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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

JOUST

BVL Zul.-Nr. 00A972-00

JOUST ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen. Als flüssige Formulierung konzipiert, hat sich das Produkt als verlässlicher Standard im modernen Ackerbau etabliert. Es schützt sowohl Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale als auch Raps und andere Kreuzblütler effektiv vor ertragsmindernden Schaderregern.

Durch seine hervorragende systemische Verteilung bietet JOUST einen langanhaltenden Schutz für die behandelten Kulturen. Im Raps liegt der Schwerpunkt auf der Kontrolle wirtschaftlich bedeutender Krankheiten wie der Weißstängeligkeit und der Wurzelhals- und Stängelfäule. Im Getreidebau zeigt das Mittel eine herausragende Stärke gegen Blatt- und Ährenkrankheiten, wodurch die Vitalität der Bestände und die Kornqualität bis zur Ernte gesichert werden.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in JOUST enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne die Produktion von Ergosterol, einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran, wird das Wachstum der Keimschläuche, Appressorien und des Myzels nachhaltig gestört. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben hin, in den Blättern. Diese systemischen Eigenschaften ermöglichen sowohl eine vorbeugende (protektive) als auch eine abstoppende (kurative) Wirkung, da bereits im Gewebe etablierte Pilzstrukturen effektiv in ihrer Weiterentwicklung gehindert werden.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Pilzstämme vorzubeugen, ist JOUST im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einzusetzen. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, sollte die Anwendung stets im Wechsel oder in Kombination mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen erfolgen, wie beispielsweise SDHI-Inhibitoren (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Zudem ist es ratsam, die Behandlungen primär präventiv bei einsetzendem Infektionsdruck durchzuführen und die maximal empfohlene Anzahl an Anwendungen pro Kultur und Saison konsequent einzuhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

JOUST zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die in den zugelassenen Kulturen Verwendung finden. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt und das Rührwerk aktiviert werden, bevor die einzelnen Mischpartner nacheinander hinzugegeben werden. Bei Kombinationen mit Wachstumsreglern ist auf die Witterung zu achten, um phytotoxische Reaktionen bei extremen Temperaturschwankungen zu vermeiden. Ein vorheriger Mischungsversuch im Kleinen wird generell empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von JOUST sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zur Schonung der Umwelt strikt zu beachten. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) während der Befüllung und des Spritzvorgangs ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die vorgegebenen Abdrift- und Grenzabstände zu Oberflächengewässern eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen und Unkräutern während des Bienenflugs minimiert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)20–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei)30–610.6 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)20–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
Senf-ArtenCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
LeindotterCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei)30–610.6 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
OelrettichCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
KrambeCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommertriticaleFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
RübsenCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Echter Mehltau (Erysiphe cruciferarum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–610.6 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–610.6 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsAlternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia (Weißstängeligkeit) im Raps?

Die gezielte Behandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum erfolgt am besten während der Vollblüte (BBCH 61 bis 65). Da die Infektion meist über herabfallende Blütenblätter initiiert wird, die in den Blattachseln hängen bleiben, bietet eine präventive Applikation in diesem Zeitfenster den effektivsten Schutz für die Rapspflanzen.

Wie verhält sich JOUST bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Prothioconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung eine aktive Stoffwechselaktivität der Kultur. Anwendungen bei sehr niedrigen Temperaturen (unter 5–8 °C) sollten vermieden werden, da die Wirkstoffaufnahme und der Transport in der Pflanze verlangsamt sind. Ideal sind wüchsige Wetterbedingungen.

Kann JOUST zur Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen eingesetzt werden?

Ja, das Produkt besitzt eine hervorragende Wirkung gegen Fusarium-Arten. Für einen optimalen Schutz der Ähre und zur Reduzierung von Mykotoxinen im Erntegut sollte die Behandlung gezielt in die Blüte (BBCH 61 bis 69) gelegt werden, idealerweise unmittelbar vor oder bis zu zwei Tage nach einem Infektionsereignis (Niederschlag).

Welche Rolle spielt JOUST im Resistenzmanagement von Getreidekrankheiten?

Als Triazol-Fungizid (FRAC-Gruppe 3) ist JOUST ein wichtiger Baustein, um Resistenzen gegen andere Wirkstoffklassen wie SDHIs oder Strobilurine zu verhindern. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte es stets im Wechsel oder in Kombination mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit von JOUST bei der Applikation?

JOUST ist relativ unempfindlich gegenüber moderaten Schwankungen des pH-Werts im Spritzwasser. Dennoch empfiehlt sich die Verwendung von sauberem, neutralem bis leicht saurem Wasser (pH 5,5 bis 6,5), um eine optimale Stabilität der Spritzbrühe und eine rasche Wirkstoffaufnahme über die Kutikula zu gewährleisten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterraps oder Wintergerste) und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort erhalten Sie eine aktuelle Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen.