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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Viper Compact

BVL Zul.-Nr. 027510-00

Viper Compact ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat) von Corteva Agriscience, das speziell für den herbstlichen Einsatz in Wintergetreidekulturen wie Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale entwickelt wurde. Durch die Kombination von drei komplementären Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie den Gemeinen Windhalm im frühen Nachauflauf.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und nutzt die Synergien ihrer Komponenten optimal aus. Sie schließt wichtige Lücken in der Unkrautbekämpfung direkt nach dem Auflaufen der Kulturen im Herbst. Dies sichert den jungen Getreidebeständen einen unkrautfreien Start und minimiert die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe, was die Basis für hohe Erträge legt.

Wirkstoffe

Diflufenican
100 g/L · Wirkstoff
Florasulam
3.75 g/L · Wirkstoff
Penoxsulam
15 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Viper Compact basiert auf drei unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und blockiert die Carotinoid-Biosynthese, was zu einer typischen Ausbleichung (Bleaching) des empfindlichen Unkrautgewebes führt; es wirkt primär über den Boden und bildet einen stabilen Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche. Florasulam und Penoxsulam gehören beide zur HRAC-Gruppe 2 (B) und sind hochwirksame ALS-Inhibitoren (Acetolactat-Synthase-Hemmer). Sie werden rasch über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und blockieren die Synthese essenzieller Aminosäuren, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger führt. Diese Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung garantiert eine langanhaltende Kontrolle, auch bei nachkeimenden Unkräutern.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Windhalm-Populationen gegen ALS-Hemmer, wirksam vorzubeugen, kombiniert Viper Compact Wirkstoffe aus zwei unterschiedlichen HRAC-Klassen (Gruppe 12 und Gruppe 2). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Managements eingesetzt werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Bodenherbiziden mit anderen HRAC-Einstufungen im Frühjahr oder in der Fruchtfolge) sowie ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine angepasste Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Viper Compact ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen im Herbst eingesetzten Insektiziden (z. B. gegen virusübertragende Blattläuse) sowie flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten: Zuerst Wasser einfüllen, dann Viper Compact vollständig dispergieren lassen, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Die Anwendung sollte auf trockene Kulturen bei moderaten Temperaturen und ausreichender Bodenfeuchtigkeit erfolgen, um die Bodenwirkung von Diflufenican optimal zu nutzen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund des Gehalts an Diflufenican und den Sulfonamiden sind strenge Auflagen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen einzuhalten. Abdriftmindernde Technik und die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsflächen zu Oberflächengewässern (gemäß den BVL-Anwendungsbestimmungen) sind zwingend erforderlich. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
EmmerEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE
EinkornEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–231 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Viper Compact im Herbst?

Der beste Zeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 23), wenn die Unkräuter und der Gemeine Windhalm gerade aufgelaufen sind und sich im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit der Schaderreger am höchsten und die Bodenfeuchtigkeit unterstützt die Wirkung optimal.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von Viper Compact?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Behandlung oder kurz danach ist besonders wichtig für die Entfaltung der Bodenwirkung von Diflufenican und Penoxsulam. Sie sorgt dafür, dass sich der Wirkstofffilm gleichmäßig an den Bodenpartikeln anlagert und von keimenden Unkräutern über die Wurzeln und den Keimling aufgenommen werden kann.

Kann Viper Compact auch bei Frost oder sehr niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Die Anwendung sollte bei aktiven Wachstumsbedingungen der Kulturen und Unkräuter erfolgen (idealerweise über 5 °C). Bei starkem Frost, angekündigten extremen Nachtfrösten oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Staunässe oder Trockenheit) stehen, sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Selektivitätsprobleme zu vermeiden.

Wie verhält sich Viper Compact bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen im Rahmen der Fruchtfolge?

Nach dem regulären Einsatz von Viper Compact im Herbst können im folgenden Frühjahr nach normaler Bodenbearbeitung alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch des Getreidebestandes (z. B. durch Auswinterung) sind die spezifischen Wartezeiten und tiefen Bodenbearbeitungsvorgaben des Herstellers zu beachten, um Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.

Warum enthält Viper Compact drei verschiedene Wirkstoffe?

Die Kombination aus Diflufenican, Florasulam und Penoxsulam vereint unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 12 und 2). Dies erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum auf schwer bekämpfbare Unkräuter und Windhalm, sondern minimiert auch das Risiko von Resistenzbildungen, da die Schaderreger auf verschiedenen biochemischen Wegen gleichzeitig attackiert werden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Gemeinen Windhalm?

Sie können auf agronomy.farmable.tech über die Suchfunktion direkt nach dem Schaderreger „Gemeiner Windhalm“ filtern. Dort erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Herbizide, sortiert nach Kulturen, Wirkstoffen und Anwendungsfenstern, um Ihre Spritzfolge optimal zu planen.