SHYFO
SHYFO ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen und hartnäckigen Schaderregern wie Adlerfarn und der Gemeinen Quecke. Mit einem Wirkstoffgehalt von 485 g/l Glyphosat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Lösung für die gezielte Vegetationskontrolle in forstlichen Kulturen und auf Nichtkulturland. Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile.
Als systemisches Herbizid wird der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome transportiert. Dies macht SHYFO besonders effektiv gegen ausdauernde Unkräuter und holzige Schaderreger, die über ein starkes Ausschlagvermögen verfügen. Die Anwendung erfolgt gezielt, um unerwünschten Aufwuchs zu kontrollieren und die Etablierung oder den Erhalt der gewünschten Kulturen zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SHYFO enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die Wirkung beruht auf der spezifischen Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unverzichtbar sind. Da dieser Stoffwechselweg ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität auf. Nach der Aufnahme über die grünen Blätter und Triebe wird Glyphosat systemisch im Phloem transportiert und verteilt sich bis in die Wurzelspitzen, Vegetationspunkte und Speicherorgane. Der Absterbeprozess der behandelten Schaderreger setzt schleichend ein und zeigt sich zunächst an Gelbfärbungen der jüngsten Triebe, gefolgt von einer vollständigen Nekrose der gesamten Pflanze innerhalb von ein bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern zu minimieren, solltest du SHYFO stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Obwohl Resistenzen gegen Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 9 im mitteleuropäischen Raum noch vergleichsweise selten sind, ist eine strikte Abwechslung mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen bei aufeinanderfolgenden Behandlungen ratsam. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautkontrolle zu integrieren und die Anwendung nur dann durchzuführen, wenn die Schaderreger aktiv wachsen und ausreichend Blattfläche für eine optimale Wirkstoffaufnahme aufweisen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen mit SHYFO ist besonders auf die Wasserqualität zu achten. Da Glyphosat-Ionen mit im Wasser gelösten Calcium- und Magnesium-Kationen schwerlösliche Komplexe bilden können, was die Wirksamkeit herabsetzt, kann der Zusatz von Ammoniumsulfat zur Spritzbrühe bei hartem Wasser die Wirkung stabilisieren. Mischungen mit anderen Herbiziden oder Additiven sollten vorab auf physikalische Kompatibilität in einem Kleingebinde getestet werden. Achte darauf, dass nachfolgende Kontakt- oder Bodenherbizide die systemische Aufnahme von SHYFO nicht beeinträchtigen, indem sie das Blattgewebe zu schnell zerstören.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SHYFO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille bei der Ansetzarbeit, unerlässlich. Um Nichtzielpflanzen und die Umwelt zu schonen, sollte die Anwendung unter windstillen Bedingungen erfolgen, um Abdrift auf angrenzende Kulturen oder Saumbiotope zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Zulassungsumfang vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern generell darauf verzichten, blühende Unkräuter zu behandeln oder die Anwendung in Zeiten des aktiven Bienenflugs durchzuführen; weiche stattdessen auf die Abendstunden aus. Vermeide zudem jeglichen direkten Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer, um aquatische Organismen zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Adlerfarn | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Adlerfarn | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Adlerfarn | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Gemeine Quecke | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Gemeine Quecke | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Adlerfarn | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit SHYFO gegen die Gemeine Quecke?
Die Gemeine Quecke bekämpfst du am effektivsten, wenn sie sich im aktiven Wachstum befindet und ausreichend Blattmasse gebildet hat. Ideal ist ein Entwicklungsstadium mit etwa 3 bis 5 entfalteten Blättern (Wuchshöhe ca. 15–20 cm). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Rhizome besonders stark, was den Transport des Wirkstoffs bis in die Wurzelspitzen maximiert und einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz von SHYFO aus?
Da SHYFO über die grünen Blätter aufgenommen wird, benötigt der Wirkstoff eine gewisse Einwirkzeit. Setzt innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung Regen ein, kann dies den Wirkstoff abwaschen und die Herbizidwirkung deutlich reduzieren. Achte daher auf ein stabiles Wetterfenster und appliziere das Pflanzenschutzmittel nur auf trockene Bestände.
Kann ich SHYFO auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst oder Vorfrühling anwenden?
Eine Anwendung ist prinzipiell möglich, solange deine Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein Frost herrscht. Bei kühlen Temperaturen (unter 10 °C) verlangsamt sich jedoch der pflanzliche Stoffwechsel und damit auch die Aufnahme und der Transport des Wirkstoffs. Es dauert dann deutlich länger, bis sichtbare Symptome auftreten. Vermeide Behandlungen bei Frost oder wenn die Pflanzen durch Trockenheit gestresst sind.
Was solltest du bei der Bekämpfung von Holzgewächsen und Adlerfarn beachten?
Holzgewächse und Adlerfarn besitzen oft dicke Wachsschichten oder Wedel, die die Wirkstoffaufnahme erschweren. Für eine erfolgreiche Bekämpfung solltest du die Anwendung in der Phase des maximalen Nährstofftransports in die Speicherorgane durchführen – bei Adlerfarn meist nach der vollen Entfaltung der Wedel im Sommer. Verwende die im Zulassungsbereich für diese Schaderreger empfohlenen höheren Aufwandmengen, um eine vollständige systemische Wirkung zu erzielen.
Wie kannst du feststellen, ob SHYFO für deine spezifische Kultur zugelassen ist?
Die zugelassenen Kulturen und spezifischen Anwendungsbestimmungen sind im Zulassungsregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter der Registriernummer 00A642-00 hinterlegt. Du kannst diese Details direkt auf unserer Plattform im Bereich der registrierten Anwendungen einsehen, um sicherzustellen, dass deine geplante Behandlung den gesetzlichen Vorgaben in Deutschland entspricht.
Warum ist die Zugabe von Ammoniumsulfat bei hartem Wasser ratsam?
In Regionen mit hartem Wasser binden die enthaltenen Calcium- und Magnesium-Ionen das Glyphosat-Molekül im Spritztank. Dadurch wird der Wirkstoff für die Pflanze schwerer aufnehmbar. Ammoniumsulfat (AMS) maskiert diese Kationen vorab, sodass das Glyphosat für deine Pflanzen voll verfügbar bleibt und seine maximale Herbizidleistung entfalten kann.