COSAYR
COSAYR von ADAMA ist ein hochwirksames, modernes Insektizid, das speziell für den gezielten Schutz einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturen entwickelt wurde. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Handhabung, präzise Dosierbarkeit und eine exzellente Pflanzenverträglichkeit aus. Es bietet Landwirten und Obstbauern eine zuverlässige Lösung zur Kontrolle wirtschaftlich bedeutender Schaderreger.
Das Wirkungsspektrum von COSAYR konzentriert sich primär auf beißende Schädlinge, insbesondere aus der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) sowie ausgewählte Käferarten. Zu den Hauptzielorganismen gehören unter anderem der Kartoffelkäfer in Kartoffeln, der Apfelwickler im Kernobst, die Traubenwickler-Arten im Weinbau sowie der Maiszünsler in Mais. Auch im Gemüsebau, beispielsweise gegen Kohleule, Kohlmotte und Kohlweißlinge, leistet das Produkt einen entscheidenden Beitrag zur Ertragssicherung.
Durch seine schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) und die gleichzeitig ausgeprägte Dauerwirkung schützt COSAYR die behandelten Kulturen über einen längeren Zeitraum hinweg vor Fraßschäden. Die systemischen und translaminaren Eigenschaften des Wirkstoffs sorgen dafür, dass auch verdeckt sitzende Schaderreger sowie der Neuzuwachs effektiv erfasst werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in COSAYR enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) eingestuft. Der Wirkmechanismus basiert auf der Aktivierung der ryanodinsensitiven Calciumkanäle in den Muskelzellen der Schaderreger. Dies führt zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern, was einen sofortigen Muskelkrampf und einen schnellen Fraßstopp zur Folge hat. Die betroffenen Insekten stellen bereits kurz nach der Aufnahme des Wirkstoffs – sei es durch Kontakt oder Fraß – ihre Nahrungsaufnahme ein, werden lethargisch und sterben schließlich innerhalb von 24 bis 72 Stunden ab. Da dieser biochemische Pfad hochspezifisch für Insekten ist, weist der Wirkstoff eine sehr günstige Selektivität gegenüber vielen Nützlingen auf.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzen ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement unerlässlich. Da Chlorantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, sollte COSAYR innerhalb einer Saison nur in einer begrenzten Anzahl von Anwendungen und stets im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus) eingesetzt werden. Die Einhaltung von Spritzfenstern, die sich an den Generationenzyklen der Schaderreger orientieren, verhindert die Selektion resistenter Populationen und sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen Werkzeugs im integrierten Pflanzenschutz.
Mischbarkeit & Tankmischung
COSAYR ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Blattoberflächen, insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht wie Kohl, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels oder Adjuvans die biologische Leistung unterstützen. Es sollte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten, wobei extreme pH-Werte des Spritzwassers vermieden werden sollten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit COSAYR sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Der Wirkstoff zeichnet sich durch ein günstiges Ökotoxizitätsprofil aus, insbesondere im Hinblick auf die Schonung von Honigbienen (B4-Einstufung, nicht bienengefährlich bei bestimmungsgemäßer Anwendung). Dennoch sind zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielorganismen die spezifischen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen (z. B. Abdriftminderungsdüsen) gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen genauestens zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | 31–60 | 0.06 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Quitte | Apfelwickler | 71–87 | 0.12 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | 57–83 | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Birne | Apfelwickler | 71–87 | 0.155 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Blumenkohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Kohleule | 15–49 | 0.14 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Apfel | Apfelwickler | 71–87 | 0.155 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Mais | Maiszünsler | 30–85 | 0.14 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Mais | Maiszünsler | 30–85 | 0.14 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Birne | Apfelwickler | 71–87 | 0.12 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Kohleule | 15–49 | 0.14 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Quitte | Apfelwickler | 71–87 | 0.155 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Apfel | Apfelwickler | 71–87 | 0.12 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Kohleule | 15–49 | 0.14 LITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt von COSAYR gegen den Apfelwickler im Kernobst?
Die Behandlung sollte idealerweise während der Hauptablage der Eier bzw. kurz vor dem Schlupf der ersten Larven (Eilarvenstadium) erfolgen. Dies entspricht meist dem BBCH-Stadium 71 bis 75. Durch den frühen Einsatz wird verhindert, dass sich die Larven in die Früchte einbohren, da sie den Wirkstoff bereits beim Verlassen der Eihülle oder beim ersten Fraßversuch aufnehmen.
Wie verhält sich COSAYR bei hohen Temperaturen im Sommer?
Im Gegensatz zu einigen anderen Insektizidklassen (wie z. B. Pyrethroiden) ist die Wirksamkeit von Chlorantraniliprole temperaturunabhängig. COSAYR behält auch bei sommerlicher Hitze seine volle Leistung und Stabilität, was es zu einer verlässlichen Option für Behandlungen im Hochsommer macht, beispielsweise gegen die zweite Generation des Traubenwicklers oder den Maiszünsler.
Ist COSAYR nützlingsschonend und kann es im integrierten Anbau (IPM) eingesetzt werden?
Ja, COSAYR weist eine hervorragende Selektivität auf und schont wichtige Raubmilben, Schlupfwespen, Florfliegen und Marienkäfer. Dadurch eignet es sich exzellent für den integrierten Pflanzenschutz (IPM), da die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge im Bestand erhalten bleiben und die biologische Kontrolle unterstützen.
Warum ist der Zusatz eines Netzmittels bei der Anwendung in Kohlkulturen ratsam?
Kohlarten besitzen eine ausgeprägte, wasserabweisende Wachsschicht auf den Blättern. Ein geeignetes Adjuvans verringert die Oberflächenspannung der Spritzbrühe, verbessert die Haftung und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf den Blättern. Dies ist besonders wichtig, um Schaderreger wie die Kohlmotte oder die Kohleule, die sich oft auf den Blattunterseiten aufhalten, effektiv zu erfassen.
Wie wird COSAYR im Rahmen des Resistenzmanagements bei Kartoffeln eingesetzt?
Um einer Resistenzbildung beim Kartoffelkäfer vorzubeugen, sollte COSAYR maximal einmal pro Generation bzw. im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen (z. B. Neonicotinoiden oder Spinosynen) appliziert werden. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von IRAC-Gruppe-28-Mitteln innerhalb einer Saison ist unbedingt zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Regenfestigkeit bei diesem Pflanzenschutzmittel?
COSAYR zieht nach der Applikation rasch in das Pflanzengewebe ein. Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist (meist nach 1 bis 2 Stunden), ist das Mittel hervorragend regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die Dauerwirkung und die biologische Effektivität nicht mehr signifikant.