AMSTAF 800 EC
AMSTAF 800 EC ist ein hochwirksames Herbizid-Konzentrat (Formulierungstyp: Emulgierbares Konzentrat, EC) zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel auf Basis des Wirkstoffs Prosulfocarb verfügt es über eine breite Zulassung in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen, darunter Wintergetreide, Kartoffeln, Leguminosen sowie verschiedene Gemüse- und Sonderkulturen.
Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über bedeutende Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm sowie wichtige zweikeimblättrige Unkräuter, darunter die Vogel-Sternmiere, den Efeu-Ehrenpreis, die Purpurrote Taubnessel und den Weißen Gänsefuß. Durch seine flexible Anwendung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf (bis BBCH 14) sichert das Mittel die Bestände bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase gegen ertragsmindernde Konkurrenz ab.
Dank der Formulierung als Emulgierbares Konzentrat lässt sich AMSTAF 800 EC hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Verteilung im Spritztank sowie eine exzellente Benetzung der Bodenoberfläche aus. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Ackerbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Schaderreger im Keimungs- und Auflaufstadium blockiert. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Unkräuter sowie sekundär über die Wurzeln. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff in der Pflanze transportiert und führt zu typischen Deformationen, Wachstumsstillstand und schließlich zum Absterben der Schadpflanzen noch vor oder kurz nach dem Auflaufen. Ein feuchter Boden zum Anwendungszeitpunkt begünstigt die Wirkstoffaufnahme und stabilisiert den Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – wirksam vorzubeugen, sollte AMSTAF 800 EC stets in ein vorausschauendes Fruchtfolge- und Wirkstoffmanagement integriert werden. Da Prosulfocarb der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination in der Spritzfolge mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen. Zudem sollten ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung genutzt werden, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
AMSTAF 800 EC weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern auf. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Boden-Adjuvantien kann die Verteilung und Stabilität des Spritzfilms auf der Bodenoberfläche optimieren, insbesondere bei wechselnden Bodenfeuchtigkeiten. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit AMSTAF 800 EC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Prosulfocarb als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zur Abdriftminderung zwingend beachtet werden. Um den Eintrag in angrenzende Biotope zu minimieren, ist die Anwendung mit abdriftmindernder Düsentechnik durchzuführen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiselinse | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 11–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hanf | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pastinak | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Echte Rispenhirse | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gelbe Lupine | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blaue Lupine | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterheckenzwiebel | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 11–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Echte Rispenhirse | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Bleichsellerie | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollengewächse (Zierpflanzen) | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 10–13 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Meerrettich | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–12 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 12–14 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 11–12 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weiße Lupine | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–3 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Vogel-Sternmiere, Efeu-Ehrenpreis, Purpurrote Taubnessel | 0–9 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für AMSTAF 800 EC im Getreide?
Der beste Bekämpfungserfolg wird im frühen Vorauflauf bis zum Spitzen des Getreides erzielt. Zu diesem Zeitpunkt sind die keimenden Unkräuter besonders empfindlich gegenüber dem Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von AMSTAF 800 EC?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend für die Aktivierung des Wirkstoffs Prosulfocarb. In feuchtem Boden löst sich der Wirkstoff optimal und kann so effizient über die Koleoptile und Wurzeln der keimenden Schaderreger aufgenommen werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreten.
Kann AMSTAF 800 EC auch in Hanglagen eingesetzt werden?
Ja, allerdings müssen bei der Anwendung in Hanglagen die spezifischen BVL-Auflagen zum Schutz von Oberflächengewässern vor Abschwemmung (wie das Belassen einer bewachsenen Randzone) genau beachtet werden, um einen Wirkstoffeintrag in Gewässer zu verhindern.
Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien (00 bis 14) so wichtig?
Die Zulassung begrenzt die Anwendung auf die frühen Entwicklungsstadien, da hier die Selektivität für die Kulturpflanzen am höchsten ist und gleichzeitig die Unkräuter im empfindlichsten Keimstadium erfasst werden. Spätere Behandlungen können zu phytotoxischen Schäden an den Kulturen führen.
Wie lässt sich AMSTAF 800 EC optimal in eine Strategie gegen herbizidresistente Gräser integrieren?
Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen anderen Wirkungsmechanismus als beispielsweise ALS-Hemmer (Gruppe 2) besitzt, eignet es sich hervorragend, um resistente Biotypen des Gemeinen Windhalms zu brechen. Es sollte als Basis im Vorauflauf eingesetzt werden, um den Selektionsdruck nachfolgender Blattbehandlungen zu reduzieren.
Welche Anforderungen gelten für die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe?
Für eine optimale Stabilität der Emulsion sollte sauberes, pH-neutrales bis leicht saures Wasser verwendet werden. Extrem hartes Wasser oder hohe organische Belastungen können die Wirkstoffverteilung im Spritzfilm beeinträchtigen.