Alle Mittel
OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Kyleo

BVL Zul.-Nr. 007200-00

Kyleo ist ein hochwirksames, nicht-selektives Herbizid von Nufarm Deutschland GmbH, das speziell für die anspruchsvolle Unkrautbekämpfung im Ackerbau, auf Stoppelfeldern sowie im Obst- und Weinbau entwickelt wurde. Durch die innovative Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine herausragende Systemwirkung gegen ein extrem breites Spektrum von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern, einschließlich schwer bekämpfbarer, tiefwurzelnder Problemunkräuter.

Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) zeichnet sich durch eine optimierte Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Dank der synergistischen Wirkung der beiden Komponenten werden sowohl oberirdische Pflanzenteile als auch das Wurzelsystem der Schaderreger zuverlässig erfasst. Dies macht Kyleo zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung und die Kulturvorbereitung.

Die Kombination ermöglicht eine schnelle visuelle Wirkung bei gleichzeitiger nachhaltiger Abtötung der Wurzeln. Dies verhindert den Wiederaustrieb hartnäckiger Unkräuter und sichert einen sauberen Start für die nachfolgenden Kulturen.

Wirkstoffe

2,4-D
192.7 g/L · Wirkstoff
Glyphosat
324 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Kyleo basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (G) und blockiert das Enzym EPSP-Synthase, was die Synthese essentieller aromatischer Aminosäuren in der Pflanze unterbricht. Dies führt zu einem langsamen, aber vollständigen Absterben aller grünen Pflanzenteile und des Wurzelsystems, da der Wirkstoff systemisch in die Wachstumszonen transportiert wird. Ergänzt wird dies durch 2,4-D, ein synthetisches Auxin aus der HRAC-Gruppe 4 (O). Es imitiert das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure und stört das hormonelle Gleichgewicht empfindlicher zweikeimblättriger Schaderreger. Dies führt zu unkontrolliertem, deformiertem Wachstum (Epinastie) und einem schnellen Zusammenbruch der Leitgewebe. Die Kombination beider Wirkstoffe beschleunigt den Wirkungseintritt im Vergleich zu einer Solo-Anwendung von Glyphosat erheblich.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Herbizidresistenzen vorzubeugen, sollte Kyleo stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Da das Produkt Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 9 und 4 kombiniert, wird das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Zielunkräutern bereits deutlich minimiert. Dennoch ist es ratsam, den Einsatz auf die registrierten Anwendungen zu beschränken und in der Fruchtfolge mit mechanischen Maßnahmen sowie Herbiziden anderer Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen abzuwechseln.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kyleo ist im Allgemeinen gut mit gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten. Da die Formulierung bereits ein hochentwickeltes Tensidsystem enthält, ist der Zusatz von weiteren Netzmitteln meist nicht erforderlich. Für eine optimale Wirkung sollte weiches bis mittelschweres Wasser verwendet werden; bei sehr hartem Wasser kann der Zusatz eines Ammoniumsulfat-Wasserkonditionierers die Wirkstoffaufnahme unterstützen. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kyleo sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenschaften der Wirkstoffe sind spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Gewässerschutz) und Saumbiotopen zu beachten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme und die Drift auf Nichtzielpflanzen zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
Nichtkulturland ohne HolzgewächseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
Sorghum-HirseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung mit Kyleo?

Die Anwendung sollte erfolgen, wenn die Unkräuter und Ungräser nach der Ernte wieder genügend neue, aufnahmefähige Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Wuchshöhe von 10–15 cm). Dies stellt sicher, dass ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert wird.

Wie lange muss nach der Anwendung von Kyleo gewartet werden, bis eine Bodenbearbeitung stattfinden kann?

Um eine vollständige Translokation der Wirkstoffe bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung mit einer Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen oder Grubbern) mindestens 7 bis 10 Tage gewartet werden, insbesondere bei hartnäckigen ausdauernden Unkräutern.

Kann Kyleo auch bei kühleren Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?

Ja, Kyleo zeigt auch bei kühleren Temperaturen noch eine gute Wirkung, solange die Zielpflanzen aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Bei niedrigen Temperaturen verzögert sich lediglich der sichtbare Wirkungseintritt, die finale Abtötung bleibt jedoch hoch.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Kyleo?

Sehr hartes Wasser enthält Calcium- und Magnesiumionen, die Glyphosat-Moleküle binden und deren Aufnahme blockieren können. Bei hartem Wasser empfiehlt sich die Zugabe eines geeigneten Wasserenthärters (z. B. Ammoniumsulfat) vor dem Einmischen von Kyleo in die Spritze.

Warum ist die Kombination aus Glyphosat und 2,4-D in Kyleo vorteilhafter als eine Solo-Anwendung?

Die Kombination führt zu einem synergistischen Effekt: 2,4-D sorgt für eine schnelle Deformation und Schwächung zweikeimblättriger Unkräuter, während Glyphosat die tiefe Systemik absichert. Dies führt zu einem schnelleren Absterben der Pflanzen und verhindert den Wiederaustrieb von Problemunkräutern effektiver als Solo-Wirkstoffe.

Wie verhält sich Kyleo bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?

Da 2,4-D im Boden relativ schnell abgebaut wird und Glyphosat bei Bodenkontakt inaktiviert wird, besteht bei Einhaltung der empfohlenen Wartezeiten und einer anschließenden Bodenbearbeitung kein Risiko für nachfolgende Kulturen wie Mais oder Getreide.