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Kultur

Ölrauke

Eruca vesicaria subsp. sativa
ERUVE

Die Gartenruke (Eruca vesicaria subsp. sativa, EPPO-Code: ERUVE), im Handel meist einfach als Rucola oder Senfkohl bezeichnet, hat sich in Mitteleuropa von einer Nischenkultur zu einem festen Bestandteil des professionellen Feldgemüsebaus entwickelt. Als einjährige Kultur aus der Familie der Kreuzblütler zeichnet sie sich durch ein extrem schnelles Wachstum und einen charakteristisch nussig-scharfen Geschmack aus, der durch die enthaltenen Senfölglykoside bestimmt wird. Im Erwerbsanbau wird die Kultur sowohl im Freiland als auch im geschützten Anbau kultiviert, um eine ganzjährige Marktbelieferung zu ermöglichen.

Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit eignet sich die Kultur hervorragend als Vor-, Zwischen- oder Nachkultur in engen Fruchtfolgen. Allerdings verlangt der Anbau aufgrund der engen Verwandtschaft zu anderen Kohlarten eine sorgfältige Nachbauplanung, um die Anreicherung von bodenbürtigen Schaderregern zu verhindern. Besonders die schnelle Blattentwicklung erfordert eine präzise Steuerung von Wasser- und Nährstoffgaben, um eine gleichmäßige, zarte Blattqualität ohne verfrühtes Schossen zu erzielen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis September
Erntefenster
Mai bis Oktober
Reihenabstand
15–20 cm
Typischer Ertrag
1,2–2,0 kg/m²
Wärmesumme (GDD)
850
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Für einen erfolgreichen Anbau der Kultur benötigst du gut strukturierte, humose Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Trockenstress sofort zu einer unerwünschten Schärfe und vorzeitigem Schossen führt. Ein feinkrümeliges Saatbett ist für die flache Aussaat der feinen Samen zwingend erforderlich, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu garantieren. Bei der Stickstoffdüngung musst du vorsichtig agieren: Die Kultur neigt zu einer starken Nitratanreicherung in den Blättern, weshalb du die Düngung streng am tatsächlichen Bedarf und den gesetzlichen Vorgaben ausrichten solltest. Eine moderate Grunddüngung mit reifem Kompost oder organischen Mehrnährstoffdüngern im Vorfeld hat sich im ökologischen Anbau besonders bewährt. Um Verschlämmungen zu vermeiden und die Bodenfeuchte konstant zu halten, ist eine Tröpfchenbewässerung oder eine feinsprühende Überkopfberegnung in den frühen Morgenstunden ideal.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz der Kultur stellen bodenbürtige Pilze wie Sclerotinia sclerotiorum und Botrytis cinerea erhebliche Risiken dar, besonders bei feucht-warmer Witterung und zu dichten Beständen. Du solltest vorbeugend auf weite Reihenabstände und eine bedarfsgerechte, nicht übermäßige Bewässerung achten, um das Mikroklima im Bestand trocken zu halten. Gegen tierische Schaderreger, allen voran Erdflöhe und die Kohlmotte, ist der frühzeitige Einsatz von Kulturschutznetzen direkt nach der Saat die effektivste mechanische Barriere. Sollte eine chemische Behandlung notwendig werden, musst du unbedingt die kurzen Wartezeiten der zugelassenen Pflanzenschutzmittel beachten, da zwischen der letzten Anwendung und der Ernte oft nur wenige Tage liegen. Ein konsequentes Unkrautmanagement im Vorfeld ist entscheidend, da Fremdkräuter bei der maschinellen Ernte kaum selektiert werden können.

Sorten

Astro

Sehr früh

Hoher Ertrag im ersten Schnitt durch schnellen Masseaufbau.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Erdflöhe

Sehr raschwüchsige Sorte mit breiten, leicht gezahnten Blättern und mild-würzigem Geschmack. Ideal für den frühen Freilandanbau.

Speedy

Extrem früh

Sehr verlässlicher Ertrag auch bei kurzen Kulturzeiten von unter 30 Tagen.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Sclerotinia

Schnellste Sorte am Markt, aufrechter Wuchs erleichtert die maschinelle Ernte. Zeigt eine geringere Schossneigung im Sommer.

Runway

Früh

Gute Erträge im Mehrfachschnitt-Verfahren.

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr aufrecht wachsende Sorte mit tief geschlitzten Blättern. Sehr gut für den maschinellen Schnitt geeignet.

Pronto

Mittelfrüh

Konstant hohe Erträge über die gesamte Freilandsaison.

Anfällig für: Sclerotinia, Erdflöhe

Wüchsige Selektion mit dunkelgrünen, stark gefiederten Blättern und intensivem Aroma. Gute Standfestigkeit.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du die Nitratanreicherung in den Blättern vor der Ernte minimieren?

Da die Kultur zu hoher Nitratspeicherung neigt, solltest du die Ernte bevorzugt an sonnigen Nachmittagen durchführen, da die Kultur unter Lichteinfluss Nitrat aktiv abbaut. Vermeide zudem späte, stoßweise Stickstoffgaben kurz vor dem Erntetermin und passe deine Düngung exakt an den im Boden gemessenen Nmin-Wert an.

Welche Fruchtfolgebeschränkungen musst du beim Anbau dieser Kultur beachten?

Als Kreuzblütler darf die Kultur nicht direkt nach anderen Brassicaceen wie Kohl, Raps oder Radieschen angebaut werden, um die Ausbreitung von Kohlhernie und Sclerotinia-Arten zu verhindern. Halte eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Kreuzblütlern auf derselben Fläche ein.

Wie schützt du deinen Bestand effektiv vor Erdflöhen ohne chemische Pflanzenschutzmittel?

Der wirksamste Schutz ist das lückenlose Auflegen von feinmaschigen Kulturschutznetzen mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mm direkt nach der Aussaat. Zudem hilft es, den Boden durch regelmäßiges Hacken und Feuchthalten in Bewegung zu halten, da Erdflöhe trockene, ungestörte Böden bevorzugen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Sclerotinia?

Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist meist nur bei feucht-warmer Witterung im BBCH-Stadium 14 bis 19 (Blattentwicklung) sinnvoll. Achte penibel auf die Wartezeit des jeweiligen Mittels, da der Zeitraum bis zur Ernte extrem kurz ist; oft ist eine vorbeugende, weite Kulturführung wirksamer.

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