Proplant
Proplant ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von boden- und blattbürtigen Oomyceten (Eipilzen) in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Formuliert als wasserlösliches Konzentrat (SL) mit dem bewährten Wirkstoff Propamocarb (722 g/l), bietet das Präparat sowohl vorbeugende als auch kurative Eigenschaften. Es ist im professionellen Anbau als Standardlösung etabliert, um empfindliche Kulturen vor ertragsmindernden Infektionen zu schützen.
Die besondere Stärke von Proplant liegt in seiner flexiblen Anwendung. Es kann sowohl im Gießverfahren zur Substratbehandlung als auch als klassische Blattspritzung eingesetzt werden. Dies ermöglicht einen lückenlosen Schutz von der frühen Anzuchtphase in den ersten BBCH-Stadien bis hin zur fortgeschrittenen Vegetationsperiode im Freiland oder unter Glas.
Durch die zuverlässige Erfassung von Schaderregern, die für Auflaufkrankheiten, Wurzelbrand und Falschen Mehltau verantwortlich sind, sichert das Produkt vitale Bestände und ein gesundes Wurzelwachstum. Die schnelle Aufnahme und die systemische Verteilung in der Kultur gewährleisten einen langanhaltenden Schutz von innen heraus.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Proplant enthaltene Wirkstoff Propamocarb gehört zur chemischen Klasse der Carbamate (FRAC-Gruppe 28). Sein biochemischer Wirkmechanismus basiert auf der Störung der Biosynthese von Phospholipiden und Fettsäuren, welche essenzielle Bausteine der pilzlichen Zellmembranen darstellen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Membranpermeabilität, wodurch das Myzelwachstum, die Sporenbildung sowie die Keimung der Schaderreger effektiv gehemmt werden. Dank seiner ausgeprägten systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff sowohl über die Wurzeln als auch über das Blattgewebe rasch aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur transportiert. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile kontinuierlich vor dem Eindringen von Krankheitserregern wie Pythium- und Phytophthora-Arten geschützt.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielorganismen vorzubeugen, muss Proplant in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Da Propamocarb der FRAC-Gruppe 28 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen mit anderen FRAC-Klassifizierungen) zwingend erforderlich. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen sollte voll ausgeschöpft, aber nicht überschritten werden. Zudem empfiehlt es sich, Behandlungen stets präventiv bei beginnendem Infektionsrisiko und nicht erst bei starkem Befallsdruck durchzuführen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Proplant zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Vor der Ansetzung größerer Spritzmengen wird dennoch dringend empfohlen, eine Mischprobe in einem separaten Gefäß durchzuführen. Bei der Herstellung der Spritzbrühe sollte der Tank mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein, bevor Proplant hinzugegeben wird. Extrem alkalische Mischungspartner sind zu vermeiden, da sie die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können. Die fertige Spritzbrühe ist umgehend auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Proplant sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) für den Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die Einhaltung der vorgeschriebenen Abdrifthemmungsklassen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) zwingend erforderlich ist. Hinsichtlich der Bienengefährdung ist das Produkt bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Blattgemüse | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 0.0050000002374872565 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zierpflanzen | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 0.0050000002374872565 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Tulipa-Arten | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 3 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Kohlgemüse | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 0.0050000002374872565 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Fruchtgemüse | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 0.0050000002374872565 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| frische Kräuter | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 0.0050000002374872565 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Pythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species) | — | 1.5 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Tabak | Pythium-Arten (Pythium spp.) | 14–99 | 0.0020000000949949026 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 11–99 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie verteilt sich der Wirkstoff von Proplant in der behandelten Kultur?
Nach der Applikation wird der Wirkstoff Propamocarb systemisch über die Wurzeln oder Blätter aufgenommen. Er verteilt sich akropetal, also mit dem natürlichen Saftstrom nach oben, in der gesamten Kultur. Dies sorgt dafür, dass auch nach der Behandlung entstehender Neuzuwachs vor Infektionen geschützt bleibt.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Gießbehandlung gegen Auflaufkrankheiten?
Die Gießbehandlung sollte idealerweise vorbeugend direkt bei der Aussaat, beim Pikieren oder unmittelbar nach dem Topfen der Jungpflanzen erfolgen. Zu diesem frühen Zeitpunkt verhindert Proplant effektiv, dass bodenbürtige Schaderreger wie Pythium spp. die empfindlichen Wurzeln infizieren.
Kann Proplant sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus eingesetzt werden?
Ja, Proplant besitzt Zulassungen für beide Anbausysteme. Die genauen Anwendungsbestimmungen, Aufwandmengen und einzuhaltenden Wartezeiten variieren jedoch je nach Kultur und Anbauform (Freiland oder unter Glas) und müssen den spezifischen BVL-Zulassungstexten entnommen werden.
Welchen Einfluss hat der pH-Wert des Spritzwassers auf die Wirkung von Proplant?
Für eine optimale Stabilität des Wirkstoffs Propamocarb sollte das verwendete Spritzwasser einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert aufweisen (ideal ist ein Bereich von 5,5 bis 6,5). Stark alkalische Bedingungen im Spritztank können zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs und damit zu einer verminderten Dauerwirkung führen.
Wie lässt sich Proplant in eine Antiresistenzstrategie integrieren?
Da Propamocarb zur FRAC-Gruppe 28 gehört, sollte es im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. Kontaktmittel oder Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 4 oder 40). Vermeiden Sie aufeinanderfolgende Blockbehandlungen mit demselben Wirkstoff, um das Risiko einer Selektion resistenter Schaderreger-Stämme zu minimieren.
Wie flexibel ist die Wartezeit bei der Anwendung von Proplant vor der Ernte?
Die Wartezeit ist kulturabhängig und liegt je nach Zulassung zwischen 3 und 7 Tagen. Diese relativ kurzen Wartezeiten bieten Gemüseerzeugern eine hohe Flexibilität, um auch kurz vor der Ernte noch späte Infektionen durch Falsche Mehltaupilze effektiv abzuwehren.