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Kultur

Leindotter

Camelina sativa
CMASA

Leindotter (Camelina sativa, EPPO-Code: CMASA), auch bekannt als Saatdotter, ist eine traditionsreiche Kultur aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). In den letzten Jahren gewinnt diese anspruchslose Ölkultur im Rahmen nachhaltiger Anbausysteme in Mitteleuropa wieder stark an Bedeutung. Sie zeichnet sich durch eine extrem kurze Vegetationszeit, eine hohe Trockenheitstoleranz und eine hervorragende Unkrautunterdrückung aus, was sie zu einer idealen Kultur für extensive Standorte und Mischkultursysteme macht.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Sommerform) oder September bis Oktober (Winterform)
Erntefenster
Juli bis August
Reihenabstand
12–25 cm
Typischer Ertrag
1,5–2,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1250
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Leindotter stellt nur geringe Ansprüche an den Boden und gedeiht auch auf leichten, sandigen oder flachgründigen Standorten, auf denen der Anbau von Raps nicht mehr wirtschaftlich ist. Für eine optimale Keimung benötigt die Kultur ein feines, gut rückverfestigtes Saatbett, da es sich um einen Lichtkeimer mit sehr geringer Saattiefe von nur 0,5 bis 1 cm handelt. Eine moderate Stickstoffdüngung von etwa 40 bis 60 kg N/ha ist in der Regel völlig ausreichend, um gute Erträge zu erzielen. Zu hohe Stickstoffgaben sollten vermieden werden, da sie die Standfestigkeit der Kultur negativ beeinflussen und das Risiko für Lager erhöhen. Aufgrund der tiefen Pfahlwurzel trägt die Kultur zur Verbesserung der Bodenstruktur bei und hinterlässt eine gare, leicht zu bearbeitende Krume für die Folgefrucht.

Schaderreger-Management

Obwohl Leindotter als sehr robuste Kultur gilt, können verschiedene Schaderreger den Ertrag beeinträchtigen. Zu den wichtigsten pilzlichen Krankheiten gehören Alternaria-Blattbräune (Alternaria brassicae) und die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), die insbesondere in feuchten Jahren auftreten können. Ein gezielter Pflanzenschutzmittel-Einsatz ist im konventionellen Anbau jedoch selten erforderlich, da die Kultur oft vor den Hauptinfektionswellen abreift. Bei den Schädlingen können der Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus) und der Kohlschotenrüssler (Ceutorhynchus obstrictus) auftreten, richten jedoch meist deutlich geringere Schäden an als im Rapsanbau. Eine weite Fruchtfolge von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Kreuzblütlern ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme, um das Risiko von Krankheitsübertragungen zu minimieren.

Sorten

Lindo

mittelfrüh

Konstant mittlere bis hohe Erträge im Sommeranbau.

Resistent gegen: Trockenheit, Lagerung

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr bewährte Sommerform mit gleichmäßiger Abreife und hohem Ölgehalt.

Ligena

früh bis mittelfrüh

Gute Ertragsstabilität auch auf leichteren Standorten.

Resistent gegen: Unkrautkonkurrenz

Anfällig für: Alternaria

Wüchsige Sorte mit rascher Jugendentwicklung, ideal für den Mischanbau mit Erbsen geeignet.

Calena

mittelfrüh

Sehr hohes Ertragspotenzial bei optimierter Stickstoffdüngung.

Resistent gegen: Lagerung

Anfällig für: Sclerotinia

Leistungsstarke Sommerleindotter-Sorte mit hohem Tausendkorngewicht.

Sonata

spät

Höheres Ertragspotenzial als Sommerformen bei rechtzeitiger Aussaat im Herbst.

Resistent gegen: Frost, Auswinterung

Anfällig für: Spätfrost in der Blüte

Typische Winterform mit hervorragender Winterhärte und früher Blüte im Folgejahr.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du Leindotter erfolgreich im Mischfruchtanbau etablieren?

Der Mischfruchtanbau mit Erbsen oder Ackerbohnen ist besonders erfolgreich. Du solltest darauf achten, die Aussaatstärken beider Partner anzupassen (z. B. 100 % der üblichen Erbsen-Saatstärke und ca. 3–4 kg/ha Leindotter). Der Leindotter dient der Erbse als Stützfrucht, reduziert das Unkrautwachstum und lässt sich nach der Ernte problemlos per Siebreinigung vom Leguminosensaatgut trennen.

Welche Herbizide sind für die Unkrautbekämpfung in Leindotter zugelassen?

Die chemische Unkrautbekämpfung in dieser Kultur ist stark eingeschränkt, da nur sehr wenige Pflanzenschutzmittel eine offizielle Zulassung oder Genehmigung nach Artikel 51 (Lückenindikation) besitzen. Du musst dich vor der Anwendung unbedingt in der BVL-Datenbank über den aktuellen Zulassungsstand informieren. Meist ist eine mechanische Unkrautbekämpfung durch Striegeln im frühen BBCH-Stadium oder das Setzen auf die hohe Eigenkonkurrenz der Kultur der sicherere Weg.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte und worauf musst du beim Mähdrusch achten?

Du solltest ernten, wenn die Schötchen sich gelb-braun verfärben und die Samen im Inneren eine goldgelbe bis braune Farbe aufweisen (meist Ende Juli bis August). Da die Samen extrem klein und leicht sind, musst du die Wind- und Siebeinstellungen deines Mähdreschers exakt anpassen, um Ernteverluste über das Gebläse zu vermeiden. Ein zu starker Wind bläst die feinen Samen direkt wieder auf das Feld.

Wie schützt du deinen Leindotterbestand vor dem gefürchteten Falschen Mehltau?

Falscher Mehltau tritt besonders bei feucht-kühler Witterung im Frühjahr auf. Da kaum spezifische Fungizide zugelassen sind, solltest du vorbeugend auf eine weite Fruchtfolge achten und zu dichte Bestände vermeiden. Eine moderate Saatstärke sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bestands, wodurch die Blätter nach Regenfällen schneller abtrocknen und dem Pilz die Lebensgrundlage entzogen wird.

Welche Anforderungen stellt Leindotter an die Lagerung nach der Ernte?

Aufgrund des hohen Ölgehalts von über 40 % sind die Samen extrem leicht verderblich. Du musst das Erntegut unmittelbar nach dem Drusch auf eine Feuchtigkeit von unter 9 % (ideal sind 7–8 %) heruntertrocknen und gründlich von Besatz reinigen. Warme oder feuchte Partien neigen extrem schnell zur Selbsterhitzung und werden dadurch unbrauchbar für die Speiseölgewinnung.