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Kultur

Rübsen

Brassica rapa subsp. oleifera
BRSRO

Der Rübsen (Brassica rapa subsp. oleifera), im internationalen Handelsverkehr unter dem EPPO-Code BRSRO geführt, ist eine traditionsreiche und äußerst winterharte Ölsaat aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Im Vergleich zum eng verwandten Raps zeichnet sich diese Kultur durch eine deutlich kürzere Vegetationszeit, eine ausgeprägte Frosthärte und geringere Ansprüche an Boden und Klima aus. Dies macht den Rübsen zu einer wertvollen Alternative für Grenzstandorte, Höhenlagen sowie für späte Aussaattermine im Herbst.

Unterschieden wird hauptsächlich zwischen Winterrübsen und Sommerrübsen, wobei in Mitteleuropa der Winterrübsen die weitaus größere wirtschaftliche Bedeutung besitzt. Die Kultur reift im Sommer etwa zwei bis drei Wochen vor dem Winterraps ab, was die Arbeitsspitzen bei der Ernte entzerrt und eine hervorragende Vorfruchtwirkung für nachfolgende Wintergetreidekulturen entfaltet. Das gewonnene Öl wird sowohl im Ernährungsbereich als auch als nachwachsender Rohstoff genutzt, während der Presskuchen ein hochwertiges, eiweißreiches Futtermittel darstellt.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte August bis Anfang September
Erntefenster
Anfang bis Mitte Juli
Reihenabstand
12–25 cm
Typischer Ertrag
2,0–3,0 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1450 °C
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Der Rübsen stellt im Vergleich zum Raps deutlich geringere Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit und gedeiht auch auf leichteren, sandigen oder flachgründigen Standorten gut. Ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ist jedoch für den feinsamigen Keimling essenziell, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern. Da die Kultur eine Pfahlwurzel ausbildet, solltest du tiefe Bodenverdichtungen vor der Aussaat mechanisch lockern. Die Grunddüngung mit Phosphor und Kalium erfolgt idealerweise organisch oder mineralisch im Herbst, während die Stickstoffgabe im Frühjahr an den tatsächlichen Bedarf und die Ertragserwartung angepasst werden muss, um Lagerbildung zu vermeiden.

Schaderreger-Management

Im integrierten Pflanzenschutz stehen beim Rübsen ähnliche Schaderreger wie beim Raps im Fokus, wobei der Befallsdruck aufgrund der früheren Abreife oft geringer ausfällt. Zu den wichtigsten Pilzkrankheiten gehören die Sclerotinia-Stängelfäule und die Alternaria-Schwärze, gegen die bei feucht-warmer Witterung zur Blüte gezielte Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sollten. Unter den tierischen Schädlingen erfordert der Kohlschotenrüssler besondere Aufmerksamkeit, da seine Einstiche zudem Eintrittspforten für Pilze bieten. Durch regelmäßige Feldkontrollen und das Aufstellen von Gelbschalen kannst du den optimalen Behandlungszeitpunkt exakt bestimmen und unnötige Anwendungen vermeiden.

Sorten

Legato

Früh

Sehr ertragsstabil auf leichten Standorten mit hohem Ölgehalt.

Resistent gegen: Winterfrost, Trockenheit

Anfällig für: Sclerotinia-Stängelfäule, Alternaria-Schwärze

Sehr winterharte Sorte mit schneller Jugendentwicklung im Herbst.

Largo

Mittel

Gute Kornerträge bei gleichzeitig hoher Biomassebildung.

Resistent gegen: Lagerung, Winterfrost

Anfällig für: Phoma

Robuste Sorte mit guter Standfestigkeit und breiter Bodenanpassung.

Komet

Sehr früh

Hervorragend geeignet für extrem kurze Vegetationszeiten.

Resistent gegen: Auswintern

Anfällig für: Kohlschotenrüssler

Extrem frühreife Sorte, ideal für raue Lagen und späte Aussaaten.

Perko PVH

Mittelspät

Hauptsächlich als Futterrübsen genutzt, extrem hoher Grünmasseertrag.

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Echter Mehltau

Bekannter tetraploider Rübsenhybrid, der vor allem als Futterpflanze genutzt wird.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Düngung von Rübsen im Vergleich zu Winterraps?

Rübsen hat einen deutlich geringeren Stickstoffbedarf als Winterraps. Du solltest im Frühjahr maximal 100 bis 120 kg N/ha einplanen, aufgeteilt in zwei Gaben. Eine Überdüngung führt schnell zu Lagerigkeit und erschwert die Ernte erheblich, ohne den Ertrag nennenswert zu steigern.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Sclerotinia beim Rübsen?

Die kritische Phase liegt in der Vollblüte (BBCH 65). Wenn zu diesem Zeitpunkt feucht-warme Witterung herrscht, solltest du eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchführen. Da Rübsen früher blüht als Raps, musst du deine Bestände entsprechend zeitiger kontrollieren.

Wie kann ich den Befall durch den Kohlschotenrüssler zuverlässig überwachen?

Nutze ab dem Knospenstadium (BBCH 51) gelbe Fangschalen auf Bestandshöhe und führe regelmäßig Klopfproben durch. Der Richtwert für eine Behandlung liegt bei etwa einem Käfer pro Pflanze im Durchschnitt. Achte darauf, nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel zu wählen, um Bestäuber zu schützen.

Warum eignet sich Rübsen besonders gut als Vorfrucht in der Fruchtfolge?

Durch die sehr frühe Ernte (oft schon Anfang Juli) hinterlässt Rübsen eine gäre, unkrautfreie Gare und gibt dir reichlich Zeit für die Bodenbearbeitung vor der Folgesaat. Zudem hinterlässt die tiefe Pfahlwurzel gut erschlossene Bodenkanäle, wovon nachfolgendes Wintergetreide stark profitiert.

Kann ich Rübsen auch als reine Zwischenfrucht zur Gründüngung nutzen?

Ja, Rübsen eignet sich hervorragend als schnellwachsende Zwischenfrucht. Wenn du ihn zur Gründüngung anbaust, friert er im Winter meist sicher ab und hinterlässt eine leicht einzuarbeitende Mulchschicht. Achte jedoch darauf, in rapsreichen Fruchtfolgen wegen der Übertragung von Kohlhernie auf den Anbau zu verzichten.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel für Rübsen?

Nutze einfach unsere Produktsuche und filtere nach der Kultur 'Rübsen' sowie dem spezifischen Schaderreger, wie etwa Alternaria oder Sclerotinia. Achte bei der Auswahl auf die aktuellen Zulassungsbestimmungen des BVL, die einzuhaltenden Aufwandmengen und die vorgeschriebene Wartezeit vor der Ernte.