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OTHER · BASF SE

Spectrum Plus

BVL Zul.-Nr. 006889-00

Spectrum Plus von BASF SE ist ein leistungsstarkes Bodenherbizid, das speziell für die zuverlässige Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Schadhirsen entwickelt wurde. Durch die Kombination der beiden bewährten Wirkstoffe Dimethenamid-P und Pendimethalin bietet das Pflanzenschutzmittel ein breites Wirkungsspektrum in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen, darunter Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen sowie verschiedene Leguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche und sorgt für eine langanhaltende Wirkung gegen auflaufende Schaderreger. Da das Produkt primär über den Boden wirkt, verhindert es effektiv die frühzeitige Verunkrautung und sichert so die ungestörte Jugendentwicklung und das Ertragspotenzial der Kulturen.

Die Stärke von Spectrum Plus liegt in der Synergie seiner Komponenten: Während Pendimethalin einen stabilen Herbizidfilm an der Bodenoberfläche bildet, sorgt Dimethenamid-P für eine schnelle Aufnahme und zeigt auch bei wechselnden Feuchtigkeitsverhältnissen eine hervorragende Aktivität. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau.

Wirkstoffe

Dimethenamid-P
212.5 g/L · Wirkstoff
Pendimethalin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Spectrum Plus basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassifizierung). Der Wirkstoff Dimethenamid-P gehört zur HRAC-Gruppe 15 (Inhibitoren der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren). Er wird hauptsächlich über die Keimscheide (Koleoptile) bei Gräsern sowie über die Wurzeln und Hypokotyle bei zweikeimblättrigen Unkräutern aufgenommen. Er blockiert die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Schaderreger noch vor dem Auflaufen. Pendimethalin ergänzt dieses Spektrum als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 3 (Hemmung des Mikrotubuli-Aufbaus). Es blockiert die Mitose in den meristematischen Geweben der Keimlinge. Die Unkräuter nehmen den Wirkstoff über die Wurzeln und den Keimspross auf, was zu einem schnellen Wachstumsstopp und dem Absterben der Keimlinge führt. Diese duale Wirkungsweise minimiert das Risiko von Durchstechern erheblich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Herbizidresistenzen vorzubeugen, sollte Spectrum Plus stets in ein integriertes Unkrautmanagement integriert werden. Die Kombination aus den HRAC-Gruppen 15 und 3 bietet bereits ein inhärent geringeres Resistenzrisiko. Dennoch ist darauf zu achten, in der Fruchtfolge Wirkstoffe mit anderen Mechanismen (wie z. B. HRAC-Gruppe 2 oder 4) abzuwechseln. Zudem sollten mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung und eine weite Fruchtfolgegestaltung genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen nachhaltig zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Spectrum Plus zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit anderen gängigen Bodenherbiziden aus, um bei Bedarf das Wirkungsspektrum gegen spezifische Leitunkräuter gezielt zu erweitern. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt entscheidend, da die Wirkstoffe über den Bodenfilm aufgenommen werden. Die Anwendung sollte mit einer Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha erfolgen, um eine lückenlose Benetzung der Bodenoberfläche zu gewährleisten. Vor der Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder flüssigen Düngemitteln wird ein physischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Spectrum Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Aufgrund der ökotoxikologischen Eigenschaften der Wirkstoffe, insbesondere hinsichtlich des Schutzes von Gewässern und Nichtzielorganismen, sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (z. B. Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten. Das Mittel ist als fischgiftig eingestuft, weshalb ein direkter Eintrag in Gewässer oder Entwässerungsgräben unbedingt zu vermeiden ist. Für Bienen ist das Produkt bei sachgemäßer Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–334 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–334 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–164 LITER_PER_HECTARE
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–94 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Spectrum Plus?

Da Spectrum Plus ein Bodenherbizid ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Applikation entscheidend für die Aktivierung der Wirkstoffe. Bei extremer Trockenheit können die Wirkstoffe nicht optimal in die Bodenlösung übergehen, was die Wirkung verzögern kann. Ein feuchtes Saatbett oder leichter Regen nach der Anwendung optimieren den Herbizidfilm.

Kann Spectrum Plus auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?

Ja, je nach Kultur ist eine Anwendung im frühen Nachauflauf (bis BBCH 33 bei bestimmten Kulturen wie Mais) möglich. Wichtig ist jedoch, dass die Unkräuter und Schadhirsen zum Zeitpunkt der Behandlung noch sehr klein sind (Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium), da die Hauptwirkung über den Boden und die Wurzelaufnahme erfolgt.

Welche Rolle spielt die Bodenart bei der Dosierung und Anwendung von Spectrum Plus?

Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt ist Vorsicht geboten, um Auswaschungen in tiefere Bodenschichten und damit potenzielle Schäden an den Wurzeln der Kultur zu vermeiden. Auf schweren, tonreichen oder humusreichen Böden hingegen kann ein Teil der Wirkstoffe adsorbiert werden, weshalb hier stets die maximale registrierte Aufwandmenge genutzt werden sollte.

Wie verhält sich Spectrum Plus bei nachfolgenden Zwischenfrüchten oder im Falle eines Umbruchs?

Nach dem regulären Anbau von Kulturen, die mit Spectrum Plus behandelt wurden, können im Herbst in der Regel problemlos Zwischenfrüchte oder Wintergetreide angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur (z. B. durch Frost- oder Hagelschaden) ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, bevor empfindliche Folgekulturen eingesät werden.

Warum ist die Kombination aus Dimethenamid-P und Pendimethalin besonders wirksam gegen Schadhirsen?

Schadhirsen keimen oft in Wellen über einen längeren Zeitraum hinweg. Während Dimethenamid-P eine schnelle Initialwirkung gegen die auflaufende erste Welle zeigt, sorgt das schwerer lösliche Pendimethalin für eine stabile Dauerwirkung an der Bodenoberfläche, die auch spätere Keimwellen effektiv unterdrückt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Sojabohne oder Mais) und dem spezifischen Schaderreger zu filtern. Das System listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich auf.