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OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Bolt

BVL Zul.-Nr. 00A657-60

Bolt ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/L) bietet dieses Fungizid sowohl hervorragende protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist für den Einsatz in wichtigen Getreidearten wie Winter- und Sommergerste, Winter- und Sommerweizen, Roggen und Hafer sowie im Winterraps registriert.

Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, dringt Bolt schnell in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich gleichmäßig in der Kultur. Im Getreide schützt es die Bestände zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen, DTR-Blattdürre und Ährenfusariosen. Im Winterraps sichert es die Kultur gegen die wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten Weißstängeligkeit (Sclerotinia) und Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) ab.

Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten und der langanhaltenden Depotwirkung ist Bolt ein unverzichtbarer Baustein für moderne Pflanzenschutzstrategien, der Ertrag und Qualität der Ernteprodukte auch unter hohem Infektionsdruck sichert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Dies stört den Aufbau von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der pilzlichen Zellmembran, was letztlich zum Wachstumsstopp und zum Absterben des Schaderregers führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Diese systemische Mobilität gewährleistet sowohl eine vorbeugende (protektive) Wirkung, indem das Eindringen von Pilzsporen blockiert wird, als auch eine heilende (kurative) Wirkung, die bereits etablierte Infektionen in frühen Stadien stoppt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzselektionen bei Schaderregern gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) muss Bolt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem sollte die registrierte Aufwandmenge stets an den Befallsdruck und das BBCH-Stadium der Kultur angepasst und nicht unterdosiert werden, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzbiotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bolt weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Vor der großflächigen Anwendung von Tankmischungen wird dennoch ein Verträglichkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen. Für eine optimale Benetzung der Kultur ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten. Ein pH-Wert des Spritzwassers im neutralen bis leicht sauren Bereich stabilisiert den Wirkstoff in der Spritzbrühe optimal.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Bolt sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (unter Berücksichtigung von Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusariosen in Weizen?

Die gezielte Bekämpfung von Fusarium-Arten mit Bolt sollte idealerweise während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Behandlung in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähre optimal vor Infektionen, die besonders bei feucht-warmer Witterung auftreten, und minimiert das Risiko einer Mykotoxinbelastung im Erntegut.

Wie verhält sich Bolt bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Der Wirkstoff Prothioconazol zeichnet sich durch eine gute Wirkung auch bei kühleren Temperaturen ab etwa 5–8 °C aus. Sobald die Kultur aktives Wachstum zeigt und die systemische Leitfähigkeit einsetzt, kann Bolt zuverlässig für frühe Behandlungen gegen Halmbruch oder frühe Septoria-Infektionen eingeplant werden.

Kann Bolt im Getreide mit Wachstumsreglern kombiniert werden?

Ja, eine Tankmischung mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat-Chlorid oder Trinexapac) ist in der Praxis gut verträglich. Es wird empfohlen, die Mischungspartner nacheinander bei laufendem Rührwerk in den fast vollständig gefüllten Spritztank zu geben, um eine optimale Verteilung zu gewährleisten.

Welche Vorteile bietet die Anwendung von Bolt im Winterraps im Herbst?

Eine herbstliche Anwendung schützt den jungen Raps effektiv vor der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam). Neben der fungiziden Wirkung unterstützt der Wirkstoff ein kompaktes Wachstum der Kultur, was die Winterhärte verbessert und das Risiko des Überwachsens des Vegetationspunktes vor dem Frost mindert.

Wie schnell ist Bolt nach der Anwendung regenfest?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme in das Blattgewebe ist der Spritzbelag bereits nach etwa 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die systemische Schutzwirkung des Pflanzenschutzmittels nicht mehr maßgeblich.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

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