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Kulturgruppe

Knollengewächse (Zierpflanzen)

3 Mitgliedskulturen
NNKNG

Die BVL-Kulturgruppe „Knollengewächse (Zierpflanzen)“ (Code: NNKNG) fasst wichtige zierende Kulturen zusammen, die unterirdische Überdauerungsorgane in Form von Knollen ausbilden. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Gruppe gehören Dahlia pinnata (Dahlien), Gladiolus-Hybriden (Gladiolen) und Knollenbegonien-Hybriden. Diese Gruppierung ist im Pflanzenschutzrecht von großer Bedeutung, da sie die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Kulturen mit ähnlichen morphologischen Eigenschaften und Anbauverfahren vereinheitlicht.

Botanisch und kulturtechnisch teilen diese Kulturen spezifische Ansprüche. Sie werden meist im Frühjahr gepflanzt, bilden im Laufe der Vegetation Speicherorgane aus und müssen in unseren Breiten vor dem Winter oft frostfrei gelagert werden. Da sie sowohl im Freiland als auch unter Glas angebaut werden, weisen sie vergleichbare Risikoprofile gegenüber Schaderregern auf. Die Zusammenfassung in einer BVL-Gruppe erleichtert es dir, Pflanzenschutzmittel effizient über mehrere dieser Zierpflanzenarten hinweg einzusetzen, ohne für jede einzelne Kultur separate Zulassungen prüfen zu müssen.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Beim integrierten Pflanzenschutz in dieser Kulturgruppe steht die Gesunderhaltung des Pflanzguts und des Bodens im Vordergrund. Da Knollen im Boden direkt mit bodenbürtigen Schaderregern in Kontakt stehen, ist eine weite Fruchtfolge und die Vermeidung von Staunässe essenziell. Ein dominierender pilzlicher Schaderreger in den oberirdischen Teilen sowie an den Knollen selbst ist Botrytis cinerea (Grauschimmel), der besonders bei feucht-warmer Witterung oder hoher Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus rasch um sich greift. Zudem konkurrieren auflaufende Unkräuter wie Chenopodium album (Weißer Gänsefuß) oder Lamium purpureum (Purpurrote Taubnessel) in der frühen Entwicklungsphase stark mit den Kulturen um Licht und Nährstoffe. Für ein erfolgreiches Resistenzmanagement (gemäß FRAC, HRAC und IRAC) solltest du bei chemischen Behandlungen konsequent die Wirkstoffklassen wechseln. Da Zierpflanzen oft mehrfach behandelt werden, ist das Risiko von Resistenzbildungen – insbesondere bei Fungiziden gegen Botrytis – sehr hoch. Achte bei der Anwendung von Herbiziden im Vor- und Nachauflauf darauf, dass die Selektivität für die jeweilige Kultur innerhalb der Gruppe gewährleistet ist, da Knollenbegonien empfindlicher reagieren können als robustere Dahlien oder Gladiolen.

Kulturen in dieser Gruppe

Dahlia pinnataDAHPI
Gladiolus-HybridenGLAHY
Knollenbegonien-HybridenBEGKH

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie stimmst du den optimalen Behandlungszeitpunkt gegen Botrytis cinerea bei Knollengewächsen ab?

Eine Behandlung sollte präventiv erfolgen, sobald feucht-warme Witterungsperioden drohen oder erste Symptome an den Blättern sichtbar werden. Achte besonders auf verletzte Pflanzenteile nach Hagel oder Schnittmaßnahmen, da der Schaderreger diese Eintrittspforten nutzt. Im geschützten Anbau hilft zudem eine konsequente Klimaführung, um die relative Luftfeuchtigkeit unter 80 % zu halten.

Gilt eine Zulassung für die BVL-Gruppe „Knollengewächse (Zierpflanzen)“ automatisch für alle enthaltenen Kulturen?

Ja, wenn ein Pflanzenschutzmittel für die gesamte Gruppe „Knollengewächse (Zierpflanzen)“ (NNKNG) zugelassen ist, darfst du es auf allen Mitgliedskulturen wie Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien anwenden. Dennoch solltest du vorab auf kleiner Fläche die Kulturverträglichkeit testen, da insbesondere Knollenbegonien eine empfindlichere Kutikula besitzen als Gladiolen.

Was musst du beim Einsatz von Herbiziden gegen Unkräuter wie den Weißen Gänsefuß in diesen Kulturen beachten?

Da Knollengewächse in der Jugendphase sehr empfindlich auf Konkurrenz reagieren, ist eine frühe Unkrautregulierung wichtig. Beim Einsatz von Herbiziden solltest du Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen kombinieren oder abwechseln, um eine Selektion resistenter Biotypen von Chenopodium album oder Apera spica-venti zu verhindern. Beachte stets die spezifischen Vorgaben zu den BBCH-Stadien der Kulturen.

Wie gehst du vor, um bodenbürtige Schaderreger bereits vor dem Pflanzen zu minimieren?

Das wichtigste Werkzeug ist die strenge Selektion des Pflanzguts. Sortiere weiche, faulige oder mechanisch beschädigte Knollen konsequent aus. Zudem solltest du die Flächenhistorie genau prüfen: Vermeide Standorte, auf denen in den Vorjahren starker Befall mit Knollenfäulen auftrat, und halte eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren ein.

Wie findest du im Portal gezielt Pflanzenschutzmittel, die für diese spezielle Gruppe zugelassen sind?

Nutze die Suchfunktion und filtere gezielt nach dem BVL-Kulturcode „NNKNG“ oder dem Begriff „Knollengewächse (Zierpflanzen)“. Das System listet dir dann alle Pflanzenschutzmittel auf, die eine Gruppenzulassung besitzen. Prüfe in den Anwendungsbestimmungen immer die zugelassenen BBCH-Stadien und eventuelle Auflagen zum Schutz von Gewässern oder Nützlingen.