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Kultur

Chinakohl

Brassica rapa subsp. pekinensis
BRSPK

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis, EPPO-Code: BRSPK) ist eine schnellwüchsige, einjährige Kultur, die im professionellen Gemüsebau Mitteleuropas eine bedeutende Rolle einnimmt. Ursprünglich aus Ostasien stammend, zeichnet sich diese Kultur durch ihre zarten, knackigen Blätter und den milden, kohltypischen Geschmack aus. Im Vergleich zu anderen Kopfkohlarten stellt Chinakohl jedoch besondere Ansprüche an das Klima und die Tageslänge, da er bei Langtagbedingungen und kühlen Temperaturen im Jugendstadium schnell zur unerwünschten Schossbildung (Vorblüte) neigt.

Der Anbau erfolgt in Deutschland hauptsächlich für den Frischmarkt im Herbst, da die Kultur hervorragend gelagert werden kann. Eine präzise Steuerung der Wachstumsfaktoren sowie ein konsequenter Schutz vor Schaderregern sind entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Durch die kurze Entwicklungszeit eignet sich Chinakohl ideal als Zweitkultur nach frühen Gemüsesorten oder Getreide, erfordert jedoch eine lückenlose Nährstoff- und Wasserversorgung während der gesamten Vegetationsperiode.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Juni bis Anfang August
Erntefenster
September bis November
Reihenabstand
35–45 cm
Typischer Ertrag
40–60 t/ha
Wärmesumme (GDD)
950–1100 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Chinakohl benötigt tiefgründige, humose und gut strukturierte Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da sein flaches Wurzelsystem empfindlich auf Trockenstress reagiert. Ein optimaler pH-Wert im neutralen bis schwach alkalischen Bereich (über 6,5) ist zwingend erforderlich, um das Risiko eines Befalls mit der Kohlhernie zu minimieren. Vor dem Auspflanzen solltest du eine ausgewogene Grunddüngung durchführen, wobei der hohe Stickstoffbedarf der Kultur (ca. 150–180 kg N/ha) aufgrund der kurzen Standzeit schnell verfügbar sein muss. Eine organische Düngung oder der Anbau nach gründüngenden Zwischenfrüchten fördert die Bodenbiologie und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig. Während der Kopfbildungsphase (ab BBCH 41) ist eine gleichmäßige Bewässerung essenziell, um physiologische Störungen wie den gefürchteten Blattrandbrand (Kalziummangel) zu verhindern.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Chinakohlanbau erfordert eine engmaschige Überwachung, da die zarten Blätter sehr anfällig für Schaderreger sind. Zu den wichtigsten tierischen Schädlingen gehören die Kleine Kohlfliege (Delia radicum), deren Maden die Wurzeln schädigen, sowie die Kohlschabe (Plutella xylostella) und die Kohleule (Mamestra brassicae), deren Raupen erheblichen Fraßschaden verursachen. Der Einsatz von engmaschigen Kulturschutznetzen direkt nach der Pflanzung ist eine der effektivsten mechanischen Maßnahmen gegen diese Schädlinge sowie gegen Erdflohbefall. Pilzliche Schaderreger wie Alternaria brassicae (Schwärze) und Botrytis cinerea (Grauschimmel) müssen insbesondere bei feuchter Herbstwitterung durch weite Fruchtfolgen, bedarfsgerechte Fungizid-Anwendungen und eine weite Pflanzweite zur schnellen Abtrocknung des Bestandes kontrolliert werden. Achte bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln stets auf die spezifischen Zulassungen für Chinakohl und halte die vorgeschriebenen Wartezeiten strikt ein.

Sorten

Bilko (F1)

Spät (ca. 70–80 Tage)

Sehr hoher und sicherer Ertrag.

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Blattrandbrand

Sehr bewährte Hybride für den Herbstanbau und die Langzeitlagerung. Zeigt einen sehr gleichmäßigen, aufrechten Wuchs und feste Köpfe.

Granat

Mittelfrüh (ca. 60–65 Tage)

Mittlerer bis guter Ertrag, nicht für die Langzeitlagerung geeignet.

Anfällig für: Kohlhernie, Schossen

Robuste, bewährte samenfeste Sorte für den Direktabsatz. Bildet schlanke, hochgebaute Köpfe mit gutem Geschmack.

Kaboko (F1)

Früh (ca. 55–60 Tage)

Hoher Ertrag bei sehr schneller Entwicklung.

Resistent gegen: Kohlhernie, Schossen

Anfällig für: Innenbrand

Hervorragend geeignet für den frühen Anbau. Besitzt eine sehr gute Schossresistenz bei kühleren Frühjahrstemperaturen.

Monument (F1)

Spät (ca. 75–85 Tage)

Sehr hohes Ertragspotenzial unter optimalen Bedingungen.

Resistent gegen: Blattrandbrand

Anfällig für: Kohlhernie

Sehr produktive Sorte mit extrem langen, zylindrischen Köpfen. Ideal für die industrielle Verarbeitung und den Frischmarkt.

Parkin (F1)

Mittelfrüh (ca. 65–70 Tage)

Konstant hoher Ertrag.

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Alternaria

Zuverlässige Sorte für den Sommer- und frühen Herbstanbau. Gute Feldhaltbarkeit und ansprechendes, hellgrünes Blattwerk.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie verhinderst du das vorzeitige Schossen (Blütenbildung) bei Chinakohl?

Das Schossen wird primär durch Langtagbedingungen (über 14 Stunden Tageslicht) in Kombination mit kühlen Temperaturen unter 12 °C im Jugendstadium ausgelöst. Um dies zu verhindern, solltest du die Aussaat für den Hauptanbau nicht vor Ende Juni planen und bei der Jungpflanzenanzucht im Frühjahr auf eine Mindesttemperatur von 18–20 °C achten, um Kältereize im Keimblattstadium zu vermeiden.

Was ist die Ursache für Blattrandbrand und wie kannst du ihn bekämpfen?

Blattrandbrand (Innenbrand) ist eine physiologische Störung, die durch einen lokalen Kalziummangel in den schnell wachsenden, inneren Blättern verursacht wird. Du kannst dem vorbeugen, indem du für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sorgst, übermäßige Stickstoff- und Kaliumgaben vermeidest und bei hoher Luftfeuchtigkeit im Feld für ausreichende Luftbewegung sorgst, um die Transpiration der Kultur zu fördern.

Warum ist die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge bei dieser Kultur so wichtig?

Da Chinakohl extrem anfällig für die bodenbürtige Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) ist, musst du eine Anbaupause von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern einhalten. Ein zu häufiger Anbau führt zur unkontrollierbaren Anreicherung der Dauersporen im Boden, die dort über zehn Jahre überleben können und die Kultur nachhaltig schädigen.

Wie schützt du Chinakohl am besten vor der Kleinen Kohlfliege ohne chemische Synthese?

Der effektivste mechanische Schutz ist das lückenlose Auflegen von feinmaschigen Kulturschutznetzen (Maschenweite maximal 1,35 mm) direkt nach dem Pflanzen. Das Netz muss an den Rändern sorgfältig mit Erde oder Sandsäcken abgedichtet werden, damit die Kohlfliege ihre Eier nicht am Stängelgrund ablegen kann.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Alternaria-Blattflecken?

Navigiere im Portal zum Bereich 'Registrierte Produkte' und filtere nach der Kultur Chinakohl sowie dem Schaderreger Alternaria brassicae. Achte bei der Auswahl der Fungizide besonders auf die zugelassene Aufwandmenge, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison und die einzuhaltende Wartezeit vor der Ernte.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung von Pflanzenschutzmaßnahmen?

Die Empfindlichkeit gegenüber Schaderregern ändert sich im Laufe der Entwicklung; so ist der Schutz vor der Kohlfliege besonders in den frühen BBCH-Stadien (BBCH 12–19) kritisch, während Pilzerkrankungen wie Botrytis vor allem ab der Kopfbildung (BBCH 41–49) bei feuchter Witterung zunehmen. Viele Pflanzenschutzmittel haben zudem strenge Zulassungsbeschränkungen, die eine Anwendung ab einem bestimmten BBCH-Stadium untersagen.