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OTHER · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

KINVARA

BVL Zul.-Nr. 008450-00

KINVARA ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums zweikeimblättriger Unkräuter in einer Vielzahl von Getreidekulturen. Als flüssige Formulierung konzipiert, vereint dieses Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um eine zuverlässige und schnelle Wirkung im Nachauflauf zu gewährleisten. Es ist besonders für den Einsatz im Frühjahr optimiert, wenn die Kulturen und Schaderreger nach dem Winter wieder aktiv zu wachsen beginnen.

Durch die Kombination von Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA deckt das Produkt auch schwer bekämpfbare Unkrautarten wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten und verschiedene Disteln hervorragend ab. Die breite Zulassung über wichtige Winter- und Sommergetreidearten hinweg macht es zu einem äußerst flexiblen Werkzeug für den professionellen Ackerbau.

Die Anwendung erfolgt in den entscheidenden vegetativen Entwicklungsphasen der Kulturen. Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der ausgeprägten Systemik bietet das Produkt auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr eine hohe biologische Leistung und sichert somit ertragsstarke, unkrautfreie Getreidebestände.

Wirkstoffe

Clopyralid
36.9 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
72 g/L · Wirkstoff
MCPA
277.3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkung von KINVARA basiert auf der synergistischen Kombination dreier synthetischer Auxine (Wuchsstoffe), die alle der HRAC-Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) angehören. Clopyralid, Fluroxypyr und MCPA imitieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln führt dies in den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern zu einer unkontrollierten Überstimulation des Wachstums. Dieser hormonelle Überschuss stört die normalen physiologischen Prozesse der Pflanzen massiv. Es kommt zu typischen Wuchsstoff-Symptomen wie der charakteristischen Krümmung und Verdrehung von Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von einer Blockade des Stoffwechsels und dem schrittweisen Absterben des Gewebes. Da die Wirkstoffe systemisch sowohl akropetal als auch basipetal bis in die Wurzelspitzen transportiert werden, werden auch tiefwurzelnde, ausdauernde Unkräuter nachhaltig geschädigt.

Resistenzmanagement

Da alle drei aktiven Komponenten von KINVARA der HRAC-Gruppe 4 angehören, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Unkräutern im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Hemmern) als moderat einzustufen. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Resistenzmanagement den bewussten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen. Um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern, sollte das Pflanzenschutzmittel stets auf aktiv wachsende Schaderreger unter optimalen Witterungsbedingungen appliziert werden, um eine vollständige Abtötung zu sichern. Zudem sind pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und mechanische Unkrautregulierung wichtige Säulen der Integrierten Unkrautbekämpfung.

Mischbarkeit & Tankmischung

KINVARA zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus, die im Getreidebau etabliert sind. Bei geplanten Tankmischungen mit Wachstumsreglern ist jedoch Vorsicht geboten: Da wuchsstoffhaltige Herbizide die Pflanzenphysiologie beeinflussen, kann eine Kombination bei ungünstigen Witterungsverhältnissen (wie Trockenstress oder Frostgefahr) die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen. Im Zweifel wird empfohlen, eine physische Mischprobe in einem Kleingebinde durchzuführen und die Aufwandmenge von Mischpartnern gegebenenfalls anzupassen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme ist eine ausreichende Wassermenge von 200–400 l/ha ratsam.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats sowie während der Ausbringung obligatorisch. Aufgrund der enthaltenen synthetischen Auxine ist eine sorgfältige Vermeidung von Abdrift auf benachbarte, zweikeimblättrige Kulturen oder Gehölze zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung und unter Beachtung der spezifischen Auflagen als schonend für relevante Nützlinge eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE7T
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter24–393 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit KINVARA im Frühjahr?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die Temperaturen konstant über 10 °C steigen und die Unkräuter aktiv wachsen. Die Kultur selbst sollte sich in den BBCH-Stadien 24 bis 39 befinden. Warme, wüchsige Witterung beschleunigt die systemische Verteilung der Wirkstoffe in den Schaderregern und optimiert das Bekämpfungsergebnis.

Wie reagiert das Pflanzenschutzmittel auf Nachtfröste nach der Anwendung?

Da KINVARA auf aktive Stoffwechselprozesse in den Unkräutern angewiesen ist, verzögern niedrige Temperaturen oder Nachtfröste unmittelbar nach der Behandlung die Wirkung. Zudem kann die Verträglichkeit für die Kultur unter Stressbedingungen (wie Frost) leiden. Es sollte daher nur in frostfreien Perioden auf abgetrocknete Bestände appliziert werden.

Kann KINVARA auch zur Bekämpfung von Ackerkratzdisteln eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist aufgrund der Wirkstoffe Clopyralid und MCPA hervorragend gegen die Ackerdistel wirksam. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg sollte die Behandlung erfolgen, wenn die Disteln eine Höhe von etwa 15–20 cm erreicht haben und eine ausreichend große Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet ist.

Was muss bei der Ausbringung in der Nähe von Nachbarkulturen beachtet werden?

Da KINVARA hochaktive Wuchsstoffe enthält, reagieren benachbarte zweikeimblättrige Kulturen (wie Raps, Rüben, Leguminosen oder Wein) extrem empfindlich auf Abdrift. Die Anwendung darf daher nur bei windstillem Wetter und unter Verwendung von abdriftmindernden Düsen erfolgen, um Schäden an Nachbarkulturen strikt zu vermeiden.

Wie lange ist die Wartezeit bis zur Ernte nach einer Behandlung?

Die Wartezeit (PHI) für die zugelassenen Getreideanwendungen ist durch die Zulassungsbehörde festgesetzt und beträgt für dieses Produkt standardmäßig 7 Tage. Dies bietet eine hohe Flexibilität, auch bei späteren Korrekturbehandlungen im Frühjahr.

Ist KINVARA mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar?

Eine Mischung mit reinem AHL wird nicht empfohlen, da dies das Risiko von Verbrennungen an den Blättern der Kultur deutlich erhöhen kann. Wenn eine Kombination mit Mikronährstoffen oder geringen Mengen Blattdünger geplant ist, sollte vorab stets die Verträglichkeit geprüft und die Spritzung in den kühleren Abendstunden durchgeführt werden.