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AMMARI

BVL Zul.-Nr. 00B331-00

AMMARI ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Dinkel. Als flüssiges Formulierungskonzentrat basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin (200 g/l), der sich durch eine hervorragende systemische und translaminare Verteilung in der Kultur auszeichnet. Das Mittel bietet einen zuverlässigen Schutz vor ertragsmindernden Schaderregern wie Gelbrost, Braunrost, Netzflecken und Rhynchosporium-Blattflecken.

Dank seiner ausgeprägten protektiven und kurativen Eigenschaften schützt AMMARI das Blattgewebe sowohl vorbeugend vor einer Infektion als auch in frühen Stadien des Pilzwachstums. Neben der direkten fungiziden Wirkung unterstützt das Pflanzenschutzmittel die Vitalität der Kulturen durch positive physiologische Effekte, die zu einer verbesserten Stresstoleranz und optimierten Ertragsbildung beitragen.

Wirkstoffe

Pyraclostrobin
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in AMMARI enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (Qo-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Pyraclostrobin bindet spezifisch an die Qo-Schnittstelle des Cytochrom-b-Komplexes und verzögert den Elektronentransport in der Atmungskette. Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der ATP-Synthese, wodurch die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Myzelbildung der Schaderreger effektiv unterbunden werden. Ein besonderer Zusatznutzen von Pyraclostrobin ist der bekannte physiologische „Greening-Effekt“. Durch die Beeinflussung des pflanzlichen Hormonhaushalts und die Reduktion der Ethylensynthese bleibt das Blattgewebe der Kulturen länger grün und aktiv assimilierend. Dies verbessert die CO2-Fixierung und erhöht die Toleranz der Kulturen gegenüber abiotischem Stress wie Trockenheit oder Hitze während der kritischen Ertragsbildungsphasen.

Resistenzmanagement

Da Qo-Inhibitoren (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest AMMARI daher pro Saison nur im Rahmen der zulässigen maximalen Anwendungen einsetzen und stets im Wechsel oder in Kombination mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie z. B. Triazolen aus der FRAC-Gruppe 3 oder SDHIs aus der FRAC-Gruppe 7) anwenden. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen aktiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMMARI zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für den Einsatz im Getreidebau registriert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMMARI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsregelungen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten; vermeide jegliche Abdrift in Oberflächengewässer. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–591.25 LITER_PER_HECTARE56T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Rhynchosporium secalis30–591.25 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)30–711.25 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit AMMARI im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Schossen und dem Beginn der Blüte (BBCH-Stadium 30 bis 71). Du solltest die Behandlung idealerweise vorbeugend (protektiv) bei ersten Infektionsbedingungen oder unmittelbar bei Sichtbarwerden der ersten Symptome der Schaderreger durchführen, um die Ausbreitung im Bestand frühzeitig zu stoppen.

Wie wirkt sich der physiologische Greening-Effekt von AMMARI auf deine Ernte aus?

Durch den Wirkstoff Pyraclostrobin bleibt das Blattgewebe deiner Kulturen länger grün und photosynthetisch aktiv. Dies verlängert die Kornfüllungsphase, verbessert das Tausendkorngewicht (TKG) und stärkt die Widerstandskraft der Kulturen gegen Trockenstress, was sich direkt in stabileren und höheren Erträgen widerspiegeln kann.

Kannst du AMMARI auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, AMMARI weist eine gute Temperaturunabhängigkeit auf und wirkt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen zuverlässig. Wichtig ist jedoch, dass die Kulturen trocken sind und kein Frost unmittelbar nach der Anwendung droht, um eine optimale Wirkstoffaufnahme über das Blattgewebe zu gewährleisten.

Was musst du bei der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für AMMARI gilt in den zugelassenen Getreidekulturen eine gesetzlich festgelegte Wartezeit von 56 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem geplanten Erntetermin zwingend einhalten, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.

Warum ist der Wechsel der Wirkstoffklassen bei der Bekämpfung von Netzflecken so wichtig?

Der Erreger der Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) besitzt ein hohes Potenzial zur Resistenzbildung gegenüber Strobilurinen (FRAC 11). Wenn du AMMARI einsetzt, solltest du in der Spritzfolge unbedingt Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen integrieren, um die Wirksamkeit dieser wertvollen Wirkstoffklasse langfristig für deinen Betrieb zu erhalten.

Wie verhält sich AMMARI bei plötzlichem Regen nach der Spritzung?

Dank der schnellen translaminaren Verteilung und der guten Haftungseigenschaften von Pyraclostrobin ist AMMARI bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen auf der Blattoberfläche regenfest. In der Regel ist der Wirkstoff nach etwa ein bis zwei Stunden so weit in das Blattgewebe eingedrungen, dass ein nachfolgender Regenschauer die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.