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OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Abran

BVL Zul.-Nr. 00A657-63

Abran ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Winterraps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist als flüssiges Formulierungskonzentrat formuliert, das sich hervorragend in der Spritzbrühe verteilt und schnell in das Pflanzengewebe der Kulturen eindringt.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende wirtschaftliche Krankheiten im Getreidebau wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Haferkronenrost), Echten Mehltau, Rhynchosporium secalis sowie die Halmbruchkrankheit und Ährenfusariosen. Im Winterraps schützt Abran die Kulturen zuverlässig vor Ertragsräubern wie der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) und der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum).

Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur bietet Abran einen langanhaltenden Schutz für den Neuzuwachs. Es stellt ein wichtiges Fundament in modernen Pflanzenschutzstrategien dar, um die Ertragsleistung und Kornqualität abzusichern.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze durch die Hemmung des Enzyms Lanosterol-14α-Demethylase. Ohne Ergosterol verlieren die Zellmembranen der Schaderreger ihre Stabilität und Funktionalität, was letztlich zum Absterben des Pilzmyzels führt. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verlagerung), schützt es nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern verteilt sich auch in neu nachwachsenden Blättern. Die ausgeprägte kurative Wirkung ermöglicht es zudem, bereits latente Infektionen in einem frühen Stadium erfolgreich zu stoppen, bevor sichtbare Symptome auf dem Feld auftreten.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte Abran stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge nicht reduziert werden, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Abran zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander in den zu Dreiviertel mit Wasser gefüllten Spritztank gegeben werden, wobei Abran idealerweise zuerst gelöst wird. Die Verwendung von ausreichend Wasser (üblicherweise 200–400 l/ha) sichert eine homogene Benetzung der Kulturen, insbesondere bei dichten Beständen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Abran ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da der Wirkstoff Prothioconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs in blühenden Beständen durchgeführt werden können.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt kann der systemische Wirkstoff optimal an der Halmbasis wirken, bevor der Erreger tief in das Gewebe eindringt und die Standfestigkeit der Kultur gefährdet.

Wie wirkt Abran gegen Fusarium-Arten in der Ähre?

Zur gezielten Behandlung von Fusarium-Arten muss die Anwendung während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Abran schützt die Ähre protektiv vor Infektionen durch Sporenflug und reduziert signifikant die Mykotoxinbelastung (wie Deoxynivalenol) im Erntegut, was für die Vermarktung als Back- oder Braugetreide entscheidend ist.

Kann Abran im Winterraps auch zur Wachstumsregulierung eingesetzt werden?

Obwohl Abran primär ein Fungizid zur Bekämpfung von Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) ist, besitzt Prothioconazol im Vergleich zu reinen Azol-Wachstumsreglern nur einen milden einkürzenden Effekt. Für eine ausgeprägte Halmverkürzung oder Erhöhung der Winterhärte im Herbst empfiehlt sich eine gezielte Tankmischung mit einem dafür registrierten Wachstumsregler.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von Abran?

Prothioconazol ist in einem breiten pH-Bereich stabil, jedoch begünstigt leicht saures bis neutrales Spritzwasser (pH 5,5 bis 7,0) die Stabilität und Aufnahme des Wirkstoffs. Bei sehr hartem Wasser kann der Zusatz eines geeigneten Konditionierers die Benetzung und das Eindringen in die Wachsschicht der Blätter optimieren.

Wie verhält sich Abran bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Abran entfaltet seine Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 °C, sofern die Pflanzen physiologisch aktiv sind und ein Wirkstofftransport stattfinden kann. Für eine optimale systemische Verteilung und schnelle Kurativwirkung sind jedoch wüchsige Temperaturen über 10 °C ideal.