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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

SORATEL

BVL Zul.-Nr. 00A892-00

SORATEL von ADAMA ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende protektive, kurative und teils eradikative Wirkung. Dank einer modernen Formulierungstechnologie dringt der Wirkstoff schnell in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich gleichmäßig in der Kultur.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über wichtige Getreidearten wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen sowie Triticale und umfasst ebenso Winter- und Sommerraps. Zu den Hauptzielorganismen gehören ertragsmindernde Schaderreger wie die Septoria-Blattdürre, Rostpilze (Gelb- und Braunrost), Netzflecken, Rhynchosporium sowie Ährenfusariosen im Getreide und Sclerotinia (Weißstängeligkeit) im Raps.

Durch seine flexible Anwendung von der Schossphase bis zur Blüte (BBCH-Stadium 30–69) sichert SORATEL die Ertragsbildung und die Qualität des Ernteguts in kritischen Wachstumsphasen ab. Es hat sich als verlässlicher Baustein in anspruchsvollen Pflanzenschutzstrategien etabliert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Bestandteil der Zellmembranen von Pilzen; fehlt dieser Baustein, kommt es zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, was das Wachstum des Pilzmyzels stoppt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff von den grünen Pflanzenteilen rasch aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz auch für neu zuwachsende Blätter und schützt die Kultur von innen heraus vor einer Neuinfektion.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) vorzubeugen, sollte SORATEL stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem wird dringend empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme zu verhindern, und Behandlungen primär vorbeugend oder bei ersten Befallssymptomen durchzuführen.

Mischbarkeit & Tankmischung

SORATEL zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten (zuerst feste Formulierungen vollständig auflösen, dann flüssige Komponenten wie SORATEL hinzugeben). Die Verwendung von ausreichend Wasser (üblicherweise 150–400 l/ha) sichert eine homogene Benetzung der Kultur. Bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr sollte von Mischungen abgesehen werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SORATEL ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die spezifischen BVL-Auflagen zu Abstandsflächen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden, um Nichtzielorganismen maximal zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–610.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von SORATEL gegen Ährenfusarium im Weizen?

Die Behandlung gegen Fusarium-Arten sollte gezielt in der Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) erfolgen. Ein optimaler Schutz wird erzielt, wenn die Applikation kurz vor oder bis zu zwei Tage nach einem infektionsfördernden Niederschlagsereignis während der Blüte durchgeführt wird.

Kann SORATEL auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei moderaten Temperaturen ab ca. 5–8 °C voll wirksam, sofern die Kulturen physiologisch aktiv sind und den Wirkstoff aufnehmen können. Dies macht das Produkt zu einem idealen Partner für frühe T1-Behandlungen im Getreide.

Welche Rolle spielt SORATEL bei der Bekämpfung von Ramularia in Gerste?

Da Ramularia collo-cygni in vielen Regionen Resistenzen gegen andere Wirkstoffklassen entwickelt hat, stellt das in SORATEL enthaltene Prothioconazol ein wichtiges Fundament zur Absicherung der Wirkung dar. Für einen optimalen Schutz empfiehlt sich die gezielte Anwendung in der Phase des Grannenschiebens (BBCH 49).

Wie verhält sich SORATEL bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?

Dank der hochentwickelten Formulierung dringt der Wirkstoff sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach ca. 1 bis 2 Stunden regenfest, sodass auch unbeständige Witterungsphasen flexibel für die Behandlung genutzt werden können.

Warum ist die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge bei SORATEL für das Resistenzmanagement so wichtig?

Die Reduzierung der Aufwandmenge (Underdosing) erhöht das Risiko, dass schwach sensitive Schaderreger überleben und sich resistentere Biotypen etablieren. Die Ausbringung der vollen zugelassenen Aufwandmenge stellt sicher, dass die Erreger vollständig erfasst werden und die Wirksamkeit der Wirkstoffklasse langfristig erhalten bleibt.