FLUROSTAR 200
FLUROSTAR 200 ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Dauerunkräutern. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Fluroxypyr (288 g/L), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Es ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Getreidekulturen (wie Winter- und Sommerweichweizen, Gerste, Hafer und Triticale), in Mais sowie auf Wiesen und Weiden zugelassen.
Das Anwendungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Schaderreger im Acker- und Grünlandbereich. Besonders bei der Bekämpfung von Problemunkräutern wie Ampfer-Arten, Wiesen-Löwenzahn, Großer Brennnessel und Schwarzem Nachtschatten liefert das Produkt exzellente Ergebnisse. Auch gegen schwer kontrollierbaren Kartoffeldurchwuchs in Mais und Getreide stellt FLUROSTAR 200 eine hochwirksame Lösung dar, die den Ertrag und die Qualität der Ernte nachhaltig sichert.
Dank des flexiblen Anwendungsfensters in den BBCH-Stadien 12 bis 45 lässt sich die Behandlung optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Die schnelle Wirkstoffaufnahme sorgt zudem dafür, dass das Produkt bereits kurze Zeit nach der Applikation regenfest ist und seine volle Wirkung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen entfaltet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in FLUROSTAR 200 enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der Synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 (ehemals Klasse O) eingestuft. Er imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei empfindlichen zweikeimblättrigen Pflanzen zu einer massiven Störung des hormonellen Gleichgewichts führt. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Pflanze verteilt und sammelt sich besonders in den meristematischen Geweben an. Dies induziert ein unkontrolliertes, abnormales Zellwachstum und eine gestörte Zellteilung. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen an Stängeln und Blattstielen (Epinastie), gefolgt von Chlorosen, Welke und dem vollständigen Absterben des Schaderregers innerhalb weniger Wochen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte FLUROSTAR 200 stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den regelmäßigen Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (Non-HRAC-Gruppe 4) in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen. Einseitige, wiederholte Anwendungen von Wuchsstoffherbiziden auf derselben Fläche sind zu vermeiden, um die langfristige Sensitivität der Zielunkräuter zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
FLUROSTAR 200 ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern in Tankmischung ausbringen. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere sulfonylharnstoffhaltigen Produkten, sollte vorab die Verträglichkeit geprüft werden. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird die Anwendung in 200–400 l/ha Wasser bei aktivem Wachstum der Unkräuter und Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C empfohlen. Extrem trockene Bedingungen oder Frostgefahr mindern die Aufnahmebereitschaft der Pflanzen und sollten gemieden werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von FLUROSTAR 200 sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) wie Schutzanzug und Schutzhandschuhe zu tragen. Da der Wirkstoff Fluroxypyr als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–16 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–31 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–31 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Wiesen-Löwenzahn, Große Brennnessel, Ampfer-Arten | — | 1.8 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerhartweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–31 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Schwarzer Nachtschatten | 13–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–16 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wintergerste | Kartoffeldurchwuchs | 33–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Wiesen-Löwenzahn, Große Brennnessel, Ampfer-Arten | 12–31 | 1.8 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–45 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–45 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Kartoffeldurchwuchs | 33–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 20–31 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Behandlung von Kartoffeldurchwuchs mit FLUROSTAR 200?
Die Behandlung sollte erfolgen, wenn der Kartoffeldurchwuchs eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 20 cm erreicht hat und sich im aktiven Wachstum befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine ausreichende Wirkstoffaufnahme, und der Saftstrom transportiert das Fluroxypyr effizient bis in die neu gebildeten Knollen, um deren Vitalität nachhaltig zu brechen.
Wie schnell ist FLUROSTAR 200 nach der Anwendung regenfest?
Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Fluroxypyr in das Blattgewebe ist FLUROSTAR 200 bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die herbizide Wirkung nicht mehr.
Kann FLUROSTAR 200 auf Grünlandflächen mit Kleeanteil eingesetzt werden?
Nein, da Fluroxypyr als Wuchsstoff selektiv gegen zweikeimblättrige Pflanzen wirkt, reagieren Klee- und andere Leguminosenarten im Grünland extrem empfindlich auf FLUROSTAR 200. Eine Anwendung führt in der Regel zum vollständigen Absterben des Klees im Bestand.
Welche Einschränkungen gibt es für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz?
Fluroxypyr wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Bei normalem Kulturwechsel im Rahmen der Fruchtfolge gibt es im folgenden Herbst oder Frühjahr keine Einschränkungen für den Nachbau. Sollte ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur notwendig sein, wird vor der Neuansaat empfindlicher Kulturen (wie Raps oder Leguminosen) eine Wartezeit von mindestens 4 Wochen sowie eine wendende Bodenbearbeitung empfohlen.
Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Wirkung von FLUROSTAR 200?
Die optimale Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C erzielt, da der Stoffwechsel der Unkräuter dann voll aktiv ist und den Wirkstoff schnell transportiert. Bei Temperaturen unter 8 °C oder extremer Hitze und Trockenheit stagniert das Wachstum der Pflanzen, was die Wirkstoffaufnahme und -verteilung deutlich verlangsamt.