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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Durano MAX

BVL Zul.-Nr. 044044-61

Durano MAX ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Systemherbizid (Totalherbizid) von ADAMA Deutschland GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat (485,39 g/l) basiert. Formuliert als wasserlösliches Konzentrat (SL), ist dieses Pflanzenschutzmittel für die effiziente und breit wirksame Unkrautbekämpfung in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und weinbaulichen Kulturen zugelassen.

Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl einjährige als auch mehrjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen hartnäckige, wurzelunkrautartige Schaderreger wie die Gemeine Quecke sowie gegen Ausfallgetreide und Ausfallraps auf Stoppel- und Stilllegungsflächen.

Aufgrund der hohen Wirkstoffkonzentration bietet Durano MAX eine optimierte Logistik durch reduzierte Aufwandmengen pro Hektar und weniger Verpackungsabfall. Die Anwendung erfolgt flexibel in den zugelassenen BBCH-Stadien (BBCH 89–99) und passt sich somit ideal in moderne, bodenschonende Bewirtschaftungssysteme ein.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.39 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Durano MAX enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein zentraler Baustein des Shikimatwegs, welcher in Pflanzen für die Biosynthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Da dieser Stoffwechselweg in tierischen Organismen nicht existiert, erklärt sich daraus die hohe Pflanzenspezifität des Wirkstoffs. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch mit dem Saftstrom (Phloem) sowohl in die Triebspitzen als auch in die unterirdischen Überdauerungsorgane (Rhizome, Wurzeln) transportiert. Dies führt zu einem vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger, was sich visuell durch eine fortschreitende Vergilbung und anschließende Nekrose der Blätter zeigt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sollte Durano MAX stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IRM) eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie die Nutzung pflanzenbaulicher Maßnahmen wie einer vielseitigen Fruchtfolge, mechanischer Bodenbearbeitung und dem Anbau konkurrenzstarker Zwischenfrüchte. Ein wiederholter, einseitiger Einsatz auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel ist zu vermeiden, um den Selektionsdruck auf potenziell resistente Biotypen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Durano MAX weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen sind jedoch stets die spezifischen Herstellerangaben der Mischpartner zu beachten. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) kann insbesondere bei hartem Spritzwasser die herbizide Wirkung absichern und optimieren. Die Applikation sollte zeitnah nach dem Ansetzen der Spritzbrühe bei wüchsigen Witterungsbedingungen und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen, um eine maximale Wirkstoffaufnahme durch die Schaderreger zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Durano MAX sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und abdriftmindernden Düsenklassen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft; dennoch sollte eine direkte Applikation auf blühende Bestände oder aktiv von Bienen beflogene Schaderreger vermieden werden, um den Schutz von Bestäubern im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes zu maximieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GetreidestoppelAusfallgetreide, Gemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
RapsstoppelAusfallraps, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit Durano MAX?

Für eine maximale systemische Wirkung sollte die Gemeine Quecke zum Zeitpunkt der Behandlung ausreichend Blattmasse gebildet haben (mindestens 3 bis 4 Laubblätter, ca. 15–20 cm Wuchshöhe). Nur so kann genügend Wirkstoff aufgenommen und bis in die Rhizome transportiert werden, um ein Wiederaustreiben nachhaltig zu verhindern.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Durano MAX nach der Applikation?

Eine hohe Luftfeuchtigkeit und mäßige Temperaturen begünstigen die Wirkstoffaufnahme, da die Wachsschicht der Blätter durchlässiger ist. Nach der Anwendung sollte es für mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben (Regenfestigkeit), damit der Wirkstoff vollständig in die Pflanze eindringen kann. Bei extremer Trockenheit oder Frost ist von einer Behandlung abzusehen.

Kann Durano MAX auch zur Vorsaatbehandlung genutzt werden und worauf ist dabei zu achten?

Ja, eine Anwendung vor der Saat ist möglich, um aufgelaufene Unkräuter und Ausfallkulturen im Rahmen der konservierenden Bodenbearbeitung zu beseitigen. Nach der Applikation sollte mit der Bodenbearbeitung oder Aussaat gewartet werden, bis die Schaderreger deutliche Wirkungssymptome (Vergilbung) zeigen – bei einjährigen Unkräutern meist 2–3 Tage, bei ausdauernden Arten wie der Quecke mindestens 7 Tage.

Warum ist der BBCH-Bereich für die Spätanwendung (BBCH 89 bis 99) so eng definiert?

Dieser späte Anwendungszeitraum dient der Sikkation oder der Unkrautbekämpfung kurz vor der Ernte bzw. auf der Stoppel. Eine zu frühe Anwendung in unreifen Kulturbeständen kann zu Wirkstoffrückständen im Erntegut führen und die Keimfähigkeit des Ernteguts beeinträchtigen, weshalb die Einhaltung der BBCH-Stadien und der Wartezeit zwingend erforderlich ist.

Wie verhält sich Durano MAX im Boden und wann kann die Folgekultur bestellt werden?

Der Wirkstoff Glyphosat wird im Boden extrem schnell und stark an Ton- und Humuspartikel adsorbiert, wodurch er biologisch inaktiviert wird. Der Abbau erfolgt rasch durch Bodenmikroorganismen. Eine Einsaat von Folgekulturen ist daher in der Regel ohne lange Wartezeiten möglich, sobald der Wirkstoff in den behandelten Unkräutern vollflächig wirken konnte.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe mit Durano MAX?

Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die herbizide Wirkung von Glyphosat abschwächen, da sich schwer lösliche Komplexe bilden. In solchen Fällen empfiehlt sich die vorherige Konditionierung des Spritzwassers mit Ammoniumsulfat, um die Ionen zu binden und die Wirkstoffaufnahme zu sichern.