Alle Mittel
OTHER · frunol delicia GmbH

Contra Schnecken

BVL Zul.-Nr. 025323-72

Contra Schnecken ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schadschnecken in einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturen. Entwickelt von der frunol delicia GmbH, präsentiert sich das Produkt als gebrauchsfertiges Ködergranulat (Schneckenkorn), das speziell auf die Verhaltensweisen der Zielorganismen abgestimmt ist. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Lockwirkung aus, die Schaderreger auch bei starker Konkurrenz durch natürliche Nahrungsquellen zuverlässig anzieht.

Der enthaltene Wirkstoff Metaldehyd gilt seit Jahrzehnten als Standard in der Schneckenbekämpfung. Dank modernster Herstellungsverfahren ist das Granulat extrem formstabil und behält seine Attraktivität sowie Wirksamkeit auch unter feuchten und regnerischen Bedingungen, in denen Schnecken besonders aktiv sind. Dies sichert eine langanhaltende Schutzwirkung direkt am Boden.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Ackerkulturen wie Raps, Zuckerrüben und Mais sowie Sonderkulturen wie Erdbeeren. Der Fokus der Anwendung liegt auf den sensiblen Anfangsstadien der Kulturen (BBCH 00 bis 31), in denen bereits geringer Fraßschaden an Keimlingen oder jungen Blättern zu bestandsgefährdenden Ausfällen führen kann.

Wirkstoffe

Metaldehyd
30 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Metaldehyd besitzt einen spezifischen, nicht-systemischen Wirkungsmechanismus, der primär auf die Schleimzellen von Schnecken abzielt. Nach der Aufnahme des Köders oder durch intensiven Hautkontakt dringt der Wirkstoff in die Schleimdrüsen ein und zerstört deren Zellmembranen irreversibel. Dies führt zu einer massiven, unkontrollierten Überproduktion von Schleim, wodurch die Schaderreger ihre körpereigenen Flüssigkeitsreserven vollständig verlieren. Die physiologische Folge dieser Dehydrierung ist eine schnelle Lähmung und anschließende Austrocknung der Schnecken. Da dieser Prozess auf einer physikalisch-chemischen Zerstörung der Schleimzellen basiert und nicht auf einer Blockade des Nervensystems wie bei vielen klassischen Insektiziden, tritt die Wirkung unabhängig von der Umgebungstemperatur rasch und zuverlässig ein.

Resistenzmanagement

Aufgrund des einzigartigen, rein physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus von Metaldehyd auf die Schleimzellen der Schaderreger sind weltweit keine Resistenzen bei Nackt- oder Gehäuseschnecken bekannt. Um dieses günstige Risikoprofil langfristig zu erhalten, sollten Landwirte die chemische Behandlung stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Hierzu gehören ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung zur Zerstörung von Schneckeneiern und Rückzugsorten sowie die Einhaltung der maximal zulässigen Anzahl an Anwendungen pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Contra Schnecken um ein festes Ködergranulat handelt, das im Streuverfahren ausgebracht wird, ist eine klassische Tankmischung in der Feldspritze physikalisch ausgeschlossen. Das Produkt wird trocken mit speziellen Schneckenkornstreuern (z. B. Schleuderstreuern) oder über Mikrogranulatstreuer dosiert. Eine kombinierte Ausbringung im selben Arbeitsgang ist jedoch möglich, wenn der Streuer für die gemeinsame Verteilung mit festen Düngemitteln oder Feinsaatgut kalibriert und geeignet ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Ausbringung von Contra Schnecken steht der Schutz von Anwendern und der Umwelt im Vordergrund. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Befüllung der Streugeräte ist obligatorisch. Um Nichtzielorganismen wie Vögel, Igel und Haustiere zu schützen, muss das Pflanzenschutzmittel absolut gleichmäßig auf der Fläche verteilt werden; die Bildung von Granulathaufen ist strikt zu vermeiden. Zudem sind die gesetzlichen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um einen Eintrag des Wirkstoffs in aquatische Ökosysteme zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SonnenblumeNacktschnecken0–193 KILOGRAM_PER_HECTARE
FutterrübeNacktschnecken0–313 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenGarten-Schnirkelschnecke (Cepaea hortensis), Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis), Östliche Heideschnecke (Xerolentia obvia)6 KILOGRAM_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Nacktschnecken0–293 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsNacktschnecken0–293 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZuckerrübeNacktschnecken0–313 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereGarten-Schnirkelschnecke (Cepaea hortensis), Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis), Östliche Heideschnecke (Xerolentia obvia)6 KILOGRAM_PER_HECTARE
MaisNacktschnecken0–193 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenNacktschnecken6 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereNacktschnecken6 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ausbringung von Contra Schnecken?

Die Behandlung sollte unmittelbar bei Befallsbeginn oder beim Sichtbarwerden der ersten Fraßschäden erfolgen. Da junge Kulturen im BBCH-Stadium 00 bis 10 (Keimung bis Auflaufen) besonders empfindlich sind, ist eine frühzeitige Ausbringung direkt nach der Saat entscheidend, um den Hauptschaden abzuwenden.

Wie beeinflusst feuchte Witterung die Attraktivität und Wirkung des Köders?

Feuchtigkeit regt die Aktivität der Schnecken an, erhöht aber gleichzeitig das Risiko, dass minderwertige Köder zerfallen. Contra Schnecken ist speziell formuliert, um bei Feuchtigkeit leicht aufzuquellen, ohne seine Struktur zu verlieren. Dadurch bleibt die Lockwirkung und die tödliche Dosis Metaldehyd genau dann voll erhalten, wenn der Schaderregerdruck am höchsten ist.

Warum ist eine gleichmäßige Verteilung des Schneckenkorns so wichtig?

Schnecken bewegen sich auf der Suche nach Nahrung ungerichtet fort. Nur eine gleichmäßige Verteilung (eine bestimmte Anzahl an Köderpunkten pro Quadratmeter) stellt sicher, dass die Schaderreger rasch auf einen Köder treffen, bevor sie die Kulturpflanzen schädigen. Haufenbildung mindert die Effizienz und gefährdet zudem Vögel und Haustiere.

Kann Contra Schnecken auch vorbeugend angewendet werden?

Eine rein prophylaktische Anwendung ohne Schaderregerpräsenz ist nicht ratsam. Vor der Behandlung sollte stets eine Befallskontrolle mittels Schneckenfolien oder feuchten Jutesäcken durchgeführt werden. Sobald darunter Schnecken aktiv sind oder erste Schleimspuren auf der Bodenoberfläche sichtbar werden, ist die Anwendung gerechtfertigt.

Welche pflanzenbaulichen Maßnahmen unterstützen die Wirkung des Pflanzenschutzmittels?

Ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett (z. B. durch Walzen nach der Saat) reduziert die Hohlräume im Boden. Dies erschwert den Schnecken die Fortbewegung und zwingt sie an die Oberfläche, wo sie schneller mit dem ausgebrachten Ködergranulat in Kontakt kommen.

Wie verhält sich der Wirkstoff Metaldehyd nach der Anwendung im Boden?

Metaldehyd, das nicht von den Schnecken aufgenommen wird, wird im Boden durch Mikroorganismen relativ zügig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Es kommt zu keiner langfristigen Anreicherung im Boden, weshalb für nachfolgende Kulturen in der Fruchtfolge keine Einschränkungen bestehen.