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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Corrib

BVL Zul.-Nr. 00A657-61

Corrib ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Winterraps. Als flüssiges Formulierungskonzentrat mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet es Landwirten eine verlässliche Lösung zum Schutz ihrer Kulturen vor ertragsmindernden Krankheiten. Das Mittel zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung in der Pflanze und eine langanhaltende Dauerwirkung aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Schadpilze wie Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken sowie die Halmbruchkrankheit im Getreide. Im Raps schützt Corrib die Kulturen effektiv vor Weißstängeligkeit (Sclerotinia) und der gefürchteten Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria). Dank dieser Vielseitigkeit ist das Produkt ein zentraler Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Corrib enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Nach der Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet auch den Schutz von neu zuwachsenden Pflanzenteilen. Auf biochemischer Ebene hemmt Prothioconazol die Demethylierung an der Position 14 der Lanosterol- bzw. Eburicol-Vorstufen im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Da Ergosterol ein unverzichtbarer Bestandteil der Zellmembranen von Pilzen ist, führt dieser Mangel zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, was das Wachstum der Keimschläuche und die Appressorienbildung stoppt und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen zu minimieren, solltest du Corrib stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) anzuwenden. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Corrib weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Anwendung sollte bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Benetzung zu optimieren und Stress für die Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Corrib ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere in Gewässernähe, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, idealerweise in den Abendstunden, um blühende Bestände oder von Bienen besuchte Unkräuter zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruch im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella) ist besonders im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) effektiv. Achte auf feucht-kühle Witterungsbedingungen, die den Infektionsdruck des Pilzes begünstigen, und kontrolliere die Halmbasis deiner Kulturen regelmäßig auf typische augenfleckartige Symptome.

Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von Corrib auf den Neuzuwachs aus?

Durch die systemisch-akropetale Verteilung wird der Wirkstoff nach der Aufnahme in der Kultur nach oben transportiert. Dadurch werden auch Blätter und Pflanzenteile geschützt, die sich erst kurz nach der Spritzung entfalten. Dennoch solltest du für einen optimalen Schutz darauf achten, dass die Kultur zum Anwendungszeitpunkt bereits genügend Zielfläche bietet.

Kann ich Corrib auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Temperaturflexibilität und wirkt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen zuverlässig. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv wächst, damit der Wirkstoff systemisch aufgenommen und in der Pflanze verteilt werden kann. Vermeide Anwendungen bei Frostgefahr.

Was muss ich bei der Bekämpfung von Weißstängeligkeit im Raps beachten?

Für einen optimalen Schutz gegen Sclerotinia sclerotiorum im Winterraps sollte die Behandlung protektiv zur Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und infizieren in den Blattachseln die Kultur. Eine rechtzeitige Applikation verhindert das Einwachsen des Pilzes in den Stängel.

Wie finde ich heraus, ob Corrib für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?

Du kannst die zugelassenen Kulturen direkt in der Kulturübersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen. Corrib ist für eine Vielzahl von Getreidearten wie Winter- und Sommerweichweizen, Gerste, Hafer, Roggen und Triticale registriert. Prüfe vor der Anwendung immer das genaue BBCH-Stadium deiner Kultur.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 56 Tagen so wichtig?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 56 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den geernteten Pflanzenteilen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Plane deine Behandlungen daher vorausschauend, insbesondere bei späten Anwendungen in der Kornfüllungsphase (bis BBCH 71).