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OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

ARRVA

BVL Zul.-Nr. 008450-60

ARRVA ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid-Kombinationspräparat von Barclay Chemicals, das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Durch die synergistische Kombination dreier bewährter wuchsstoffhaltiger Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Breitenwirkung gegen einjährige und mehrjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Es ist für eine Vielzahl von Winter- und Sommergetreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale und Dinkel zugelassen.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine systemische Verteilung in der gesamten Unkrautpflanze bis in die Wurzelspitzen aus. Dies macht ARRVA zu einer verlässlichen Lösung im Frühjahr, um die Konkurrenz durch ertragsmindernde Schaderreger frühzeitig auszuschalten und die Bestandesetablierung der Kulturen optimal zu sichern.

Dank der breiten Zulassungspalette im Getreidebereich deckt das Produkt ein breites Spektrum ab, das von schwer bekämpfbaren Arten wie Klettenlabkraut, Ackerkratzdistel und Kamille-Arten bis hin zu einer Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter reicht. Es stellt somit ein wichtiges Werkzeug für das moderne Unkrautmanagement im professionellen Ackerbau dar.

Wirkstoffe

Clopyralid
36.9 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
72 g/L · Wirkstoff
MCPA
277.3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von ARRVA basiert auf der Kombination der drei Wirkstoffe Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA. Alle drei Komponenten gehören zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine / Wuchsstoffe). Sie imitieren das pflanzeneigene Phytohormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei den empfindlichen Unkräutern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum und einer Störung des gesamten Stoffwechsels führt. Nach der schnellen Aufnahme über die Blätter werden die Wirkstoffe systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der Pflanze transportiert. Dies führt zu typischen Wuchsstoff-Symptomen wie Epinasie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern), Gewebeschwellungen und schließlich zum Absterben der gesamten Pflanze inklusive des Wurzelsystems. Besonders die Kombination der drei Wirkstoffe sorgt für eine schnelle Initialwirkung bei gleichzeitig nachhaltiger Tiefenwirkung gegen hartnäckige Wurzelunkräuter.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, sollte ARRVA im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da alle drei Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist ein gezielter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. ALS-Inhibitoren der HRAC-Gruppe 2) in der Fruchtfolge essenziell. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, mechanische Unkrautbekämpfung und das Anlegen eines falschen Saatbetts die langfristige Erhaltung der Wirkstoffeffizienz.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARRVA ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) mischbar, sofern die Anwendungstermine übereinstimmen. Bei Tankmischungen mit Gräserherbiziden sollte vorab die Verträglichkeit geprüft werden, da es in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten kommen kann. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Ausbringung in ausreichenden Wassermengen (mindestens 200 bis 400 l/ha) bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 10 °C, wobei extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar nach der Behandlung zu vermeiden sind.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARRVA sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE7T
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ARRVA im Frühjahr?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr während der aktiven Wachstumsphase der Unkräuter, idealerweise bei milden, wüchsigem Wetter (Temperaturen dauerhaft über 10 °C bis maximal 25 °C). Die Kulturen sollten sich im BBCH-Stadium 24 (Bestockung) bis 39 (Fahnenblattstadium) befinden, um eine optimale Verträglichkeit und Wirkung zu gewährleisten.

Wie verhält sich ARRVA bei Nachtfrösten nach der Anwendung?

Nach der Anwendung sollten keine Frostperioden auftreten. Frost oder ein starker Temperaturabfall unmittelbar nach der Spritzung verlangsamt den Stoffwechsel der Unkräuter erheblich, was die Herbizidwirkung mindert und das Risiko von phytotoxischen Symptomen an den Getreidekulturen erhöhen kann.

Kann ARRVA auch bei feuchtem Wetter oder Tau appliziert werden?

Für eine optimale Wirkung sollten die Blätter der Unkräuter trocken sein. Bei starkem Tau oder unmittelbar bevorstehendem Regen besteht das Risiko, dass der Spritzfilm abgewaschen wird, bevor die Wirkstoffe ausreichend in das Blattgewebe eindringen konnten. Eine Regenfestigkeit ist meist nach ca. 2 bis 4 Stunden gegeben.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von ARRVA beachtet werden?

Da der Wirkstoff Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, sollten vor dem Anbau von Folgekulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise beachtet werden. Besonders empfindliche Kulturen wie Leguminosen, Kartoffeln oder Umbelliferen sollten erst nach gründlicher, wendender Bodenbearbeitung (Pflügen) im folgenden Frühjahr angebaut werden.

Warum enthält ARRVA drei verschiedene Wuchsstoffe?

Die Kombination aus Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA erweitert das Wirkungsspektrum erheblich. Während Fluroxypyr eine exzellente Wirkung gegen Klettenlabkraut besitzt, deckt Clopyralid hartnäckige Korbblütler wie Disteln und Kamille ab, und MCPA verstärkt die Breitenwirkung gegen viele einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Dies verhindert Wirkungslücken.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweichweizen) und wählen Sie unter dem Filter "Schaderreger" den Eintrag "Zweikeimblättrige Unkräuter" aus, um alle in Deutschland registrierten Alternativen anzuzeigen.