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AFEPASA GREENHOUSE SULPHUR TABLETS

BVL Zul.-Nr. 00A990-00

AFEPASA GREENHOUSE SULPHUR TABLETS ist ein hochreines Pflanzenschutzmittel auf Basis von elementarem Schwefel (995 g/kg), das speziell für den Einsatz unter Glas und in geschlossenen Gewächshäusern entwickelt wurde. Als Formulierung in Tablettenform ist es für die thermische Verdampfung (Sublimation) optimiert. Diese Methode ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs im gesamten Raumvolumen, wodurch auch schwer zugängliche Pflanzenteile und dichte Bestände zuverlässig erreicht werden.

Das primäre Einsatzgebiet dieses Pflanzenschutzmittels ist die präventive und kurative Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen (einschließlich Sphaerotheca pannosa) in einer Vielzahl von Zierpflanzen- und Gemüsekulturen im geschützten Anbau. Durch die physikalisch-chemische Wirkung des Schwefeldampfes wird die Keimung und Ausbreitung der Pilzsporen effektiv unterbunden, was das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Gewächshausmanagement macht.

Wirkstoffe

Schwefel
995 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Kontaktaktivität) eingestuft. Bei der thermischen Verdampfung sublimiert der Schwefel und lagert sich als feinster Belag auf den Oberflächen der Kulturen ab. Der Wirkstoff dringt in die Pilzzellen ein, wo er als Elektronenakzeptor in der Atmungskette fungiert und lebenswichtige metabolische Prozesse stört. Dies führt zur Zerstörung der Zellmembranen und zum Absterben des Schaderregers. Da Schwefel an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Pilze gleichzeitig angreift (Multi-Site-Wirkung), ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung äußerst gering. Es wirkt sowohl protektiv, indem es das Auskeimen der Sporen verhindert, als auch kurativ gegen bereits etablierte Myzelien an der Blattoberfläche.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M02) besteht bei der Anwendung von Schwefel praktisch kein Risiko für eine Resistenzbildung durch die Schaderreger. AFEPASA GREENHOUSE SULPHUR TABLETS eignen sich daher hervorragend für das Resistenzmanagement im geschützten Anbau. Sie können strategisch im Wechsel mit organischen, einortig wirkenden Fungiziden eingesetzt werden, um deren Wirksamkeit langfristig zu sichern und den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da dieses Pflanzenschutzmittel gasförmig über spezielle Verdampfer (Sulfur Evaporators) ausgebracht wird, entfällt die klassische Tankmischung in flüssiger Form. Dennoch ist die Kompatibilität im Gewächshausklima zu beachten: Die Verdampfung sollte nicht zeitgleich mit der Ausbringung von Nützlingen oder direkt nach Behandlungen mit ölhaltigen Pflanzenschutzmitteln erfolgen, da dies zu Phytotoxizität führen kann. Ein zeitlicher Abstand von mindestens 14 Tagen zu Ölbehandlungen wird dringend empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Einsatz im Gewächshaus steht der Anwenderschutz im Vordergrund. Während der Verdampfung und der anschließenden Einwirkzeit darf das Gewächshaus nicht betreten werden; nach der Behandlung ist eine gründliche Lüftung zwingend erforderlich. Da die Anwendung im geschlossenen Raum stattfindet, ist das Risiko für Nichtzielorganismen wie Bienen und aquatische Ökosysteme im Freiland minimal. Dennoch sind die spezifischen BVL-Auflagen zum Atemschutz und zu den Wartezeiten für das Wiederbetreten der Kulturen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ErdbeereEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)0.32 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
FruchtgemüseEchte Mehltaupilze0.064 KILOGRAM_PER_HECTARE
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
SprossgemüseEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlgemüseEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
ArzneipflanzenEchte Mehltaupilze0.128 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze0.128 KILOGRAM_PER_HECTARE
BlattgemüseEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateEchte Mehltaupilze0.064 KILOGRAM_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze0.032 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Ausbringung der Schwefeltabletten im Gewächshaus genau?

Die Tabletten werden in speziellen elektrischen Schwefelverdampfern (Sulfurators) erhitzt. Durch die Wärme sublimiert der Schwefel direkt vom festen in den gasförmigen Zustand und verteilt sich als feiner Nebel im geschlossenen Raum, wo er sich auf den Blättern der Kulturen niederschlägt.

Welche Rolle spielt die Temperatur im Gewächshaus bei der Anwendung?

Die Verdampfer regeln die Heiztemperatur intern, um eine optimale Sublimation ohne Verbrennung des Schwefels zu gewährleisten. Für die Pflanzenverträglichkeit ist es jedoch wichtig, die Anwendung in den kühleren Abend- oder Nachtstunden durchzuführen, um Verbrennungen (Phytotoxizität) bei starker Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Kann das Produkt in Kombination mit biologischem Pflanzenschutz (Nützlingen) eingesetzt werden?

Schwefelrückstände können auf einige Nützlinge (wie Raubmilben oder Schlupfwespen) eine abschreckende oder leicht schädigende Wirkung haben. Es wird empfohlen, die Verdampfung zeitlich so zu steuern, dass Nützlingspopulationen sich etablieren können, oder den Einsatz in Phasen geringerer Nützlingsaktivität zu verlegen.

Warum ist der Abstand zu Behandlungen mit Ölen so wichtig?

Schwefel und Öle (z. B. Paraffinöl oder Rapsöl) reagieren auf der Blattoberfläche phytotoxisch. Wenn beide Wirkstoffe innerhalb kurzer Zeit zusammentreffen, kann dies zu schweren Blattverbrennungen und Ertragsverlusten bei den Kulturen führen. Ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Wochen ist einzuhalten.

Wie wird die optimale Anzahl an Verdampfern pro Quadratmeter ermittelt?

Die Anzahl der benötigten Verdampfer hängt vom Raumvolumen des Gewächshauses und der Leistung des jeweiligen Geräts ab. Typischerweise wird ein Verdampfer für eine Fläche von 100 bis 150 m² eingeplant, um eine homogene Wirkstoffkonzentration in der Luft zu garantieren.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Luftfeuchtigkeit während der Anwendung?

Eine moderate bis niedrige Luftfeuchtigkeit begünstigt die gleichmäßige Verteilung des Schwefeldampfes. Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit oder kondensierendem Wasser auf den Blättern kann die Haftung des Schwefelbelags beeinträchtigt werden, was die Schutzwirkung reduziert.