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Kultur

Kohlgemüse

Brassica oleracea
BRSOX

Brassica oleracea (EPPO-Code: BRSOX) umfasst eine enorme Vielfalt an wichtigen Gemüsekulturen im mitteleuropäischen Raum, darunter Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl und Brokkoli. Als historisch tief verwurzelte Kultur stellt der Kohl hohe Ansprüche an Boden, Wasserversorgung und Nährstoffdynamik. Die enorme genetische Variabilität innerhalb dieser Art erfordert eine präzise Anpassung der Anbautechnik an die jeweilige Varietät und den geplanten Erntetermin.

Im professionellen Anbau ist eine exakte Steuerung der Wachstumsfaktoren entscheidend, um homogene Bestände und marktfähige Qualitäten zu erzielen. Aufgrund der langen Standzeiten vieler Sorten im Feld spielen die Überwachung von Schaderregern und die gezielte Steuerung der Nährstoffzufuhr eine zentrale Rolle. Ein tiefes Verständnis der BBCH-Stadien hilft dir dabei, Pflanzenschutzmittel termingerecht und wirksam einzusetzen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juni (Direktsaat oder Pflanzung ab April)
Erntefenster
Juni bis November
Reihenabstand
50–75 cm
Typischer Ertrag
40–90 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1600–2000 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau dieser Kultur sind tiefgründige, humose Böden mit hoher Wasserhaltekapazität und gleichmäßiger Wasserversorgung ideal, da Kohlarten sehr empfindlich auf Trockenstress reagieren. Eine ausgewogene Kalkung ist obligatorisch, um den pH-Wert stabil über 6,5 zu halten, was das Risiko eines Befalls mit Kohlhernie effektiv minimiert. Die Kultur besitzt einen hohen Stickstoffbedarf, weshalb eine bedarfsgerechte, organisch-mineralische Düngung in mehreren Teilgaben erfolgen sollte, um Auswaschungen zu verhindern. Eine tiefe Bodenbearbeitung im Herbst fördert die Durchwurzelung und verbessert das Wasseraufnahmevermögen des Bodens während der Hauptwachstumsphase im Sommer. Zudem solltest du auf eine weite Fruchtfolge von mindestens vier bis fünf Jahren zu anderen Kreuzblütlern achten, um bodenbürtige Schaderreger zu reduzieren.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei dieser Kultur erfordert eine kontinuierliche Überwachung, da Schaderreger wie die Kohlmotte, die Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae) und die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) erhebliche Schäden verursachen können. Gegen pilzliche Schaderreger wie Sclerotinia sclerotiorum und Alternaria brassicae ist eine vorbeugende Bestandshygiene sowie der gezielte Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel ab den ersten Infektionsanzeichen entscheidend. Der Einsatz von Kulturschutznetzen hat sich im professionellen Anbau als mechanische Barriere gegen Eiablagen der Kohlfliege hervorragend bewährt. Bei feuchter Witterung musst du besonders auf Symptome von Rhizoctonia solani und Botrytis cinerea achten, um Fäulnisprozesse im Erntegut zu verhindern. Achte bei jeder Applikation penibel auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartezeit und wechsle die Wirkstoffklassen regelmäßig ab, um Resistenzbildungen vorzubeugen.

Sorten

Kilaton

Spät (ca. 135–140 Feldtage)

Sehr hoher und stabiler Ertrag, meist zwischen 70 und 90 t/ha.

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Thripse

Sehr beliebter, hochrunder Weißkohl für den Frischmarkt und die Lagerung, zeichnet sich durch hervorragende Feldhaltbarkeit aus.

Lennox

Spät (ca. 140 Feldtage)

Sehr ertragreich, liefert gleichmäßige Kopfgrößen um die 2,5 bis 3,5 kg.

Resistent gegen: Innenbrand

Anfällig für: Kohlhernie, Echter Mehltau

Der Standard-Lagerweißkohl in Deutschland mit exzellenter Lagerfähigkeit bis ins späte Frühjahr und robuster Außenhaut.

Toreador

Mittelfrüh bis spät (ca. 115–120 Feldtage)

Zuverlässiger Ertrag mit Stückgewichten von 1,5 bis 2,5 kg.

Anfällig für: Kohlhernie, Blattläuse

Bewährter Rotkohl für den Frischmarkt und die frühe industrielle Verarbeitung mit schöner Innenstruktur und intensiver Färbung.

Filderkraut

Spät (ca. 130–140 Feldtage)

Hohes Ertragspotenzial, erfordert jedoch vorsichtige Ernte aufgrund weicherer Köpfe.

Anfällig für: Kohlhernie, Raupenfraß, Platzempfindlichkeit

Traditioneller, spitzkegeliger Weißkohl aus der Region Stuttgart, besonders feines Blatt, ideal für die Sauerkrautherstellung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

3 Stunden Bio-Unkrautfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024645-63
AFEPASA GREENHOUSE SULPHUR TABLETS
AFEPASA GLOBAL SAU
00A990-00
BACTOSPEINE ES
SUMITOMO CHEMICAL
024080-60
BELOUKHA
Certis Belchim B.V.
008528-00
Bio-Rasen-Moosfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024645-64
Boccarcio Rosen Pilz-Frei
Syngenta Agro GmbH
034560-73
Celaflor Schädlingsfrei Zierpflanzen Konzentrat
Evergreen Garden Care
043743-68
Chrysal Blattläuse Stop Pumpspray
W. NEUDORFF GMBH KG
034210-61
COM 107 03 AI EC
COMPO GmbH
008628-00
COM 107 04 AI AL
COMPO GmbH
008629-00
COMPO Blattlaus-frei Nativert
COMPO GmbH
008628-61
COMPO Blattlaus-frei Nativert AF
COMPO GmbH
008629-64
COMPO Grün- und Blühpflanzen Schädlings-frei AF
COMPO GmbH
008629-62
COMPO Kräuter & Gemüse Blattlaus-frei Nativert AF
COMPO GmbH
008629-65
COMPO Nativert Blattlaus-frei
COMPO GmbH
008628-60
COMPO Nativert Blattlaus-frei AF
COMPO GmbH
008629-60
COMPO Nativert Kräuter & Gemüse Blattlaus-frei AF
COMPO GmbH
008629-61
COMPO- Obst & Gemüse Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
008883-61
COMPO OnTrio Obst & Gemüse Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
008883-62
COMPO Orchideen Schädlings-frei AF
COMPO GmbH
008629-63
COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei
Syngenta Agro GmbH
034560-72
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo
Syngenta Agro GmbH
034560-87
COMPO Universal Pilz-frei Duaxo N
Syngenta Agro GmbH
034560-88
Curamat AZ Rosen-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-85
Curamat AZ Universal-Pilzfrei
Syngenta Agro GmbH
034560-86
Dagonis
BASF Agricultural Solutions Deutschland
008647-00
Danjiri
Nisso Chemical Europe GmbH
005655-60
DIAGONAL KOMPLETT
Albaugh TKI d.o.o.
00B023-60
Dipel ES
SUMITOMO CHEMICAL
024080-00
Dr. Stähler Blattlausfrei-Spray
W. NEUDORFF GMBH KG
034210-64
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Häufige Fragen

Wie kann ich das Risiko von Kohlhernie im Boden ohne chemische Pflanzenschutzmittel minimieren?

Die wirksamste Maßnahme ist die konsequente Anhebung des Boden-pH-Werts auf über 7,2 durch eine gezielte Kalkung mit Branntkalk vor dem Anbau. Zudem solltest du eine strikte Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren einhalten, in der keine anderen Kreuzblütler auf der Fläche stehen, und auf absolut unkrautfreie Bestände achten, da auch Unkräuter wie das Hirtentäschelkraut als Zwischenwirte dienen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Mehlige Kohlblattlaus?

Du solltest deine Bestände ab dem BBCH-Stadium 13 regelmäßig kontrollieren. Eine Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel wird empfohlen, sobald der Schadschwellenwert von ca. 5 bis 10 % befallenen Kulturen überschritten ist. Achte darauf, systemische Mittel zu wählen, da sich die Läuse oft tief in den Herzblättern oder unter den Blättern verstecken.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Sclerotinia-Fäule?

Die Infektion durch Sclerotinia sclerotiorum erfolgt häufig während feuchter Perioden in den BBCH-Stadien 41 bis 49 (Kopfbildung). Wenn die Köpfe beginnen sich zu schließen, entsteht im Inneren ein feuchtes Mikroklima, das Pilzsporen ideal begünstigt. Vorbeugende Behandlungen müssen daher vor dem vollständigen Schließen der Köpfe abgeschlossen sein, um eine ausreichende Benetzung der inneren Blätter zu gewährleisten.

Wie finde ich auf farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für meine Kohlkulturen?

Nutze die Suchfunktion auf unserer Plattform und filtere nach der Kultur Brassica oleracea sowie dem spezifischen Schaderreger, den du behandeln möchtest (z. B. Alternaria brassicae). Dir werden dann alle aktuell in deinem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmenge, maximaler Anwendungen und der einzuhaltenden Wartezeit übersichtlich angezeigt.

Warum ist die Splittung der Stickstoffdüngung bei dieser Kultur so wichtig?

Kohlarten haben einen enormen, aber zeitlich ungleichmäßig verteilten Stickstoffbedarf. Eine einmalige Gabe zu Kulturbeginn würde zu massiven Auswaschungen im frühen Stadium führen und später, während der intensiven Kopfbildungsphase (BBCH 41–45), zu einem Nährstoffmangel beitragen. Durch eine Aufteilung in eine Grunddüngung und ein bis zwei Kopfdüngungen stellst du sicher, dass der Stickstoff genau dann verfügbar ist, wenn die Kultur ihr maximales Wachstum zeigt.

Wie wirkt sich Thripsbefall auf die Lagerfähigkeit aus und wie beuge ich vor?

Thripse verursachen silbrige Saugstellen und Korkeinlagerungen auf den Blättern, die Eintrittspforten für Sekundärschädlinge wie Botrytis cinerea darstellen. Befallene Köpfe faulen im Lager deutlich schneller. Zur Vorbeugung solltest du thripstolerante Sorten wählen, die Feldränder sauber halten und bei trocken-warmer Witterung ab BBCH 35 regelmäßige Kontrollen durchführen.