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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Stemper

BVL Zul.-Nr. 00A983-00

Stemper von ADAMA ist ein hochwirksamer Wachstumsregler, der speziell für die Halmfestigung und Halmverkürzung in einer Vielzahl von Getreidekulturen sowie im Grassamenbau entwickelt wurde. Durch den gezielten Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels kannst du das Risiko von Lagerbildung signifikant reduzieren. Dies sichert nicht nur deine Erträge ab, sondern erleichtert auch die spätere Ernte und erhält die Kornqualität unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen.

Das Produkt ist für wichtige Kulturen wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Dinkel, Sommerhafer sowie Welsches Weidelgras zugelassen. Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten passt sich Stemper hervorragend in moderne, intensive Anbaukonzepte ein. Es sorgt für eine gleichmäßige Einkürzung der Internodien und stärkt gleichzeitig die Halmbasis, was zu einer deutlich verbesserten Standfestigkeit führt.

Wirkstoffe

Trinexapac
175 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Trinexapac (vorliegend als Trinexapac-ethyl) greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er hemmt die Biosynthese der Gibberelline, genauer gesagt die späten Schritte der Synthese von biologisch aktiver Gibberellinsäure (GA1). Dies geschieht durch die kompetitive Blockierung des Enzyms 3-Beta-Hydroxylase. Da Gibberelline für das Streckungswachstum der Pflanzenzellen verantwortlich sind, führt dieser Mangel zu kürzeren und dickeren Halmen. Durch die Reduktion des Längenwachstums der Internodien, insbesondere der bodennahen Abschnitte bei einer frühen Behandlung, wird der Hebelarm des Halmes verkürzt. Gleichzeitig wird die Zellwandstärke erhöht und der Halmdurchmesser stabilisiert. Das Ergebnis ist eine optimierte mechanische Belastbarkeit der Kultur, ohne dass das Wurzelwachstum negativ beeinflusst wird – im Gegenteil, oft wird eine verbesserte Durchwurzelung beobachtet, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme fördert.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Stemper um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzbildung der Kulturen äußerst gering. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Pflanzenbaus die Aufwandmengen stets an die Bestandesdichte, die Stickstoffdüngung und die Standfestigkeit der jeweiligen Sorte anpassen. Vermeide einseitig überhöhte Dosierungen, um physiologischen Stress für die Kultur zu minimieren, und integriere die Anwendung in ein ganzheitliches pflanzenbauliches Konzept, das auch sortenspezifische Eigenschaften berücksichtigt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Stemper zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern wie AHL aus. Bei Tankmischungen mit Herbiziden, insbesondere Wuchsstoffen, solltest du jedoch vorsichtig sein, da sich die Wirkung gegenseitig verstärken und zu Kulturunverträglichkeiten führen kann. Achte darauf, die Mischung bei gutem, wüchsigem Wetter und ausreichender Wasserverfügbarkeit auszubringen. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kultur unter Trocken- oder Froststress steht. Ein vorheriger Mischungstest in einem kleinen Gefäß wird empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Stemper ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere in angrenzenden Gewässern, sollten Abdriften durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen, das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder an Orten auszubringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenHalmfestigung21–390.4 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmfestigung31–320.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung31–390.25 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleHalmfestigung21–390.6 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmfestigung30–310.4 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmfestigung29–320.6 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmfestigung31–320.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung21–390.6 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung21–390.8 LITER_PER_HECTARE
Weidelgras-ArtenHalmfestigung30–370.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Stemper zur Halmfestigung?

Der beste Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 21 bis 39. Für eine optimale Einkürzung der unteren Internodien solltest du die Behandlung zu Beginn des Schossens (BBCH 31–32) durchführen. Spätere Anwendungen bis BBCH 39 dienen vor allem der Festigung der oberen Halmabschnitte.

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von Stemper?

Stemper benötigt für eine optimale Aufnahme und Wirkung wüchsiges Wetter mit ausreichend Licht und moderaten Temperaturen (idealerweise zwischen 10 °C und 20 °C). Wende das Produkt nicht bei starker Sonneneinstrahlung am Mittag, bei Frostgefahr oder wenn die Kultur durch Trockenheit gestresst ist an.

Kann ich Stemper mit flüssigem Stickstoffdünger (AHL) mischen?

Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich und wird in der Praxis häufig genutzt. Beachte jedoch, dass AHL die Wachstumsreglerwirkung verstärken kann. Reduziere bei solchen Mischungen eventuell die Aufwandmenge von Stemper leicht und spritze nicht in den prallen Sonnenschein, um Verbrennungen an den Blättern zu verhindern.

Warum ist die Halmfestigung bei Roggen und Triticale besonders wichtig?

Roggen und Triticale neigen aufgrund ihres langen Wuchses besonders stark zu Lager. Ein frühzeitiges Lager führt zu erheblichen Ernteerschwernissen, Qualitätsverlusten und Ertragsminderungen. Mit Stemper stabilisierst du diese langstrohigen Kulturen gezielt an der Basis.

Wie passe ich die Aufwandmenge von Stemper innerhalb des zugelassenen Bereichs an?

Die zugelassene Aufwandmenge liegt zwischen 0,25 und 0,8 l/ha. Wähle eine höhere Dosierung bei sehr dichten Beständen, hoher Stickstoffdüngung und lageranfälligen Sorten. Bei dünneren Beständen, standfesten Sorten oder in Mischungen mit Fungiziden kann die Aufwandmenge im unteren Bereich gewählt werden.

Was muss ich bei der Anwendung im Welschen Weidelgras beachten?

Im Grassamenbau von Welschen Weidelgras verhindert Stemper das frühzeitige Lager der Gräser. Dies sichert eine gleichmäßige Blüte und erleichtert den Drusch erheblich. Achte darauf, die Anwendung rechtzeitig vor dem Ährenschieben durchzuführen, um die Bestäubung nicht negativ zu beeinflussen.