CATO
CATO ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der Gemeinen Quecke in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln und Mais. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und eine einfache Handhabung bei der Spritzbrühebereitung aus. Es wird vor allem im Nachauflauf eingesetzt, um aufkommende Unkrautwellen frühzeitig und effektiv zu stoppen.
Das Wirkungsspektrum von CATO umfasst neben schwer bekämpfbaren Ungräsern wie Schadhirsen, Acker-Fuchsschwanz und Einjährigem Rispengras auch eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die flexible Anwendung im frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 16) kannst du gezielt auf die Verunkrautung auf deinen Schlägen reagieren und die Konkurrenz für deine Kulturen in der kritischen Jugendentwicklung minimieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CATO enthaltene Wirkstoff Rimsulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) klassifiziert. Rimsulfuron wirkt als systemisches Herbizid, das hauptsächlich über die Blätter, aber auch in geringem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und rasch in die Spross- und Wurzelspitzen transportiert wird. Auf biochemischer Ebene hemmt der Wirkstoff das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin spielt. Durch diese Blockierung wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter und Ungräser sofort gestoppt. Erste Symptome wie Gelbfärbungen und Wachstumsstillstand zeigen sich nach wenigen Tagen, gefolgt von einem vollständigen Absterben der empfindlichen Schaderreger innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du CATO stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da Rimsulfuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweist – insbesondere bei Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz –, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel unerlässlich. Kombiniere oder rotiere CATO mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Wirkstoffen mit Bodenwirkung oder anderen Blattwirkungsmechanismen) und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck auf deinen Flächen nachhaltig zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
CATO ist in der Praxis gut mit vielen gängigen Herbiziden und flüssigen Düngemitteln mischbar, was dir eine flexible Anpassung an spezifische Unkrautspektren ermöglicht. Für eine optimale Benetzung der Blattoberfläche und eine verbesserte Wirkstoffaufnahme – besonders unter trockenen Witterungsbedingungen oder bei einer ausgeprägten Wachsschicht der Unkräuter – wird dringend die Zugabe eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels empfohlen. Achte bei Tankmischungen stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze: Löse CATO als wasserdispergierbares Granulat immer zuerst vollständig im Tank auf, bevor du weitere Mischungspartner oder Additive hinzugibst.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CATO steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf benachbarte Flächen und Gewässerstrukturen, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Spitzwegerich | Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Schadhirsen | 10–14 | 30 GRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Miscanthus | Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Schadhirsen | 12–14 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–16 | 30 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–16 | 50 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | — | 50 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–16 | 50 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–16 | 30 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Schadhirsen | 10–16 | 50 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Acker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Schadhirsen | 10–16 | 30 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierkoniferen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | — | 50 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Anwendung von CATO so wichtig?
Rimsulfuron ist ein rein systemischer Blattwirkstoff. Ein geeignetes Netzmittel (wie z. B. ein nicht-ionisches Tensid) setzt die Oberflächenspannung des Spritzwassers herab. Dadurch verteilt sich die Spritzbrühe gleichmäßiger auf den Blättern der Unkräuter, dringt schneller durch die schützende Wachsschicht ein und sichert so auch bei trockener Witterung eine hohe biologische Wirksamkeit.
In welchem Entwicklungsstadium der Unkräuter erzielt CATO die beste Wirkung?
Die beste Wirkung erzielst du, wenn sich die Unkräuter und Ungräser im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium) befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wachsschicht noch dünn und die Pflanzen reagieren besonders empfindlich auf den ALS-Inhibitor.
Kann ich CATO auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr spritzen?
Ja, CATO ist auch bei mäßig kühlen Temperaturen wirksam, solange die Unkräuter aktiv wachsen und der Stoffwechsel der Pflanzen nicht durch Frost blockiert ist. Vermeide jedoch Behandlungen unmittelbar vor oder nach Frostnächten sowie bei extremen Temperaturschwankungen, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.
Wie verhält sich CATO bezüglich der Nachbaufristen bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur (z. B. durch Frost- oder Hagelschaden) notwendig werden, sind die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben zu beachten. In der Regel können nach einer tiefen Pflugfurche und einer angemessenen Wartezeit bestimmte Kulturen wie Mais wieder angebaut werden; informiere dich hierzu genau in der aktuellen Gebrauchsanleitung.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von CATO?
Da CATO primär über das Blatt aufgenommen wird, ist die direkte Bodenfeuchtigkeit für die Initialwirkung weniger entscheidend als bei reinen Bodenherbiziden. Dennoch begünstigt eine gute Bodenfeuchtigkeit das aktive Wachstum der Unkräuter, was wiederum die Wirkstoffaufnahme und den Transport innerhalb der Pflanze beschleunigt und somit den Bekämpfungserfolg optimiert.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst auf unserer Plattform ganz einfach über die Such- und Filterfunktion nach deinen spezifischen Kulturen (wie Kartoffeln oder Mais) filtern. Kombiniere dies mit dem gewünschten Schaderreger, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.