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Kultur

Blumenkohl

Brassica oleracea var. botrytis
BRSOB

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis, EPPO-Code: BRSOB), im süddeutschen Raum und in Österreich auch als Karfiol bekannt, gehört zu den anspruchsvollsten Kulturen im mitteleuropäischen Gemüsebau. Die Kultur zeichnet sich durch ihren gestauchten, fleischigen Blütenstand aus, der vor der Blütenöffnung geerntet wird. Für einen erfolgreichen Anbau sind eine präzise Steuerung der Nährstoff- und Wasserzufuhr sowie ein konsequenter Schutz vor abiotischem Stress unerlässlich.

Da Blumenkohl physiologisch sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiert, erfordert die Kulturführung viel Erfahrung. Zu niedrige Temperaturen in der Jugendphase können zum vorzeitigen Schießen (sogenanntes „Grießeln“) führen, während anhaltende Hitzeperioden die Qualität der Blume durch Verfärbungen oder lockeren Aufbau mindern. Ein gleichmäßiges Wachstum ist daher der Schlüssel zu hohen Vermarktungsnormen und stabilen Erträgen im Erwerbsanbau.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Februar bis Juli (Satzanbau unter Glas/Vlies ab Februar, Freilandpflanzung bis Juli)
Erntefenster
Juni bis November (je nach Pflanztermin und Sortengruppe)
Reihenabstand
50–65 cm x 50–60 cm (ca. 30.000–40.000 Pflanzen/ha)
Typischer Ertrag
20–35 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1100–1600 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Blumenkohl stellt extrem hohe Ansprüche an den Boden und benötigt tiefgründige, humose Lehmböden mit hoher Wasserhaltekapazität. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist besonders ab der Kopfbildung (BBCH 41) kritisch, da Trockenstress sofort zu Qualitätsverlusten und vorzeitiger Blütenknospenentwicklung führt. Als starkzehrende Kultur benötigt Blumenkohl eine bedarfsgerechte Stickstoffdüngung, die idealerweise in mehrere Gaben aufgeteilt wird, um Auswaschungen im Boden zu verhindern. Zudem ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen, insbesondere Bor und Molybdän, essenziell, um Herzlosigkeit und braune Flecken im Strunk zu vermeiden. Eine weite Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern ist zur Vermeidung von bodenbürtigen Krankheiten zwingend einzuhalten.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz im Blumenkohlanbau erfordert eine kontinuierliche Feldkontrolle ab der Pflanzung. Zu den wichtigsten tierischen Schaderregern gehören die Kleine Kohlfliege (Delia radicum), deren Maden die Wurzeln schädigen, sowie Raupen der Kohlschabe (Plutella xylostella) und der Kohleule (Mamestra brassicae). Gegen pilzliche Schaderreger wie Alternaria brassicae (Kohlschwärze) und Neopseudocercosporella brassicae (Blattfleckenkrankheit) müssen Behandlungen vorbeugend oder bei ersten Symptomen durchgeführt werden, um die Laubgesundheit und damit die Assimilationsleistung zu sichern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Kohlhernie, die primär durch kalkhaltige Böden (pH-Wert über 7,0) und weite Fruchtfolgen reguliert wird. Der Einsatz von Kulturschutznetzen hat sich im professionellen Anbau als mechanische Barriere gegen Zuflugschädlinge fest etabliert.

Sorten

Clapton

Mittelfrüh bis spät (ca. 85–90 Feldtage)

Sehr hoher Anteil an vermarktbarer Ware der Klasse I, auch auf infizierten Flächen.

Resistent gegen: Kohlhernie

Anfällig für: Alternaria-Blattflecken

Die erste kommerzielle Sorte mit hoher Resistenz gegen Kohlhernie. Sehr verlässliche Selbstdeckung und feste, weiße Blumen.

Fremont

Mittelfrüh (ca. 75 Feldtage)

Hohes Ertragspotenzial mit sehr gleichmäßiger Abreife, was die Erntegänge reduziert.

Anfällig für: Kohlhernie, Falscher Mehltau

Sehr anpassungsfähige und bewährte Sorte für den Sommer- und frühen Herbstanbau. Hervorragende Selbstdeckung schützt vor Vergilbung.

Guideline

Spät (ca. 90–100 Feldtage)

Sehr schwere, feste Blumen mit hervorragender Sortierung für den Frischmarkt.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Kohlhernie

Robuste Sorte für den späten Herbstanbau mit starkem Laubwerk und exzellenter Frosttoleranz.

Chambord

Mittelfrüh (ca. 80 Feldtage)

Konstant hohe Erträge auch unter sommerlichen Stressbedingungen.

Anfällig für: Kohlhernie, Bakteriose

Hervorragend geeignet für den Sommeranbau. Zeichnet sich durch ein aufrechtes Laub und eine sehr weiße, feinkörnige Blume aus.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

3 Stunden Bio-Unkrautfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024645-63
Armisan PilzFrei
W. NEUDORFF GMBH KG
02A948-00
Axcela TS
YOU Solutions Germany GmbH
00B150-00
Azarius Top
JT Agro Europe sp. z o.o.
00B003-60
Azbany
Nufarm Deutschland GmbH
008967-00
AZOSHY
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A150-00
AZOXYSTAR SC
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A150-60
Azoxystar XL
Hillfield Trading & Investments Ltd.
00A584-61
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-63
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Akut AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-67
Bayer Garten Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-69
Bayer Garten Orchideen-Spray Lizetan AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-72
Bayer Garten Orchideen- & Zierpflanzenspray Lizetan
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-74
Bayer Garten Schneckenkorn Protect MaXX
DE SANGOSSE
007825-61
Bayer Garten Zierpflanzen- & Rosen-Spray Lizetan AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-73
Belanty
BASF Agricultural Solutions Deutschland
00A480-00
Bigalo
GLOBACHEM NV
00A702-00
Bio Plantella Arion gegen Schnecken
Doff Portland Limited
00A452-61
Bio-Rasen-Moosfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024645-64
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-72
Bio Spinnmilben- & Schädlingsfrei AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-78
CeraVita Azoxy
Life Scientific Limited
007180-62
Chamane
UPL Holdings Coöperatief U.A.
008316-00
CLAYTON AUGUSTA
Clayton Plant Protection Ltd.
00A894-00
CLAYTON RELIC
Clayton Plant Protection Ltd.
00B253-00
COBALT
Sharda Cropchem Espana S.L.
00A491-00
COMPO Schädlings-frei plus
W. NEUDORFF GMBH KG
024780-64
COMPO Schädlings-frei plus AF
W. NEUDORFF GMBH KG
024785-79
COMPO Schnecken-frei
DE SANGOSSE
007825-60
COSAYR
ADAMA Deutschland GmbH
00B125-00
Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie verhinderst du das gefürchtete „Grießeln“ bei Blumenkohl?

Das „Grießeln“ (vorzeitige Knospenbildung) entsteht meist durch Kältestress in der frühen Wachstumsphase (unter 10 °C) oder extremen Wassermangel. Achte darauf, Jungpflanzen im Frühjahr mit Vlies abzudecken, um Temperaturschocks zu vermeiden, und halte die Bodenfeuchtigkeit ab dem Pflanzen konstant hoch.

Warum ist die Versorgung mit Bor und Molybdän bei dieser Kultur so kritisch?

Blumenkohl hat einen physiologisch sehr hohen Bedarf an diesen Mikronährstoffen. Molybdänmangel führt zur Peitschenstieligkeit (deformierte, fadenförmige Blätter), während Bormangel braune, hohle Strünke und glasige Stellen verursacht. Führe bei Bedarf eine gezielte Blattdüngung im BBCH-Stadium 15 bis 32 durch.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Kulturschutznetzen?

Lege die Netze unmittelbar nach dem Pflanzen oder dem Auflaufen der Saat lückenlos über die Kultur. Sie bieten den effektivsten mechanischen Schutz gegen die Kleine Kohlfliege zur Eiablagezeit sowie gegen den Zuflug von Kohlschaben, Kohleulen und Tauben.

Wie erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt, bevor die Qualität leidet?

Der optimale Zeitpunkt ist erreicht, wenn die Blume ihre maximale Größe und Festigkeit erlangt hat, die Einzelknospen aber noch fest geschlossen sind. Sobald sich die Blume lockert oder sich die äußeren Knospen leicht spreizen (BBCH 49), verliert das Erntegut rapide an Marktwert und Haltbarkeit.

Wie gehst du bei der Bekämpfung von Alternaria-Blattflecken im integrierten Anbau vor?

Überwache die Bestände ab BBCH 35 besonders bei feucht-warmer Witterung. Sobald erste Flecken auf den älteren Blättern sichtbar werden, solltest du eine gezielte Anwendung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchführen, um eine Ausbreitung auf die Blume zu verhindern. Achte auf den Wechsel der Wirkstoffklassen zur Resistenzvermeidung.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens bei der Vermeidung von Kohlhernie?

Ein hoher pH-Wert (idealerweise über 7,2) hemmt die Keimung der Dauersporen von Plasmodiophora brassicae. Wenn du auf Risikoflächen anbaust, solltest du vor dem Pflanzen eine Kalkung mit Branntkalk durchführen und tolerante Sorten bevorzugen.