VENZAR 500SC
VENZAR 500SC ist ein bewährtes, hochselektives Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Moosen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilungsqualität und einfache Handhabung aus. Es ist ein etablierter Baustein in Herbizidstrategien für den Anbau von Rüben (Zucker- und Futterrüben), Erdbeeren sowie Spinat.
Das Produkt entfaltet seine Stärke vor allem im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf der Schaderreger. Durch die langanhaltende Bodenwirkung werden auflaufende Unkrautwellen effektiv unterdrückt, was den jungen Kulturen einen entscheidenden Wachstumsvorsprung in der kritischen Etablierungsphase sichert.
Dank der modernen Formulierung haftet der Wirkstoff optimal an den Bodenpartikeln und bildet einen stabilen Herbizidfilm. Dies gewährleistet eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe über einen längeren Zeitraum, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in VENZAR 500SC enthaltene Wirkstoff Lenacil gehört zur chemischen Gruppe der Uracile und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 (ehemals C1) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des photosynthetischen Elektronentransports im Photosystem II (PS II) der Zielpflanzen. Dies blockiert die CO2-Assimilation und führt zum Zusammenbruch des Energiestoffwechsels der Unkräuter. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden oder bereits aufgelaufenen Unkräuter. Nach der Absorption wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Blätter transportiert. Erste Symptome zeigen sich als Chlorosen an den Blatträndern und in den Blattadern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Schaderreger innerhalb weniger Tage.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Unkrautbiotypen entgegenzuwirken, sollte VENZAR 500SC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden aus anderen HRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 27) innerhalb der Fruchtfolge. Zudem wird empfohlen, mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren und die Anwendungen auf das notwendige Maß zu beschränken, um den Selektionsdruck auf die HRAC-Gruppe 5 zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
VENZAR 500SC ist im Allgemeinen gut verträglich mit gängigen Rüben- und Erdbeerherbiziden sowie spezifischen Additiven. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst zu 2/3 mit Wasser zu füllen, bevor VENZAR 500SC unter ständigem Rühren als erste Komponente beigegeben wird. Erst nach vollständiger Verteilung sollten weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Extrem hartes Wasser oder sehr niedrige Wassertemperaturen können die physikalische Stabilität der Spritzbrühe beeinflussen, weshalb eine zeitnahe Ausbringung ratsam ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von VENZAR 500SC sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (u. a. Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Handhabung des Konzentrats) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Moose | 10–97 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Moose | 10–97 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–31 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 30T |
Häufige Fragen
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von VENZAR 500SC?
Da der Wirkstoff Lenacil hauptsächlich über die Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit entscheidend für eine optimale Wirksamkeit. Bei anhaltender Trockenheit nach der Anwendung kann die Wirkung verzögert einsetzen; ein leichter Regen nach der Applikation aktiviert den Wirkstofffilm im Boden ideal.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung im Nachauflauf?
Im Nachauflauf sollte die Anwendung so früh wie möglich erfolgen, idealerweise wenn sich die Unkräuter noch im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden. Je jünger die Schaderreger sind, desto empfindlicher reagieren sie auf den photosynthesehemmenden Wirkstoff.
Darf VENZAR 500SC auf gestresste Kulturen appliziert werden?
Nein, von einer Anwendung auf Kulturen, die unter Stress stehen – sei es durch Frost, extreme Hitze, Trockenheit, Staunässe oder Nährstoffmangel –, wird dringend abgeraten. Gestresste Kulturen können den Wirkstoff schlechter metabolisieren, was zu vorübergehenden phytotoxischen Symptomen führen kann.
Wie lässt sich eine Resistenzbildung bei häufigem Einsatz von Lenacil verhindern?
Um Resistenzen vorzubeugen, sollte VENZAR 500SC (HRAC-Gruppe 5) stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung das Resistenzmanagement.
Welche Wasseraufwandmenge wird für die Ausbringung empfohlen?
Für eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und eine homogene Verteilung des Spritzfilms wird eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 Litern pro Hektar empfohlen. Eine feine bis mittlere Tropfengröße sichert dabei die optimale Abdeckung der Bodenoberfläche.