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Colzamid

BVL Zul.-Nr. 00B235-00

Colzamid ist ein bewährtes, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilbarkeit und langanhaltende Bodenwirkung aus. Es wird vor allem im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf eingesetzt, um empfindliche Kulturen wie Raps, Erdbeeren, Feldsalat und Weinreben bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.

Durch den Wirkstoff Napropamid bietet Colzamid eine zuverlässige Basis im Herbizidprogramm. Es erfasst ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schadgräsern und Unkräutern, bevor diese in Konkurrenz mit der Kultur treten können. Die flexible Zulassung in verschiedenen Sonderkulturen und im Ackerbau macht es zu einem vielseitigen Werkzeug für den professionellen Anbauer.

Wirkstoffe

Napropamid
450 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Colzamid enthaltene Wirkstoff Napropamid gehört zur chemischen Gruppe der Acetamide und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (ehemals K3) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was wiederum die Zellteilung und das Streckungswachstum im Keimling blockiert. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und Hypokotyle der keimenden Unkräuter aufgenommen. Da Napropamid vor allem auf keimende Samen wirkt, ist eine Anwendung vor dem Auflaufen der Schaderreger entscheidend. Nach der Aufnahme sterben die betroffenen Unkräuter kurz nach der Keimung oder noch vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ab. Für eine optimale Aktivierung des Wirkstoffdepots im Boden ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Applikation erforderlich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen Unkräutern und Ungräsern vorzubeugen, sollte Colzamid stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung. Da Napropamid der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich in der Fruchtfolge der gezielte Einsatz von Wirkstoffen mit abweichenden Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Colzamid ist im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Bodenherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum bei Bedarf abzurunden. Bei Tankmischungen ist stets auf die physikalische Kompatibilität der Mischungspartner zu achten; ein vorheriger Mischungstest im Kleinen wird empfohlen. Für eine optimale Wirkung sollte die Spritzbrühe auf feuchten, feinkrümeligen Boden ohne grobe Klumpen oder organische Rückstände ausgebracht werden, um eine gleichmäßige Barriere zu bilden. Die Wasserqualität (pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich) unterstützt die Stabilität des Wirkstoffs in der Spritzbrühe.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Colzamid sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden, um Nützlinge im Biotop zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ÖlraukeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.85 LITER_PER_HECTARE
ÖlraukeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.85 LITER_PER_HECTARE
ÖlraukeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.85 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.85 LITER_PER_HECTARE
BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.6 LITER_PER_HECTARE
TabakEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.6 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.75 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Colzamid?

Da Colzamid ein reines Bodenherbizid ist, muss die Anwendung zwingend vor dem Auflaufen der Unkräuter (im Vorauflauf) erfolgen. Der Wirkstoff Napropamid wird über die Wurzeln keimender Pflanzen aufgenommen; bereits etablierte Unkräuter werden nicht mehr ausreichend erfasst.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Colzamid?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation oder zeitnahe Niederschläge nach der Behandlung sind entscheidend. Das Wasser transportiert den Wirkstoff in die Keimzone der Unkräuter und aktiviert den Wirkstofffilm im Boden. Auf extrem trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen.

Kann Colzamid auch bei starker Sonneneinstrahlung ausgebracht werden?

Der Wirkstoff Napropamid ist mäßig lichtempfindlich (photolabil). Bei starker Sonneneinstrahlung und trockenem Boden empfiehlt sich eine flache Einarbeitung in den Boden (ca. 2–3 cm tief) unmittelbar nach der Spritzung, um Wirkstoffverluste durch Photodegradation zu verhindern.

Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Colzamid beachtet werden?

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Napropamid im Boden müssen die Wartezeiten und Nachbaubeschränkungen genau eingehalten werden. Vor dem Anbau von Folgekulturen, die nicht für Napropamid zugelassen sind, ist in der Regel eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um Wirkstoffrückstände zu verdünnen.

Wie lässt sich Colzamid am besten in ein Resistenzmanagement integrieren?

Nutzen Sie Colzamid als Basis im Vorauflauf und kombinieren Sie es bei Bedarf mit Nachauflaufherbiziden anderer HRAC-Klassen (z. B. blattaktiven Wirkstoffen). Vermeiden Sie den wiederholten, alleinigen Einsatz von HRAC-Gruppe 15-Herbiziden auf derselben Fläche in aufeinanderfolgenden Jahren.

Ist Colzamid für den Einsatz in Wasserschutzgebieten geeignet?

Die Anwendung in Wasserschutzgebieten unterliegt den regionalen behördlichen Auflagen. Aufgrund der starken Bodenbindungseigenschaften von Napropamid ist das Risiko einer Auswaschung bei vorschriftsmäßiger Anwendung auf ton- und humusreichen Böden gering, auf sehr leichten Sandböden ist jedoch besondere Vorsicht geboten.