TOSKA EC
TOSKA EC ist ein hochwirksames Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und hartnäckigen Ampfer-Arten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (darunter Winter- und Sommergerste, Winter- und Sommerweizen, Roggen, Hafer und Triticale) sowie Mais. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus.
Der Fokus dieses Herbizids liegt auf der Bekämpfung wirtschaftlich bedeutender Schaderreger im Nachauflauf. Dank der systemischen Verteilung im Saftstrom der Schadpflanzen werden selbst tiefwurzelnde Unkräuter wie Ampfer-Arten nachhaltig erfasst. Dies macht TOSKA EC zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau, um Ertragsverluste und Ernteerschwerungen durch Spätverunkrautung effektiv zu verhindern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze akropetal und basipetal transportiert. Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum in den empfindlichen Unkräutern führt. Typische Symptome nach der Behandlung sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen und dem vollständigen Absterben der Schaderreger innerhalb weniger Wochen. Da der Wirkstoff primär über das Blatt wirkt, ist ein aktives Wachstum der Unkräuter zum Anwendungszeitpunkt entscheidend für eine optimale Wirkung.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte TOSKA EC stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) in der Fruchtfolge. Bei der Bekämpfung von Unkrautpopulationen mit erhöhtem Risiko wird empfohlen, TOSKA EC mit Herbiziden anderer HRAC-Gruppen in Tankmischung oder Spritzfolge auszubringen, um einseitigen Selektionsdruck zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
TOSKA EC weist eine breite Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren auf. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander im Tank vollständig gelöst werden, wobei TOSKA EC in der Regel als eine der letzten Komponenten hinzugefügt wird. Die Zugabe von Additiven ist meist nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme auf verholzten oder stark behaarten Blattoberflächen optimieren. Es wird empfohlen, stets weiches bis mittelschweres Spritzwasser zu verwenden und extreme Temperaturen bei der Applikation zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TOSKA EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und gegebenenfalls der Einsatz abdriftmindernder Düsen strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Fluroxypyr ist im Allgemeinen als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte die Anwendung zur Schonung von Bestäubern außerhalb des aktiven Bienenflugs erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Ampfer-Arten | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TOSKA EC gegen Ampfer-Arten?
Die beste Wirkung gegen Ampfer-Arten wird erzielt, wenn sich die Pflanzen im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichende Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Ideal ist eine Anwendung im Frühjahr, wenn der Ampfer eine Rosettengröße von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat, aber noch vor dem Schossen des Blütenstängels steht.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von TOSKA EC nach der Applikation?
Für eine optimale systemische Verteilung im Saftstrom der Unkräuter sind wüchsige Temperaturen (über 10 °C) und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Nach der Anwendung sollte eine regenfreie Zeit von mindestens ein bis zwei Stunden gewährleistet sein, damit der Wirkstoff vollständig in das Blattgewebe eindringen kann. Extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar nach der Spritzung mindern den Bekämpfungserfolg.
Kann TOSKA EC auch in untersätem Getreide angewendet werden?
Nein, da Fluroxypyr eine starke herbizide Wirkung auf zweikeimblättrige Pflanzen hat, ist eine Anwendung in Getreidebeständen mit Klee-, Luzerne- oder anderen dikotylen Untersaten nicht zulässig, da diese Kulturen stark geschädigt oder vollständig vernichtet würden.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung von TOSKA EC?
Obwohl die Zulassung ein breites Anwendungsfenster erlaubt, sollte die Applikation primär auf das Entwicklungsstadium der Unkräuter abgestimmt werden. Im Getreide liegt der optimale Einsatzbereich meist zwischen dem Bestocken und dem Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 21 bis 39), um eine optimale Benetzung der Unkräuter unter dem Blätterdach der Kultur zu gewährleisten.
Gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von TOSKA EC?
Da Fluroxypyr im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für den Anbau von Folgekulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten jedoch vorzugsweise einkeimblättrige Kulturen wie Getreide oder Mais nachgebaut werden.