unkräutern aufgenommen wird.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von PRIZE?
Als typisches Bodenherbizid benötigt PRIZE für eine optimale Aktivierung und Verteilung im Boden ausreichend Feuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert oder vermindert einsetzen. Ein feuchtes Saatbett oder leichter Niederschlag nach der Applikation fördert den Transport des Wirkstoffs zu den Keimwurzeln der Schaderreger.
Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von PRIZE beachtet werden?
Aufgrund der Persistenz von Clomazone im Boden müssen bei der Nachbauplanung bestimmte Wartezeiten und Bodenbearbeitungsmaßnahmen eingehalten werden. Vor dem Anbau von empfindlichen Folgekulturen (wie Getreide oder Rüben) im Rahmen der normalen Fruchtfolge wird eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, um verbliebene Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.
Wie kann Abdrift bei der Ausbringung von PRIZE-Mischungen effektiv verhindert werden?
Da Clomazone-haltige Pflanzenschutzmittel zur Verflüchtigung neigen können, müssen bei der Applikation abdriftmindernde Düsen (z. B. Injektordüsen mit mindestens 90 % Abdriftminderung) und niedrige Fahrgeschwindigkeiten gewählt werden. Zudem sollte die Anwendung nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s und Temperaturen unter 20 °C erfolgen.
Kann PRIZE auch auf sehr leichten, sandigen Böden eingesetzt werden?
Auf sehr leichten Sandböden mit geringem Humusgehalt besteht bei Starkregen das Risiko, dass der Wirkstoff in tiefere Bodenschichten eingewaschen wird. Dies kann zu vorübergehenden Aufhellungen an den auflaufenden Kulturen führen. Auf solchen Standorten sollte die Aufwandmenge im Rahmen der Zulassung vorsichtig angepasst oder auf den Einsatz verzichtet werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kletten-Labkraut für meine Kultur?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Kartoffel) und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger 'Kletten-Labkraut'. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Herbizide inklusive ihrer Wirkstoffklassen auf.