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Kultur

Ölkürbis

Cucurbita pepo var. styriaca
CUUPO

Der Steirische Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca, EPPO-Code: `CUUPO`) ist eine botanische Besonderheit, die sich durch weichschalige, dunkelgrüne Samen auszeichnet. Diese Mutation ermöglicht die effiziente Pressung des wertvollen Kürbiskernöls ohne vorheriges Schälen der Kerne. Die Kultur stellt hohe Ansprüche an Wärme und Wasserversorgung, weshalb sie traditionell im südostösterreichischen Raum sowie in klimatisch begünstigten Regionen Süd- und Mitteldeutschlands angebaut wird.

Für einen erfolgreichen Anbau sind ein rascher Feldaufgang und eine zügige Jugendentwicklung entscheidend, um Unkräuter schnell zu unterdrücken. Da die Kultur extrem frostempfindlich ist, erfolgt die Aussaat erst nach den letzten Spätfrösten bei ausreichend erwärmtem Boden. Eine sorgfältige Standortwahl und eine angepasste Fruchtfolge sind essenziell, um bodenbürtige Schaderreger zu minimieren und die Vitalität der Bestände zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Ende April bis Mitte Mai
Erntefenster
September bis Oktober
Reihenabstand
1,4–2,1 m
Typischer Ertrag
600–900 kg/ha (trockene Kerne)
Wärmesumme (GDD)
1650
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Der Ölkürbis bevorzugt tiefgründige, humusreiche und leicht erwärmbare Böden mit guter Wasserführung, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Eine sorgfältige, krümelige Saatbettbereitung ist entscheidend, um den Keimlingen optimalen Bodenkontakt und einen schnellen Auflauf zu ermöglichen. Aufgrund der späten Aussaat bietet sich im Frühjahr eine mechanische Unkrautregulierung durch Blindstriegeln an, um den Unkrautdruck vor dem Auflaufen zu reduzieren. Eine moderate Stickstoffdüngung von etwa 80 bis 100 kg N/ha sollte aufgeteilt werden, um ein übermäßiges vegetatives Wachstum auf Kosten des Fruchtansatzes zu verhindern. Zudem reagiert die Kultur empfindlich auf Bodenverdichtungen, weshalb bodenschonende Fahrwerke bei allen Pflegearbeiten zu bevorzugen sind.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz des Ölkürbisses stehen bodenbürtige Pilze wie Rhizoctonia solani und Fusarium oxysporum im Fokus, die insbesondere bei kühler, feuchter Witterung nach der Saat zu Keimlingskrankheiten führen können. Gegen diese Schaderreger hilft vor allem eine weite Fruchtfolge von mindestens vier bis fünf Jahren zu anderen Kürbisgewächsen sowie der Einsatz von zertifiziertem, gebeiztem Saatgut. Im weiteren Vegetationsverlauf kann Echter Mehltau die Blattfläche stark schädigen, weshalb ab den ersten Symptomen gezielte Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln durchgeführt werden sollten. Auch Viruserkrankungen, die häufig durch Blattläuse übertragen werden, erfordern eine regelmäßige Vektorenkontrolle und die Förderung von Nützlingen im Feldumfeld. Eine rechtzeitige mechanische oder chemische Unkrautbekämpfung sichert die Bestände, solange die Kultur die Reihen noch nicht vollständig geschlossen hat.

Sorten

Gleisdorfer Ölkürbis

mittelspät

Konstant mittlere Erträge, sehr anpassungsfähig

Resistent gegen: Trockenheit

Anfällig für: Echter Mehltau, Zucchini-Gelbmosaikvirus

Die traditionsreichste freiabblühende Sorte mit hoher Kernqualität und gutem Ölgehalt.

GL Classic

mittelfrüh

Sehr hohes Ertragspotenzial bei gleichmäßiger Abreife

Resistent gegen: Zucchini-Gelbmosaikvirus

Anfällig für: Echter Mehltau

Leistungsstarke Hybridsorte mit aufrechtem Wuchs und sehr gleichmäßigem Fruchtansatz.

Beppo

früh bis mittelfrüh

Hohe Kernerträge mit überdurchschnittlichem Ölgehalt

Resistent gegen: Zucchini-Gelbmosaikvirus

Anfällig für: Fäulniserreger

Frühe Hybridsorte, die sich besonders für kühlere Anbaulagen im nördlichen Mitteleuropa eignet.

GL Rustikal

mittelspät

Sehr hohes Ertragspotenzial unter optimalen Bedingungen

Anfällig für: Echter Mehltau, Feuchtigkeit

Wüchsige Sorte mit starker Beikrautunterdrückung und großen, dunkelgrünen Kernen.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt beim Ölkürbis?

Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, wenn sich die Kürbisse intensiv gelb-orange gefärbt haben und das Laub der Kultur weitgehend abgestorben ist. Zudem sollten die Kerne prall, dunkelgrün gefärbt sein und sich leicht vom Fruchtfleisch lösen lassen. Warte nicht zu lange mit der Ernte, da überreife Früchte bei feuchtem Herbstwetter schnell faulen und bodenbürtige Schaderreger die Kernqualität mindern können.

Was musst du bei der Fruchtfolgeplanung beachten, um Krankheiten vorzubeugen?

Halte unbedingt eine Anbaupause von mindestens vier, besser fünf Jahren zu anderen Kürbisgewächsen (wie Gurken, Zucchini oder Melonen) ein. Dies ist die wirksamste Maßnahme, um das Risiko für bodenbürtige Schaderreger wie Fusarium oxysporum und Rhizoctonia solani zu minimieren. Vermeide zudem den Anbau direkt nach Leguminosen oder Raps, um das Risiko von Sclerotinia-Fäule zu senken.

Wie kannst du das Risiko von Viruserkrankungen im Feld reduzieren?

Da Viren wie das Zucchini-Gelbmosaikvirus (ZYMV) hauptsächlich durch Blattläuse übertragen werden, solltest du die Bestände ab dem Auflaufen engmaschig auf Blattlauskolonien kontrollieren. Eine gezielte Förderung von Nützlingen durch Blühstreifen im Umfeld hilft, den Vektorendruck biologisch zu senken. Achte zudem bei der Sortenwahl auf zertifizierte Hybriden mit ausgewiesener Toleranz gegenüber ZYMV.

Welche Rolle spielen Bestäuberinsekten für deinen Ertrag und wie förderst du sie?

Ölkürbisse sind zwingend auf Insektenbestäubung angewiesen, da sie getrenntgeschlechtliche Blüten besitzen. Für einen optimalen Fruchtansatz und eine gleichmäßige Kernentwicklung solltest du im direkten Umfeld für ein gutes Angebot an Wildbienen und Hummeln sorgen oder in Absprache mit lokalen Imkern gezielt Bienenvölker (ca. 2 bis 4 Völker pro Hektar) zur Blütezeit aufstellen.

Wie gehst du vor, wenn nach der Saat eine langanhaltende Trockenperiode droht?

Da der Ölkürbis für ein gleichmäßiges Auflaufen eine konstante Bodenfeuchtigkeit benötigt, kann bei extremer Frühjahrstrockenheit eine Beregnung direkt nach der Aussaat sinnvoll sein. Beregne jedoch nur mit geringen Wassermengen (ca. 10–15 mm), um eine Verschlämmung des Bodens zu verhindern, die das Durchstoßen der Keimlinge erschweren würde.

Wo findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel für spezifische Indikationen beim Ölkürbis?

Nutze dafür die Suchfunktion in unserem Agronomie-Hub. Da der Ölkürbis als Sonderkultur gilt, sind viele Pflanzenschutzmittel über Indikationserweiterungen (z. B. nach Artikel 51 der EU-Verordnung) zugelassen. Filtere gezielt nach der Kultur 'Ölkürbis' und dem jeweiligen Schaderreger, um stets die aktuell gültigen Zulassungen und Wartezeiten einzusehen.