Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Siltra Xpro

BVL Zul.-Nr. 027413-00

Siltra Xpro ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das sich als Standardlösung im professionellen Getreideanbau etabliert hat. Formuliert als modernes Emulsionskonzentrat (EC) mit der innovativen Xpro-Technologie, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung, schnelle Wirkstoffaufnahme und ausgeprägte Regenfestigkeit. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor einem breiten Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe deckt Siltra Xpro sowohl blatt- als auch ährenpathogene Schaderreger ab. Es bekämpft effektiv Erreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken sowie die physiologisch bedingten, nichtparasitären Blattflecken in Gerste, wodurch die Vitalität der Kulturen und das Ertragspotenzial gesichert werden.

Wirkstoffe

Bixafen
60 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Siltra Xpro basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier hochentwickelter Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Bixafen gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Succinat-Dehydrogenase im Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen, was die Energieproduktion des Schaderregers unterbricht und dessen Wachstum stoppt. Der zweite Partner, Prothioconazol, ist ein bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolinthione (DMI, FRAC-Gruppe 3). Er greift in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran, indem er die C14-Demethylase hemmt. Durch diesen dualen Mechanismus wird die Keimung der Sporen sowie das Wachstum des Myzels effektiv unterbunden, was sowohl eine vorbeugende (protektive) als auch eine heilende (kurative) Wirkung in den behandelten Kulturen gewährleistet.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber den enthaltenen Wirkstoffklassen (SDHI und DMI) zu minimieren, solltest du Siltra Xpro stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von SDHI-Fungiziden in derselben Saison. Nutze stattdessen gezielte Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer FRAC-Klassen in der Spritzfolge. Zudem trägt die konsequente Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge von 1,0 l/ha entscheidend dazu bei, den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Siltra Xpro zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit aus. Es kann in der Praxis problemlos mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern kombiniert werden, sofern die jeweiligen Gebrauchsanleitungen dies zulassen. Achte bei der Herstellung der Spritzbrühe darauf, den Tank mindestens zur Hälfte mit sauberem Wasser zu füllen, Siltra Xpro unter ständigem Rühren zuerst vollständig einzumischen und erst danach weitere Mischungspartner hinzuzufügen. Die Anwendung sollte bei trockenem Pflanzenbestand und moderaten Temperaturen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Siltra Xpro ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen in angrenzenden Biotopen zu schonen, sind Abdriften auf Nichtzielflächen strikt zu vermeiden und die gängigen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–591 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)31–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)31–651 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–651 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)31–651 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–591 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSchneeschimmel (Monographella nivalis)31–651 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)31–591 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–391 LITER_PER_HECTARE
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–651 LITER_PER_HECTARE
TriticaleDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)31–651 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–651 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)31–651 LITER_PER_HECTARE
TriticaleFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–591 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–651 LITER_PER_HECTARE
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–651 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSchneeschimmel (Monographella nivalis)31–651 LITER_PER_HECTARE
DinkelFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–591 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Siltra Xpro im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 30 (Schossen) und 69 (Ende der Blüte). Für eine maximale Wirkung gegen Blattkrankheiten solltest du die Behandlung protektiv, also vor dem sichtbaren Befall oder direkt bei den ersten Infektionsanzeichen, durchführen. Bei hohem Infektionsdruck im Bereich der oberen Laubblätter (Fahnenblattstadium BBCH 37–39) erzielt das Mittel die nachhaltigsten Ertragseffekte.

Kann ich Siltra Xpro auch noch während der Getreideblüte anwenden?

Ja, das Pflanzenschutzmittel ist bis zum BBCH-Stadium 69 (Ende der Blüte) zugelassen. Eine späte Anwendung ist besonders dann sinnvoll, wenn du anfällige Weizensorten vor Ährenfusariosen schützen oder Spätinfektionen mit Braun- und Gelbrost in Roggen und Triticale unterbinden möchtest.

Wie integriere ich Siltra Xpro am besten in meine Fruchtfolge- und Spritzstrategie?

Da Siltra Xpro einen SDHI-Wirkstoff (Bixafen) enthält, solltest du pro Saison maximal zwei Behandlungen mit SDHI-haltigen Produkten auf derselben Fläche durchführen. Kombiniere oder wechsle das Mittel in der Spritzfolge mit Wirkstoffen aus anderen Wirkungsklassen, beispielsweise Kontaktfungiziden oder Morpholinen, um das Risiko von Resistenzen bei Schaderregern wie Septoria tritici gering zu halten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Du kannst im zentralen Hub unserer Plattform gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterweizen oder Gerste) filtern. Kombiniere diesen Filter mit dem spezifischen Schaderreger, den du bekämpfen möchtest, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.

Was bedeutet die Zulassung zur "Minderung nichtparasitärer Blattflecken" bei Gerste?

Nichtparasitäre Blattflecken (PLS) entstehen in Gerste oft durch oxidativen Stress, der durch starke Sonneneinstrahlung nach Feuchtperioden ausgelöst wird. Die Wirkstoffkombination in Siltra Xpro stärkt die physiologische Widerstandskraft der Kultur, reduziert diesen oxidativen Stress und verhindert so das Absterben von Blattgewebe, selbst wenn kein Pilzbefall vorliegt.

Beeinflusst die Wasserhärte oder die Temperatur die Wirkung von Siltra Xpro?

Siltra Xpro ist dank seiner hochentwickelten Xpro-Formulierung sehr unempfindlich gegenüber unterschiedlichen Wasserqualitäten. Dennoch solltest du extrem kaltes Brunnenwasser vermeiden, da dies die Emulgierung erschweren kann. Optimal ist eine Anwendung bei moderaten Temperaturen (unter 25 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit, damit die Spritztröpfchen nicht vorzeitig eintrocknen und die Wirkstoffe optimal in die Kultur eindringen können.