Stemper
Stemper ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung und Halmfestigung in einer Vielzahl von Getreidekulturen sowie im Samenbau von Deutschem Weidelgras. Als flüssiges Formulierungskonzept mit dem bewährten Wirkstoff Trinexapac (175 g/l) unterstützt das Präparat Landwirte dabei, das Lagerrisiko in intensiv geführten Beständen signifikant zu reduzieren. Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung der Halmbasis wird die Standfestigkeit der Kulturen maßgeblich verbessert.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Winter- und Sommerweichweizen, Winter- und Sommergerste, Roggen, Hafer, Dinkel und Triticale. Stemper zeichnet sich durch eine flexible Anwendungselastizität aus, die es ermöglicht, auf unterschiedliche Witterungsverläufe und Bestandesentwicklungen im Frühjahr flexibel zu reagieren. Die optimierte Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blatt, selbst bei wechselhaften Temperaturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Stemper enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er blockiert die Biosynthese von Gibberellinen, genauer gesagt die späten Schritte der Synthese von biologisch aktiven Gibberellinsäure-Derivaten (GA1). Da Gibberelline maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind, führt diese Hemmung zu einer spürbaren Verkürzung der neu gebildeten Internodien. Neben der reinen Einkürzung bewirkt der Eingriff in den Hormonhaushalt eine physiologische Stärkung des Halmes. Die Zellwände werden dicker und der Halmdurchmesser nimmt im unteren Bereich zu. Zudem wird das Wurzelwachstum positiv beeinflusst, was die Verankerung der Kultur im Boden verbessert und die Nährstoff- sowie Wasseraufnahme in Stressphasen unterstützt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Trinexapac um einen Wachstumsregler und nicht um ein Herbizid oder Fungizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffresistenzen hier nicht im Vordergrund. Dennoch erfordert ein nachhaltiger Einsatz die Einbindung in ein integriertes pflanzenbauliches Gesamtkonzept. Dazu gehören eine standortangepasste Sortenwahl mit hoher Standfestigkeit, eine bedarfsgerechte Stickstoffdüngung und die Vermeidung von Überdosierungen, um physiologischen Stress für die Kultur zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Stemper weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) auf. Bei Tankmischungen mit Herbiziden oder unter intensiver Sonneneinstrahlung sollte die Aufwandmenge des Wachstumsreglers gegebenenfalls angepasst werden, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Blätter zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Stemper sind die üblichen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe zu beachten. Das Mittel ist bezüglich der Bienengefährdung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und kann somit auch während der Blütezeit der Kulturen eingesetzt werden. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und Anwendungsbestimmungen (z. B. bezüglich Abdriftminderung) strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 21–39 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmfestigung | 31–32 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 31–39 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmfestigung | 21–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Halmfestigung | 30–31 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmfestigung | 29–32 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Halmfestigung | 31–32 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 21–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmfestigung | 21–39 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weidelgras-Arten | Halmfestigung | 30–37 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Stemper zur Halmfestigung?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 21 bis 39, also vom Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des letzten Blattes (Fahnenblattstadium). Für eine maximale Einkürzung der unteren Internodien sollte die Behandlung idealerweise in der Phase des Schossens (BBCH 31–32) erfolgen.
Welche Witterungsbedingungen begünstigen die Wirkung von Stemper?
Stemper wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit moderaten Temperaturen (10 bis 20 °C) und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da die Kultur in diesen Phasen den Wirkstoff optimal aufnimmt und verstoffwechselt. Bei extremen Temperaturen, Frostgefahr oder anhaltender Trockenheit sollte von einer Anwendung abgesehen werden, um Stresssymptome an der Kultur zu vermeiden.
Kann Stemper mit Chlormequat-Chlorid (CCC) kombiniert werden?
Ja, eine Kombination von Stemper mit CCC-haltigen Produkten ist in vielen Getreidekulturen (wie Weizen oder Roggen) üblich und pflanzenbaulich sinnvoll. Diese Mischung kombiniert die schnelle, temperaturunabhängigere Wirkung von CCC mit der langanhaltenden Systemik von Trinexapac, wodurch oft eine synergistische Einkürzungswirkung erzielt wird.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Dosierung von Stemper?
Bei guter Wasserversorgung und hoher Stickstoffnachlieferung des Bodens ist das Lagerrisiko hoch, weshalb hier die höheren registrierten Aufwandmengen gewählt werden sollten. Unter trockenen Bedingungen hingegen ist das Wachstum ohnehin gehemmt; hier sollte die Aufwandmenge reduziert oder die Behandlung verschoben werden, um die Kultur nicht unnötig zu schwächen.
Gibt es Einschränkungen beim Einsatz von Stemper in der Kultur Hafer?
Ja, beim Einsatz in Hafer ist besondere Vorsicht geboten. Hafer reagiert physiologisch sehr empfindlich auf Wachstumsregler. Die Anwendung sollte streng nach den Zulassungsbestimmungen erfolgen, idealerweise nur bei vitalen Beständen und unter Vermeidung von Mischungen mit bestimmten Herbiziden, um Ertragseinbußen zu verhindern.