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OTHER · QEMETICA Agricultural Solutions Poland

Leptostar

BVL Zul.-Nr. 00B524-00

Leptostar ist ein hochwirksames, systemisches Insektizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums saugender und beißender Schaderreger in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen. Als flüssige Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Acetamiprid bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Sofort- und Dauerwirkung. Es hat sich im modernen Ackerbau, insbesondere im Raps- und Getreideanbau, als fester Baustein etabliert.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Schädlinge wie den Rapsglanzkäfer, den Rapsstängelrüssler, den Gefleckten Kohltriebrüssler sowie die Kohlschotenmücke und den Kohlschotenrüssler im Raps. Im Getreide schützt Leptostar die Bestände effektiv vor Getreidehähnchen und Getreidewanzen. Durch seine systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff schnell in der Kultur verteilt, wodurch auch versteckt sitzende Schaderreger sowie nachwachsende Pflanzenteile erfasst werden.

Wirkstoffe

Acetamiprid
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Acetamiprid gehört zur chemischen Klasse der Neonicotinoide und ist in die IRAC-Gruppe 4A eingestuft. Er wirkt als Agonist an den postsynaptischen nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) des Nervensystems der Insekten. Dies führt zu einer kontinuierlichen Reizübertragung, die letztlich eine Übererregung, Lähmung und den Tod des Schädlings verursacht. Leptostar zeichnet sich durch eine ausgeprägte systemische und translaminare Aktivität aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird mit dem Saftstrom akropetal (nach oben) transportiert. Schaderreger nehmen den Wirkstoff sowohl durch direkten Kontakt bei der Spritzung als auch systemisch durch die Aufnahme von Pflanzensaft oder Pflanzengewebe (Fraß- und Saugwirkung) auf.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer, wirksam vorzubeugen, muss Leptostar im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 4A ist zu vermeiden. Stattdessen sollte ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden anderer Wirkmechanismen durchgeführt werden. Zudem sind die empfohlenen Aufwandmengen stets voll auszuschöpfen, um die Selektion teilresistenter Individuen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Leptostar ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Bei Mischungen mit borhaltigen Düngemitteln oder bestimmten Fungiziden (wie Azolen im Raps) ist jedoch auf die genaue Einhaltung der Mischreihenfolge und die Wassertemperatur zu achten. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Leptostar ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Acetamiprid weist im Vergleich zu älteren Neonicotinoiden ein günstigeres ökotoxikologisches Profil auf; dennoch sind strenge Auflagen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen einzuhalten. Abdriftmindernde Technik und die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsflächen zu Oberflächengewässern sind zwingend erforderlich. Bezüglich des Bienenschutzes ist das Pflanzenschutzmittel bei Einhaltung der anwendungsspezifischen Vorgaben als bienenungefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während der Blütezeit ermöglicht.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerrapsRapsstängelrüssler20–590.2 LITER_PER_HECTARE
Schwarzer SenfRapsstängelrüssler20–590.2 LITER_PER_HECTARE
EinkornGetreidewanze30–590.2 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
SenfKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenGetreidehähnchen (Lema sp.)37–650.2 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
RübsenKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
TabakBlattläuse, Zwiebelthrips31–390.125 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleGetreidewanze30–590.2 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfRapsstängelrüssler20–590.2 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGetreidewanze30–590.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGefleckter Kohltriebrüssler30–590.2 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGetreidehähnchen (Lema sp.)37–650.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsRapsglanzkäfer30–690.2 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleGetreidehähnchen (Lema sp.)37–650.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
RübsenKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
RübsenRapsstängelrüssler20–590.2 LITER_PER_HECTARE
EinkornGetreidehähnchen (Lema sp.)37–650.2 LITER_PER_HECTARE
EmmerGetreidewanze30–590.2 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenGetreidewanze30–590.2 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
Schwarzer SenfKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
Schwarzer SenfKohlschotenmücke59–710.2 LITER_PER_HECTARE
SenfRapsstängelrüssler20–590.2 LITER_PER_HECTARE
TabakBlattläuse, Zwiebelthrips40–850.125 LITER_PER_HECTARE
SenfKohlschotenrüssler59–710.2 LITER_PER_HECTARE
EmmerGetreidehähnchen (Lema sp.)37–650.2 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisGrüne Blattwanzenarten51–650.2 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsRapsstängelrüssler30–590.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Leptostar gegen den Rapsstängelrüssler?

Die Behandlung sollte im zeitigen Frühjahr erfolgen, sobald die Schadschwellen überschritten sind und die Temperaturen tagsüber stabil über 5–8 °C steigen, was den Zuflug der Käfer auslöst. Die Gelbschalenkontrolle ist hierbei das wichtigste Entscheidungswerkzeug für den optimalen Behandlungstermin.

Kann Leptostar während der Rapsblüte angewendet werden?

Ja, aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs Acetamiprid als bienenungefährlich (B4) ist eine Anwendung in den zugelassenen Kulturen auch während der Blütezeit möglich. Dennoch sollte die Applikation zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern bevorzugt in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug erfolgen.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Leptostar?

Leptostar zeigt eine hervorragende Temperaturstabilität. Im Gegensatz zu vielen Pyrethroiden, deren Wirkung bei Temperaturen über 20 °C stark nachlässt, behält Acetamiprid auch bei wärmeren Bedingungen im Spätfrühling und Sommer seine volle Wirksamkeit.

Welche Rolle spielt die systemische Wirkung bei der Bekämpfung der Kohlschotenmücke?

Da die Larven der Kohlschotenmücke geschützt im Inneren der Rapsschoten fressen, sind sie für reine Kontaktmittel schwer erreichbar. Die systemische Wirkung von Leptostar sorgt dafür, dass der Wirkstoff in das Gewebe der Schote eindringt und die Larven direkt bei der Nahrungsaufnahme erfasst.

Wie lässt sich Leptostar optimal in eine Strategie zur Vermeidung von Pyrethroid-Resistenzen beim Rapsglanzkäfer integrieren?

Da in vielen Regionen Deutschlands bereits weit verbreitete Resistenzen des Rapsglanzkäfers gegen Pyrethroide vorliegen, stellt Leptostar (IRAC-Gruppe 4A) ein unverzichtbares Werkzeug dar. Es sollte gezielt dann eingesetzt werden, wenn Pyrethroide keine ausreichende Wirkung mehr zeigen oder der Befallsdruck zur Knospenbildung besonders hoch ist.

Was muss bei der Wasserhärte und dem pH-Wert der Spritzbrühe beachtet werden?

Acetamiprid ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5,5 bis 7,0) am stabilsten. Bei sehr alkalischem Brunnenwasser (pH > 8) kann es zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs in der Spritze kommen. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines pH-Puffers oder Konditionierers vor der Zugabe des Insektizids.