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BEMYE

BVL Zul.-Nr. 00B141-00

BEMYE ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und Ausfallgetreide in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Rüben, Senf sowie Sonderkulturen wie Hanf oder Mohn. Als modernes Pflanzenschutzmittel bietet es Landwirten eine flexible Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Ungräser in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kulturen effektiv auszuschalten.

Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Clethodim, der sich durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und einen anschließenden systemischen Transport in die Wachstumszentren der Schadpflanzen auszeichnet. Dies gewährleistet eine zuverlässige Wirkung selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen, sobald die Ungräser aktiv wachsen.

Das breite Zulassungsspektrum in verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen und Sonderkulturen macht BEMYE zu einem vielseitigen Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz. Es schließt wichtige Lücken in der Ungrasbekämpfung und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen von Anfang an.

Wirkstoffe

Clethodim
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in BEMYE enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (sogenannte "DIMs") und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hervorragende Selektivität des Mittels erklärt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal sowie basipetal in die meristematischen Gewebe (Wachstumspunkte) und Rhizome transportiert. Innerhalb weniger Tage stagniert das Wachstum der Schadgräser. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen und Nekrosen an den jüngsten Blättern treten nach etwa ein bis zwei Wochen auf, gefolgt vom vollständigen Absterben der Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei sensiblen Ungräsern (wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) vorzubeugen, sollte BEMYE stets in ein vorausschauendes Resistenzmanagement integriert werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Fruchtfolge. Zudem sollte die Anwendung nur auf aktiv wachsende Schaderreger unter optimalen Bedingungen erfolgen, um Teilwirkungen zu vermeiden, und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung sollten begleitend genutzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

BEMYE zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Bei Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere Breitblatt-Herbiziden, kann es jedoch in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu optimieren, wird häufig der Zusatz eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Adjuvants (Formulierungs- oder Netzmittel) angeraten. Es ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine feintropfige Applikation zu achten, um eine lückenlose Benetzung der Ungrasblätter zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von BEMYE sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der umliegenden Flora und Fauna sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Pflanzen und Bienenflugzeiten gemieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MohnEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–310.5 LITER_PER_HECTARE
LeindotterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–310.5 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–310.75 LITER_PER_HECTARE
HanfEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–160.75 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–310.5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–310.75 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAusfallgetreide10–300.5 LITER_PER_HECTARE
TabakEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–190.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BEMYE gegen Ausfallgetreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt vor, wenn das Ausfallgetreide und die einjährigen Ungräser aktiv wachsen und ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben. Dies ist meist ab dem 2-Blatt-Stadium bis zum Ende der Bestockung der Fall. Die Kultur selbst muss sich dabei im zugelassenen BBCH-Bereich befinden.

Warum ist die Zugabe eines Adjuvants bei der Anwendung von BEMYE oft ratsam?

Clethodim ist ein systemischer Wirkstoff, der die wachsartige Cuticula der Gräserblätter durchdringen muss. Ein geeignetes Adjuvant (z. B. ein pflanzenölbasiertes Zusatzmittel) verbessert die Benetzung der Blattoberfläche, verringert das Abperlen der Spritzbrühe und beschleunigt die Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei trockener Witterung.

Kann BEMYE auch bei kühlen Temperaturen im Herbst eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Schadgräser noch aktiv assimilieren und wachsen. Bei extremem Frost oder langanhaltender Trockenheit stagniert der Metabolismus der Pflanzen, was die systemische Verteilung des Wirkstoffs und somit die Wirkung beeinträchtigen kann.

Wie verhält sich BEMYE im Hinblick auf die Fruchtfolge und Nachbaufristen?

Da Clethodim im Boden relativ schnell abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf keine Einschränkungen für die nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollte jedoch die Gebrauchsanleitung bezüglich spezifischer Wartezeiten für den Nachbau von einkeimblättrigen Kulturen (wie Mais oder Getreide) beachtet werden.

Was muss ich tun, wenn nach der Spritzung Regen droht?

BEMYE wird relativ schnell von den Blättern der Ungräser aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die biologische Wirksamkeit nicht mehr.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen die Ungräser erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich nach ca. 7–10 Tagen. Die jüngsten Herzblätter der Ungräser verfärben sich gelblich bis rötlich und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen. Das vollständige Absterben der Schaderreger kann je nach Witterung 2 bis 3 Wochen dauern.