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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

EUSKATEL EC

BVL Zul.-Nr. 00A657-64

EUSKATEL EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Winterraps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in die Kultur aus. Es bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was Landwirten eine hohe Flexibilität im Applikationszeitfenster ermöglicht.

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur etablierten Klasse der Triazolinthione und deckt ein breites Spektrum an Schaderregern ab. Im Getreidebau schützt das Mittel zuverlässig vor ertragsmindernden Krankheiten wie Septoria-Blattdürre, echtem Mehltau, Rostpilzen (Gelb- und Braunrost) sowie Ährenfusariosen. Im Raps liegt der Fokus auf der Kontrolle von Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) und Cylindrosporium-Weißfleckigkeit, wodurch die Standfestigkeit und der Ertrag der Kultur gesichert werden.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in EUSKATEL EC enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren, DMI). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze. Durch diese Blockade wird die Bildung von Ergosterol, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen, gestört. Ohne funktionierendes Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Defekten in den Zellmembranen der Schaderreger, was letztlich zum Absterben des Pilzmyzels führt. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird, verteilt sich der Wirkstoff akropetal mit dem Saftstrom nach oben in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen und schützt so auch nach der Behandlung neu gebildetes Gewebe.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, solltest du EUSKATEL EC stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Klassen, wie beispielsweise Carboxamiden (SDHI) oder Strobilurinen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von DMIs in derselben Saison und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

EUSKATEL EC ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern sowie flüssigen Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Die Anwendung sollte vorzugsweise bei windstillem Wetter und moderaten Temperaturen erfolgen, um Abdrift und Verdunstung zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit EUSKATEL EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die lokalen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, legen; weiche idealerweise auf die Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Septoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Die Behandlung gegen Fusarium-Arten solltest du idealerweise in der Phase der Vollblüte (BBCH 65) durchführen. Achte darauf, die Anwendung kurz vor oder bis maximal zwei Tage nach einem Infektionsereignis – meist ausgelöst durch Niederschläge während der Blüte – anzusetzen, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Wie schützt du deinen Raps am besten vor Weißstängeligkeit?

Eine gezielte Anwendung in Winterraps schützt deine Kultur vor der gefürchteten Weißstängeligkeit (Sclerotinia). Der optimale Termin liegt meist zur Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen und in den Blattachseln hängen bleiben, da dies die Haupteintrittspforte für den Pilz darstellt.

Kannst du EUSKATEL EC auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei kühlen Temperaturen ab ca. 5–8 °C aktiv. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 10 °C vorteilhaft, da dann der Saftstrom der Kultur aktiver ist und den Wirkstoff besser transportiert.

Warum musst du die Wartezeit von 56 Tagen unbedingt einhalten?

Die Wartezeit von 56 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut bis zur Ernte unter die gesetzlich festgelegten Höchstmengen abgebaut sind. Plane deine Abschlussbehandlung im Getreide daher rechtzeitig ein, um diesen Zeitraum bis zum Drusch sicher einzuhalten.

Wie integrierst du das Pflanzenschutzmittel am besten in dein Antiresistenzmanagement bei Septoria-Blattdürre?

Da Septoria-Erreger ein hohes Risiko für Resistenzen aufweisen, solltest du EUSKATEL EC idealerweise mit einem Kontaktfungizid oder einem Partner aus einer anderen Wirkstoffklasse (wie den SDHIs) kombinieren. Vermeide es zudem, den Wirkstoff Prothioconazol mehr als zweimal pro Saison auf derselben Fläche einzusetzen.