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OTHER · Nuvaros IP Ltd

Tandus EC

BVL Zul.-Nr. 00A590-60

Tandus EC ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und hervorragende Kulturverträglichkeit in Getreide und Mais aus. Es ist beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter der Registrierungsnummer 00A590-60 zugelassen.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Schaderreger im Ackerbau. Besonders hervorzuheben ist die herausragende Wirkung gegen Klettenlabkraut (Galium aparine) in allen Entwicklungsstadien sowie gegen verschiedene Ampfer-Arten (Rumex spp.). Durch die schnelle Penetration der Blattoberfläche bietet Tandus EC auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine verlässliche Leistung im Feld.

Dank des breiten Anwendungsfensters im Frühjahr lässt sich das Produkt flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es sichert die Ertragsbildung der Kulturen, indem es die Konkurrenz durch ertragsmindernde Unkräuter frühzeitig und nachhaltig ausschaltet.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288.078 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Tandus EC enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der Synthetischen Auxine (Pyridincarbonsäuren) und ist in die HRAC-Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) klassifiziert. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen. Er verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze und reichert sich in den meristematischen Geweben an. Fluroxypyr imitiert das natürliche Pflanzenwuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Überstimulation des Wachstums führt. Dies äußert sich in typischen hormonellen Schadbildern wie dem charakteristischen Verkrümmen und Verdrehen von Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von Gewebeschwellungen, Wachstumsstopp und schließlich dem vollständigen Absterben der betroffenen Unkräuter. Einkeimblättrige Kulturen wie Getreide und Mais können den Wirkstoff rasch metabolisieren und bleiben daher ungeschädigt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei Schaderregern vorzubeugen, sollte Tandus EC stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Fluroxypyr der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren aus der HRAC-Gruppe 2), die ein identisches Wirkungsspektrum abdecken. Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tandus EC weist eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass Tandus EC als EC-Formulierung stets als eine der letzten Komponenten in den teilbefüllten Spritztank gegeben wird. Für eine optimale Benetzung der Schaderreger wird eine Wasseraufwandmenge von 200–400 l/ha empfohlen. Extreme Hitzeperioden oder langanhaltender Trockenstress der Kulturen zum Anwendungszeitpunkt sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Tandus EC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Abdrift auf blühende Bestände oder benachbarte zweikeimblättrige Kulturen konsequent vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–310.75 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE7T
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–161 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Klettenlabkraut mit Tandus EC?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich das Klettenlabkraut im aktiven Wachstum befindet und die Temperaturen tagsüber stabil über 8 °C liegen. Obwohl Tandus EC auch gegen größere Pflanzen hochwirksam ist, schont eine frühzeitige Behandlung im Rosettenstadium die Nährstoff- und Wasserreserven der Kultur am effektivsten.

Wie verhält sich Tandus EC bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Da der Wirkstoff Fluroxypyr auf den aktiven Metabolismus der Schaderreger angewiesen ist, verzögert sich die sichtbare Wirkung bei kühlen Temperaturen. Die Endwirkung wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt, solange kein Frost herrscht und die Unkräuter assimilieren können.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Tandus EC?

Nach dem regulären Einsatz von Tandus EC in Getreide oder Mais können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im folgenden Herbst oder Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag wird vor der Neueinsaat empfindlicher Kulturen (wie Leguminosen oder Raps) eine tiefe Bodenbearbeitung empfohlen.

Kann Tandus EC zusammen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Ja, eine Mischung mit reinem AHL oder AHL-Wasser-Mischungen ist möglich. Um Blattschäden an den Kulturen zu vermeiden, sollte die Anwendung jedoch nur an trockenen Tagen auf eine gut ausgebildete Wachsschicht der Kultur erfolgen und nicht bei intensiver Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C durchgeführt werden.

Wie schnell ist das Pflanzenschutzmittel nach der Anwendung regenfest?

Dank der hochwertigen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff Fluroxypyr extrem schnell in das Blattgewebe ein. Bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation ist Tandus EC vollständig regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr mindern.