Delan Pro
Delan Pro ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid von BASF, das speziell für den professionellen Einsatz im Weinbau, Kernobstbau sowie in Beerenobst- und Zierpflanzenkulturen entwickelt wurde. Das Pflanzenschutzmittel kombiniert die bewährte Kontaktwirkung von Dithianon mit der systemischen Aktivität von Kaliumphosphonat. Diese innovative Formulierung als Suspensionskonzentrat bietet einen hervorragenden Schutz vor einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten und zeichnet sich durch eine exzellente Regenfestigkeit aus.
Im Weinbau bildet das Produkt das Fundament zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) sowie der Schwarzfäule. Im Kernobstbau sichert es die Kulturen zuverlässig gegen Schorf (Venturia spp.) ab. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen schützt Delan Pro die Kultur nicht nur von außen, sondern stärkt auch die inneren Abwehrkräfte der Pflanze, was besonders in Phasen des schnellen Zuwachses von entscheidender Bedeutung ist.
Dank des breiten Zulassungsfensters von BBCH 15 bis BBCH 95 lässt sich das Mittel flexibel in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Neben Weinreben und Kernobst profitieren auch Beerenobstkulturen wie Johannisbeeren und Stachelbeeren sowie Rosen im Zierpflanzenbau von der breiten Wirkung gegen Rostpilze, Blattfallkrankheiten und Sternrußtau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Delan Pro basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel seiner zwei aktiven Wirkstoffe. Dithianon gehört zur FRAC-Gruppe M09 (Multi-Site-Inhibitoren). Als Kontaktwirkstoff verbleibt es auf der Pflanzenoberfläche und verhindert dort die Sporenkeimung sowie das Eindringen der Pilzhyphen in das Gewebe. Da Dithianon gleichzeitig an mehreren Stellen im Stoffwechsel des Schaderregers ansetzt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Der zweite Wirkstoff, Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07), wirkt vollsystemisch. Nach der Applikation wird er rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur verteilt. Kaliumphosphonat wirkt zum einen direkt toxisch auf den Schaderreger, zum anderen induziert es die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen (induzierte systemische Resistenz). Diese Kombination aus passivem Oberflächenschutz und aktiver innerer Abwehr sorgt für einen lückenlosen Schutz der behandelten Kulturen.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination des Multi-Site-Inhibitors Dithianon (FRAC M09) mit dem pflanzenstärkenden Systemwirkstoff Kaliumphosphonat (FRAC P07) besitzt Delan Pro ein inhärent sehr niedriges Resistenzrisiko. Um diese hohe Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHIs oder Strobilurinen) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist dabei strikt einzuhalten, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Delan Pro weist eine gute Mischbarkeit mit den meisten gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern auf. Dennoch sollte von Mischungen mit stark alkalischen Produkten, kupferhaltigen Präparaten oder bestimmten mineralölhaltigen Formulierungen abgesehen werden, da diese Kombinationen unter ungünstigen Witterungsbedingungen (z. B. langsame Abtrocknung) zu Blattschäden führen können. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge zu achten, und die Spritzbrühe sollte umgehend ausgebracht werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Delan Pro ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, zu tragen. Das Produkt ist als gewässergefährdend eingestuft; daher müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und driftreduzierenden Maßnahmen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen ist eine Abdrift auf angrenzende Flächen zu vermeiden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Baumschulgehölzpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 15–83 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weinrebe | Schwarzfäule (Guignardia bidwellii) | 15–83 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Birne | Schorf (Venturia spp.) | 53–81 | 0.83 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 35T |
| Apfel | Schorf (Venturia spp.) | 53–81 | 0.83 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 35T |
| Weiße Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola) | 91–95 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Rostpilze | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schwarze Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola) | 91–95 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Rostpilze | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Quitte | Schorf (Venturia spp.) | 53–81 | 0.83 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 35T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 15–83 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Stachelbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola) | 91–95 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Schwarzfäule (Guignardia bidwellii) | 15–83 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Rosen | Sternrußtau (Diplocarpon rosae) | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rote Johannisbeere | Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola) | 91–95 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie unterstützt die systemische Komponente von Delan Pro den Neuzuwachs?
Das enthaltene Kaliumphosphonat wird nach der Behandlung schnell von den Blättern absorbiert und transportiert sich systemisch in der gesamten Kultur. Dadurch werden auch Blätter und Triebe, die sich erst nach der Spritzung entfalten, von innen heraus vor Infektionen geschützt.
Warum ist Delan Pro besonders regenstabil?
Dithianon bildet nach dem Antrocknen einen extrem haftfesten Belag auf der Pflanzenoberfläche, der sich kaum durch Niederschläge abwaschen lässt. Gleichzeitig dringt das Kaliumphosphonat rasch in das Pflanzengewebe ein, wodurch beide Wirkstoffe bereits kurz nach der Applikation hervorragend gegen Regen geschützt sind.
Kann Delan Pro auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?
Ja, die Wirkung von Delan Pro ist weitgehend temperaturunabhängig. Das Pflanzenschutzmittel kann daher bereits sehr früh in der Saison ab dem BBCH-Stadium 15 eingesetzt werden, wenn kühle und feuchte Bedingungen den Primärinfektionen von Schorf oder Falschem Mehltau entgegenkommen.
Was muss bei der Wartezeit bis zur Ernte beachtet werden?
Die Wartezeit von Delan Pro liegt je nach Kultur und Anwendungsbereich zwischen 35 und 42 Tagen. Diese Fristen sind im professionellen Anbau exakt einzuhalten, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden und im Weinbau eine störungsfreie Gärung des Mostes zu gewährleisten.
Welche Vorteile bietet der Multi-Site-Wirkstoff Dithianon für das Antiresistenzmanagement?
Da Dithianon (FRAC M09) gleichzeitig an verschiedenen biologischen Prozessen der Pilzzelle ansetzt, ist es für den Schaderreger nahezu unmöglich, eine Resistenz zu entwickeln. Dies macht Delan Pro zu einem idealen Partner in Spritzfolgen, um auch die Wirksamkeit anderer, resistenzgefährdeter Systemfungizide zu schützen.
Sind bei der Anwendung im Weinbau Mischungen mit Schwefel möglich?
Mischungen mit Netzschwefel zur gleichzeitigen Bekämpfung des Echten Mehltaus (Oidium) sind in der Praxis üblich und im Regelfall gut verträglich. Dennoch sollte bei extremen Temperaturen über 25 °C auf solche Mischungen verzichtet werden, um das Risiko von Verbrennungen an den Kulturen zu minimieren.