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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Serenade ASO

BVL Zul.-Nr. 007918-00

Serenade ASO ist ein innovatives biologisches Fungizid und Bakterizid auf Basis des nützlichen Bodenbakteriums Bacillus amyloliquefaciens Stamm QST 713. Als flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat) hat sich das Pflanzenschutzmittel fest im modernen, integrierten sowie ökologischen Anbau etabliert. Es zeichnet sich durch ein extrem breites Wirkungsspektrum aus, das sowohl pilzliche Schaderreger als auch bakterielle Infektionen in einer Vielzahl von Kulturen abdeckt, darunter Kernobst, Erdbeeren, Fruchtgemüse und Weinreben.

Das Produkt bietet Landwirten eine hochflexible Lösung für den Pflanzenschutz. Da es keine Rückstandshöchstmengen (MRL) überschreitet und eine sehr kurze Wartezeit aufweist, kann es strategisch bis unmittelbar vor der Ernte eingesetzt werden. Neben der direkten Blattbehandlung gegen oberirdische Schaderreger wie Botrytis oder Echten Mehltau ist Serenade ASO auch für die Bodenanwendung zugelassen, um junge Kulturen vor bodenbürtigen Pilzen zu schützen.

Durch seine hervorragende Kulturverträglichkeit und die einfache Handhabung lässt sich Serenade ASO nahtlos in bestehende Spritzfolgen integrieren. Es stärkt die natürliche Widerstandskraft der Kulturen und sichert die Ertragsqualität in kritischen Phasen der Vegetationsperiode.

Wirkstoffe

Bacillus amyloliquefaciens Stamm QST 713 (vormals B. subtilis)
13.96 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Serenade ASO basiert auf einem komplexen, mehrfachen Wirkungsmechanismus (Multisite-Action), der dem FRAC-Code BM02 zugeordnet ist. Während des Fermentationsprozesses produziert der Stamm QST 713 natürliche Lipopeptide (wie Iturine, Surfactine und Fengycine). Diese Wirkstoffe zerstören bei Kontakt direkt die Zellmembranen der Schaderreger, was zum Zusammenbruch der Keimschläuche und des Myzels von Schadpilzen führt. Zusätzlich besiedeln die lebenden Bakteriensporen nach der Anwendung rasch die Blattoberfläche oder den Wurzelraum der Kultur. Sie bilden dort eine physische Barriere und konkurrieren mit den Schaderregern erfolgreich um Nährstoffe und Lebensraum. Ein dritter Wirkungsvektor ist die Induktion der systemischen Eigenresistenz (SAR) der Kultur: Die Präsenz der Bakterien signalisiert der Kultur eine potenzielle Bedrohung, woraufhin diese eigene Abwehrmechanismen aktiviert und widerstandsfähiger gegen spätere Infektionen wird.

Resistenzmanagement

Aufgrund des physikalisch-biochemischen Multisite-Wirkungsmechanismus der enthaltenen Lipopeptide ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Serenade ASO als extrem gering einzustufen. Das Pflanzenschutzmittel ist daher ein unschätzbares Werkzeug im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Einsatz von Serenade ASO in Spritzfolgen oder als Tankmischpartner kann der Selektionsdruck auf gefährdete, chemisch-synthetische Wirkstoffklassen (wie SDHIs, Triazole oder Strobilurine) effektiv gesenkt und deren Lebensdauer im Markt verlängert werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Serenade ASO weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte darauf geachtet werden, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im Bereich von 6,0 bis 8,0 liegt, um die Stabilität der Lipopeptide nicht zu gefährden. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder hochkonzentrierten Kupferpräparaten sollten vorab auf Verträglichkeit geprüft werden. Es wird empfohlen, Serenade ASO als letzte Komponente in den bereits mit Wasser befüllten Spritztank einzurühren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich Serenade ASO durch ein äußerst anwender- und umweltschonendes Profil aus. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen. Es bestehen keine strengen Gewässerabstandsauflagen, was den Einsatz in sensiblen Gebieten oder Wasserschutzgebieten erleichtert. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Anwendung wird dennoch die übliche persönliche Schutzausrüstung (PPE) empfohlen, um den direkten Kontakt mit den Bakteriensporen zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Salat-ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea60–898 LITER_PER_HECTARE
TomateEchter Mehltau (Oidium neolycopersici)21–698 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliXanthomonas sp.12–498 LITER_PER_HECTARE1T
WeißkohlXanthomonas sp.12–498 LITER_PER_HECTARE1T
KümmelBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum12–898 LITER_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüsePythium-Arten (Pythium spp.), Rhizoctonia solani10 LITER_PER_HECTARE
MöhrePythium violae10 LITER_PER_HECTARE
Arguta-KiwiAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Botrytis-Arten (Botrytis spp.)51–658 LITER_PER_HECTARE
BuchweizenSclerotinia sclerotiorum13–778 LITER_PER_HECTARE1T
SalateBotrytis cinerea13–498 LITER_PER_HECTARE
TomateFusarium-Arten0–1310 LITER_PER_HECTARE
ChicoreeAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
Spinat und verwandte ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Botrytis cinerea21–894 LITER_PER_HECTARE
TopfpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.)0.000800000037997961 LITER_PER_SQUARE_METER
Johannisbeerartiges BeerenobstBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Echte Mehltaupilze51–658 LITER_PER_HECTARE
AuberginePseudomonas syringae, Xanthomonas sp.13–894 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterEchte Mehltaupilze, Botrytis cinerea13–498 LITER_PER_HECTARE
SalateSclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)41–498 LITER_PER_HECTARE
TopfpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.)0.000800000037997961 LITER_PER_SQUARE_METER
SpeisezwiebelBotrytis squamosa12–498 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Fusarium-Arten0–1310 LITER_PER_HECTARE
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Oidium neolycopersici)21–698 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePythium, Rhizoctonia solani0–010 LITER_PER_HECTARE
RosenEchte Mehltaupilze11–855 LITER_PER_HECTARE
Kiwi-ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Echte Mehltaupilze51–658 LITER_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sphaerotheca51–658 LITER_PER_HECTARE
GemüsefenchelPythium8 LITER_PER_HECTARE
AubergineFusarium-Arten0–1310 LITER_PER_HECTARE
ErbseSclerotinia sclerotiorum12–798 LITER_PER_HECTARE1T
ÖlraukeBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum12–898 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiSclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze, Botrytis cinerea13–498 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
SprossgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotium spp.12–498 LITER_PER_HECTARE1T
SalateBotrytis cinerea13–498 LITER_PER_HECTARE
Kiwi-ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Echte Mehltaupilze51–658 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)60–692 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiSclerotinia sclerotiorum, Pythium12–498 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.)0.000800000037997961 LITER_PER_SQUARE_METER
ErdbeereBotrytis cinerea55–898 LITER_PER_HECTARE
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)41–498 LITER_PER_HECTARE
TomatePseudomonas syringae, Xanthomonas sp.13–894 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Echte Mehltaupilze51–658 LITER_PER_HECTARE
HopfenBotrytis-Arten (Botrytis spp.)13–894 LITER_PER_HECTARE1T
Spinat und verwandte ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE1T
BleichsellerieSeptoria-Arten (Septoria spp.)12–498 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Pseudomonas syringae, Xanthomonas sp.13–894 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum12–798 LITER_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sphaerotheca51–858 LITER_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüseAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
FruchtgemüseEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Botrytis-Arten (Botrytis spp.)12–898 LITER_PER_HECTARE1T
Zwiebelgewächse (Zierpflanzen)Botrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum12–858 LITER_PER_HECTARE
Arguta-KiwiAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Botrytis-Arten (Botrytis spp.)51–658 LITER_PER_HECTARE
AubergineBotrytis cinerea21–894 LITER_PER_HECTARE
FruchtgemüseEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Botrytis-Arten (Botrytis spp.)12–898 LITER_PER_HECTARE1T
TomateBotrytis cinerea21–894 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlXanthomonas sp.12–498 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze11–855 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze11–855 LITER_PER_HECTARE
Gemeine NachtkerzeSclerotinia sclerotiorum12–898 LITER_PER_HECTARE1T
WinterheckenzwiebelBotrytis squamosa12–498 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.)0.000800000037997961 LITER_PER_SQUARE_METER
SpeiselinseSclerotinia sclerotiorum12–898 LITER_PER_HECTARE1T
SprossgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Alternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
ZuckerrübeCercospora beticola31–494 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeBotrytis cinerea60–894 LITER_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)11–855 LITER_PER_HECTARE
Salat-ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia sclerotiorum13–498 LITER_PER_HECTARE1T
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum12–798 LITER_PER_HECTARE1T
RadieschenAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum12–498 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineEchter Mehltau (Oidium neolycopersici)21–698 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Blattanwendung von Serenade ASO gegen Botrytis?

Die Behandlung sollte unbedingt präventiv erfolgen, bevor erste Symptome sichtbar sind. Optimale Zeitpunkte in Kulturen wie Erdbeeren oder Weinreben liegen in den sensiblen BBCH-Stadien der Blüte (z. B. BBCH 61 bis 69) sowie in der Phase kurz vor der Ernte, um die Früchte während der Reife und des Transports zu schützen.

Wie wirkt Serenade ASO bei einer Anwendung über den Boden?

Bei der Bodenanwendung (z. B. durch Spritzen auf das Substrat oder über Tröpfchenbewässerung) besiedeln die Bakteriensporen die junge Wurzeloberfläche. Sie wachsen mit der Wurzel mit, bilden einen schützenden Biofilm gegen bodenbürtige Schaderreger wie Pythium-Arten und fördern durch die Freisetzung von Metaboliten gleichzeitig das Wurzelwachstum.

Kann Serenade ASO auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, die im Produkt enthaltenen aktiven Lipopeptide wirken rein chemisch-physikalisch und sind temperaturunabhängig aktiv. Obwohl das aktive Wachstum der Bacillus-Bakterien bei Temperaturen unter 10 °C stagniert, bleibt der schützende Effekt der bereits in der Formulierung vorhandenen Wirkstoffe auf der Kultur voll erhalten.

Welchen Einfluss hat der pH-Wert des Spritzwassers auf die Wirksamkeit?

Für eine optimale Stabilität der Lipopeptide und die Vitalität der Sporen sollte der pH-Wert der Spritzbrühe idealerweise zwischen 6,0 und 8,0 liegen. Extrem saure Bedingungen (unter pH 4,5) oder stark alkalische Verhältnisse können die Struktur der wirksamen Lipopeptide beschädigen und die Effizienz mindern.

Ist Serenade ASO mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln mischbar?

Ja, Serenade ASO ist im Allgemeinen gut mit Kupferpräparaten mischbar, da die Sporenform von Bacillus amyloliquefaciens gegenüber Kupferionen relativ unempfindlich ist. Dennoch sollte die Tankmischung zügig ausgebracht und nicht über längere Zeit (z. B. über Nacht) im Tank stehen gelassen werden.

Wie hilft Serenade ASO bei der Einhaltung von Rückstandsvorgaben im Handel?

Da der Wirkstoff biologischen Ursprungs ist, ist er von den üblichen Rückstandshöchstmengen (MRL) befreit. Durch den Einsatz von Serenade ASO in der späten Phase der Kulturführung (BBCH 81–89) können chemische Behandlungen ersetzt werden, wodurch die Anzahl nachweisbarer chemischer Wirkstoffe im Erntegut aktiv gesenkt wird.