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OTHER · Agria SA

VITONG

BVL Zul.-Nr. 00B308-00

VITONG von Agria SA ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen (wie Winterweichweizen, Wintergerste, Sommergerste, Winterroggen, Triticale und Hafer) sowie in Mais. Die flüssige Formulierung kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften, was eine schnelle und nachhaltige Wirkung selbst gegen schwer bekämpfbare Unkrautarten im Nachauflauf garantiert.

Durch die Kombination von Wuchsstoff und ALS-Hemmer bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Breitenwirkung. Es erfasst zuverlässig typische Problemunkräuter im Getreide- und Maisanbau, wie etwa Klettenlabkraut, Kamille-Arten und verschiedene Knöterich-Arten. Die flexible Anwendung im Frühjahr macht VITONG zu einem verlässlichen Baustein in modernen Ackerbaustrategien.

Wirkstoffe

2,4-D
452.3 g/L · Wirkstoff
Florasulam
6.25 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Herbizidwirkung von VITONG basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen O und B). Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe O). Er imitiert das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure, was zu einem unkontrollierten, abnormalen Wachstum der empfindlichen Unkräuter führt. Dies äußert sich rasch in typischen Deformationen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, gefolgt vom Absterben der Schaderreger. Florasulam hingegen blockiert als Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolopyrimidine das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS, HRAC-Gruppe B). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Hemmung der ALS wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort gestoppt, was zu einem schnellen Wachstumsstillstand und dem anschließenden Absterben der Zielpflanzen führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Herbizidresistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie dem Klettenlabkraut oder der Kamille, wirksam vorzubeugen, nutzt VITONG bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen O und B) in einer Fertigmischung. Dennoch sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements im Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbiziden mit den Wirkstoffen Flufenacet oder Diflufenican im Herbst) eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich die Einhaltung einer ausgewogenen Fruchtfolge und der Einsatz mechanischer Regulierungsmaßnahmen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

VITONG zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen ist stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten und vorab eine Mischprobe auf physikalische Stabilität durchzuführen. Die Behandlung sollte vorzugsweise bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchte erfolgen, da aktive Stoffwechselprozesse der Unkräuter die Wirkstoffaufnahme und -verteilung optimieren. Extreme Trockenheit oder Frostgefahr kurz nach der Anwendung können die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen und die herbizide Wirkung mindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel VITONG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) strikt einzuhalten. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften ist das Produkt als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–160.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–320.6 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–320.6 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–320.6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für VITONG im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keim- bis Rosettenstadium) befinden. Die Kultur sollte sich im BBCH-Bereich 12 bis 32 befinden, und die Temperaturen sollten tagsüber konstant über 8 bis 10 °C liegen, um eine optimale systemische Verteilung der Wirkstoffe in den Unkräutern zu gewährleisten.

Kann VITONG auch bei Nachtfrostgefahr eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei drohendem Nachtfrost oder unmittelbar nach Frostereignissen wird dringend abgeraten. Frost beeinträchtigt den Stoffwechsel der Kultur, was zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen (z. B. Gelbfärbungen oder Wachstumsstockungen) führen kann. Zudem verlangsamt Kälte die Wirkstoffaufnahme der Unkräuter erheblich.

Wie verhält sich VITONG bezüglich der Nachbaufristen für Folgekulturen?

Aufgrund des raschen Abbaus der Wirkstoffe Florasulam und 2,4-D im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für die Einsaat von Folgekulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollten jedoch die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung beachtet werden.

Ist der Zusatz von Netzmitteln oder Additiven bei der Anwendung von VITONG ratsam?

In der Regel ist die Formulierung von VITONG bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert. Unter extrem trockenen Bedingungen oder bei Unkräutern mit starker Wachsschicht (z. B. Weißer Gänsefuß) kann der Zusatz eines zugelassenen Additivs die Benetzung verbessern. Dies sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit mit der jeweiligen Kultur geprüft werden.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweizen oder Mais) und wählen Sie unter der Kategorie „Schaderreger“ die Option „Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter“ aus. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Wirkstoffen und Aufwandmengen auf.

Welche Regenfestigkeit weist VITONG nach der Applikation auf?

VITONG ist dank seiner systemischen Eigenschaften relativ schnell regenfest. Niederschläge, die etwa 1 bis 2 Stunden nach der Behandlung fallen, beeinträchtigen die herbizide Wirkung in der Regel nicht mehr, da die Wirkstoffe bis zu diesem Zeitpunkt bereits ausreichend von den Blättern der Unkräuter aufgenommen wurden.