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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Gentis

BVL Zul.-Nr. 008633-00

Gentis ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid von ADAMA, das speziell für den Einsatz im Getreidebau zur Bekämpfung eines breiten Spektrums zweikeimblättriger Unkräuter entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wuchsstoff-Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige und schnelle Wirkung im Frühjahr. Es ist in wichtigen Winter- und Sommergetreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer zugelassen.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und exakte Dosierung im Feld. Gentis zeichnet sich durch eine hervorragende Wirkung gegen schwer bekämpfbare Unkrautarten aus, darunter Klettenlabkraut, Vogelmiere, Ampfer-Arten und verschiedene Knöterich-Arten. Die systemische Verteilung im Saftstrom der Unkräuter sorgt dafür, dass auch tief wurzelnde Arten nachhaltig erfasst werden.

Wirkstoffe

2,4-D
543 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
130 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Gentis basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen 2,4-D und Fluroxypyr, die beide zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine / Wuchsstoffe) gehören. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln werden die Wirkstoffe systemisch in der gesamten Pflanze transportiert und reichern sich in den meristematischen Geweben an. Dort stören sie das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter empfindlich. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Wachstum (Epinastie), Verkrümmungen der Stängel und Blätter sowie letztlich zum Absterben der betroffenen Schaderreger. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für einen schnellen Wirkungseintritt, der sich bereits kurz nach der Behandlung durch typische Deformationen zeigt.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Gentis der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist ein gezieltes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Obwohl für synthetische Auxine das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen als moderat eingestuft wird, sollten Anwender Gentis im Rahmen einer integrierten Unkrautbekämpfung einsetzen. Dies umfasst den Fruchtfolgewechsel, mechanische Maßnahmen sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen in der Spritzfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

Gentis zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL), sofern die jeweiligen Zulassungsbestimmungen und Anwendungsempfehlungen beachtet werden. Bei Mischungen mit AHL sollte auf eine ausreichende Wasserverdünnung geachtet werden, um Kulturverträglichkeitsrisiken bei extremen Witterungsbedingungen zu minimieren. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird generell ein physikalischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen. Die Anwendung sollte vorzugsweise bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Gentis sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung während der Befüllung und Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen und der Umwelt stets abdriftmindernd und unter optimalen Windbedingungen appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
SommergersteZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter13–311.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Gentis im Getreide?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und aktives Wachstum zeigen. Dies ist meist ab dem 3-Blatt-Stadium der Kultur (BBCH 13) bis zum Beginn des Schossens (BBCH 31) der Fall. Wüchsiges Wetter mit Temperaturen über 10 °C begünstigt die systemische Aufnahme und beschleunigt den Bekämpfungserfolg.

Welche Unkräuter werden von Gentis besonders gut erfasst?

Gentis besitzt eine hervorragende Wirkung gegen ein breites Spektrum zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen Klettenlabkraut, Vogelmiere, Ampfer-Arten, Windenknöterich, Hirtentäschelkraut und Ackersenf. Auch schwer bekämpfbare Wurzelunkräuter wie die Ackerkratzdistel werden durch die systemische Wirkung nachhaltig geschwächt.

Kann Gentis bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Da Gentis systemisch wirkt und auf den aktiven Stoffwechsel der Unkräuter angewiesen ist, sollten die Temperaturen bei der Anwendung idealerweise stabil über 8 bis 10 °C liegen. Bei Nachtfrösten oder langanhaltend kalten Perioden verzögert sich die Wirkung deutlich, und es kann in empfindlichen Kulturen zu vorübergehenden Wachstumsstockungen kommen.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Gentis?

Nach einer vorschriftsmäßigen Anwendung von Gentis im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst desselben Jahres Wintergetreide oder Raps nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einer Fehlbehandlung sollten vor der Neuansaat zweikeimblättriger Kulturen (wie Leguminosen oder Rüben) eine tiefe Bodenbearbeitung und eine ausreichende Wartezeit eingehalten werden, um Wirkstoffrückstände im Boden abzubauen.

Wie verhält sich Gentis bezüglich der Regenfestigkeit?

Dank der schnellen Aufnahme der Wirkstoffe über das Blattwerk ist Gentis bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die Herbizidwirkung nicht mehr negativ.

Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie in der Kategorie „Schaderreger“ nach „Zweikeimblättrige Unkräuter“. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Herbizide inklusive Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen auf.