Spectrum Plus
Spectrum Plus von BASF ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid, das speziell für den Einsatz im Vorauflauf und frühen Nachauflauf in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen wie Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen und Leguminosen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen sowie wichtige einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Es sichert deinen Kulturen einen unkrautfreien Start und minimiert die frühe Konkurrenz um Ressourcen.
Die besondere Stärke dieses Pflanzenschutzmittels liegt in seiner ausgeprägten Bodenwirkung. Nach der Applikation bildet sich ein stabiler Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger direkt beim Keimen erfasst. Dies ist besonders in der kritischen Jugendentwicklung von Kulturen wie Mais oder Soja von entscheidender Bedeutung, um Ertragsverluste von Anfang an effektiv zu verhindern.
Dank der flexiblen Zulassung in verschiedenen Kulturen (darunter auch Lupinen, Ackerbohnen und Erbsen) lässt sich Spectrum Plus hervorragend in vielseitige Fruchtfolgen integrieren. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig hoher Regenstabilität aus, sodass auch unter wechselnden Witterungsbedingungen eine verlässliche Dauerwirkung erzielt wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Spectrum Plus basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Pendimethalin gehört zur HRAC-Gruppe 3 (K1) und greift in die Mikrotubuli-Assembling-Prozesse während der Mitose ein. Dies verhindert die Zellteilung und das Streckungswachstum in den Keimlingen der Unkräuter, was letztlich zum Absterben der empfindlichen Schaderreger noch vor oder kurz nach dem Auflaufen führt. Ergänzt wird dies durch Dimethenamid-P, das der HRAC-Gruppe 15 (K3) zugeordnet ist. Dieser Wirkstoff hemmt die Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Er wird hauptsächlich über die Koleoptile bei einkeimblättrigen sowie über die Keimwurzel und das Hypokotyl bei zweikeimblättrigen Unkräutern aufgenommen. Durch diese duale Blockade wichtiger physiologischer Prozesse wird die Entstehung von Lücken im Herbizidschirm minimiert und ein breites Wirkungsspektrum gegen Ungräser und Unkräuter abgesichert.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen langfristig vorzubeugen, solltest du Spectrum Plus stets als Baustein eines integrierten Unkrautmanagements betrachten. Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Gruppen (Gruppe 3 und Gruppe 15) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits deutlich reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge einen regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen durchzuführen und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung aktiv in dein Bewirtschaftungskonzept einzubeziehen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Spectrum Plus ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Bodenherbiziden sowie flüssigen Düngemitteln mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Anwendung sollte idealerweise auf feuchten, feinkrümeligen Böden erfolgen, da extreme Trockenheit die Aktivierung der Bodenwirkstoffe verzögern kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats) unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen die Anwendung nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf angrenzende, blühende Strukturen strikt vermeiden; eine Applikation in den Abendstunden ist hierbei die sicherste Praxis. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen einzuhalten und Abschwemmungen durch eine angepasste Applikationstechnik zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lupine-Arten | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–16 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Spectrum Plus?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf, idealerweise unmittelbar nach der Saat bis wenige Tage danach (BBCH-Stadium 00 bis 05). Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden meist noch ausreichend feucht, was für die Aktivierung und Verteilung des Herbizidfilms im Boden entscheidend ist.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?
Da es sich um ein Bodenherbizid handelt, benötigen die Wirkstoffe Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern aufgenommen zu werden. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen; hier profitierst du von Niederschlägen kurz nach der Applikation, die den Wirkstofffilm aktivieren.
Kann ich Spectrum Plus auch in pfluglosen Anbausystemen einsetzen?
Ja, das ist möglich. Bei Mulch- oder Direktsaat solltest du jedoch darauf achten, dass die Bodenoberfläche frei von dichten Strohmatten oder groben Ernterückständen ist. Grobe organische Masse kann den Herbizidfilm abfangen und die Bodenwirkung beeinträchtigen; ein feinkrümeliges Saatbett optimiert das Ergebnis.
Wie verhält sich das Produkt bei extremen Niederschlägen nach der Spritzung?
Dank der geringen Auswaschungsneigung von Pendimethalin bleibt der Herbizidschirm auch bei mäßigen Niederschlägen stabil in der obersten Bodenschicht. Bei extremen Starkregenereignissen auf leichten Böden besteht jedoch ein geringes Risiko von Wirkstoffverlagerungen in die Keimzone der Kultur, weshalb du die Bodenbeschaffenheit vorab prüfen solltest.
Wie kann ich Spectrum Plus in mein Resistenzmanagement integrieren?
Nutze die Kombination aus HRAC 3 und 15 gezielt aus, um Wirkstoffklassenwechsel zu vollziehen. Wenn du in der Fruchtfolge nach dem Mais beispielsweise Getreide anbaust, solltest du dort auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC 2 oder 4) setzen, um Selektionsdruck zu vermeiden.
Was muss ich bei der Nachbauplanung beachten, falls eine Kultur vorzeitig umgebrochen werden muss?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur (z. B. durch Frost oder Hagel) notwendig sein, ist aufgrund der Bodenaktivität der Wirkstoffe eine tiefe Bodenbearbeitung (mindestens 15 cm Pflügen) ratsam, bevor du eine neue Kultur einsäst. Halte dich hierbei strikt an die produktspezifischen Karenzzeiten für den Nachbau.