Alle Mittel
OTHER · JT Agro Ltd.

AZARIUS

BVL Zul.-Nr. 00A404-60

AZARIUS von JT Agro Ltd. ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Raps, Leguminosen und Gemüse. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l). Es zeichnet sich durch seine hervorragende systemische und translaminare Verteilung in der Kultur aus, was einen langanhaltenden Schutz sowohl für bereits behandelte als auch für neu zuwachsende Pflanzenteile gewährleistet.

Das Wirkungsspektrum von AZARIUS umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Roste, Echten und Falschen Mehltau sowie Alternaria und Sclerotinia. Durch seine vorbeugende (protektive) Wirkung verhindert das Mittel das Keimen von Sporen und das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien zur Ertragssicherung und Qualitätssteigerung.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L

Wirkungsweise

Der in AZARIUS enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Fungizide) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Genauer gesagt blockiert Azoxystrobin den Elektronentransport am Komplex III (Cytochrom-bc1-Komplex), wodurch die ATP-Synthese zum Erliegen kommt. Ohne diese Energiequelle können die Pilzsporen nicht keimen und das Myzelwachstum wird effektiv gestoppt. Neben der direkten fungiziden Wirkung induziert der Wirkstoff auch physiologische Effekte in der Kultur, die oft als „Greening-Effekt“ bezeichnet werden. Durch eine verzögerte Alterung (Seneszenz) der Blätter und eine optimierte Wassernutzungseffizienz bleibt die Kultur länger grün und assimilationsaktiv, was sich positiv auf die Ertragsbildung auswirken kann.

Resistenzmanagement

Da Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Ein-Ort-Wirkmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. AZARIUS sollte daher stets vorbeugend und im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Zudem empfiehlt es sich, bei hohem Infektionsdruck Mischungspartner mit einem anderen Wirkungsmechanismus hinzuzuziehen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AZARIUS ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird jedoch dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchzuführen. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu garantieren. Der Zusatz von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Benetzung verbessern; hierbei sind die jeweiligen Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt zu beachten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AZARIUS ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als giftig für Gewässerorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden, um jegliches Risiko zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Graufäule (Botrytis cinerea)0.8 LITER_PER_HECTARE3T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicae)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsBotrytis cinerea1 LITER_PER_HECTARE35T
ChinakohlBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora pisi)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenGetreideschwärze1 LITER_PER_HECTARE35T
StangenbohneBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE7T
StangenbohneBrennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum)0.8 LITER_PER_HECTARE7T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE7T
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE7T
WinterrapsAlternaria brassicae1 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenRhynchosporium secalis1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria nodorum1 LITER_PER_HECTARE35T
ChinakohlAlternaria brassicae0.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Botrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE14T
StangenbohneSclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE7T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Sclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE3T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenSeptoria nodorum1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneBrennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum)0.8 LITER_PER_HECTARE7T
SommerweichweizenFusarium-Arten1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGetreideschwärze1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)0.8 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit AZARIUS im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im vorbeugenden Bereich, idealerweise vor dem ersten sichtbaren Befall oder bei Warndienstaufrufen. Im Getreide wird das Mittel meist zwischen dem Schossen und dem Ende der Blüte (BBCH-Stadium 30–69) eingesetzt, um die oberen Laubblätter und die Ähre vor Infektionen durch Septoria, Roste und DTR zu schützen.

Warum ist der vorbeugende Einsatz bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Da Azoxystrobin als QoI-Fungizid primär die Sporenkeimung und das frühe Eindringen des Pilzes blockiert, ist die kurative (heilende) Wirkung begrenzt. Sobald sich ein Pilz bereits tief im Gewebe etabliert hat, sinkt die Effizienz deutlich. Ein präventiver Einsatz sichert den maximalen Schutz der Kultur.

Wie wirkt sich der „Greening-Effekt“ von AZARIUS auf die Ertragsbildung aus?

Durch die physiologische Wirkung von Azoxystrobin wird der Abbau von Chlorophyll verzögert und die CO2-Aufnahme optimiert. Die Kultur bleibt länger grün, was die Kornfüllungsphase im Getreide oder die Schotenentwicklung im Raps verlängert und somit direkt zu höheren Tausendkornmassen und Erträgen beitragen kann.

Welche Auflagen bezüglich des Gewässerschutzes müssen bei der Anwendung beachtet werden?

Aufgrund der Toxizität von Azoxystrobin für aquatische Organismen sind spezifische Abdriftminderungsauflagen (z. B. 50 %, 75 % oder 90 % driftreduzierende Düsen) und länderspezifische Mindestabstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Diese hängen von der Kultur und der Aufwandmenge ab und sind der offiziellen Gebrauchsanleitung zu entnehmen.

Kann AZARIUS in einer Spritzfolge mehrfach hintereinander angewendet werden?

Um das Risiko von Resistenzen zu minimieren, sollte AZARIUS nicht blockweise (direkt nacheinander) angewendet werden. Es wird empfohlen, maximal ein bis zwei Behandlungen pro Saison mit Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 11 durchzuführen und dazwischen Fungizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Triazole oder SDHI) einzusetzen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Sie können nach der spezifischen Kultur und dem Ziel-Schaderreger filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen zu erhalten.