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OTHER · JT Agro Ltd.

LAIBA

BVL Zul.-Nr. 00A404-62

LAIBA ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid auf Basis des bewährten Wirkstoffs Azoxystrobin (250 g/l). Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine langanhaltende systemische Schutzwirkung aus. Es ist im deutschen Markt als zuverlässiger Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert und deckt ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger ab.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich von Getreidekulturen wie Winterweichweizen und Winterroggen über Raps bis hin zu diversen Gemüsekulturen wie Möhren, Bohnen und Kohl. LAIBA bietet einen exzellenten Schutz gegen ein breites Spektrum von Pilzkrankheiten, darunter Septoria-Arten, Rostpilze, Echten und Falschen Mehltau sowie wichtige Frucht- und Blattfäulen wie Alternaria und Sclerotinia.

Neben der direkten fungiziden Wirkung induziert der Wirkstoff in vielen Kulturen positive physiologische Effekte (sogenannter Greening-Effekt). Dies führt zu einer verbesserten Stresstoleranz der Kulturen gegenüber Trockenheit und Hitze, optimiert die Photosyntheseleistung und sichert somit das Ertrags- und Qualitätspotenzial auch unter suboptimalen Wachstumsbedingungen.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L

Wirkungsweise

Der in LAIBA enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 11 (QoI-Fungizide) klassifiziert. Die Wirkung basiert auf der gezielten Blockierung des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen an der Qo-Stelle des Cytochrom-b-Komplexes. Dadurch wird die ATP-Synthese und somit die gesamte Energieversorgung des Schaderregers unterbunden. Azoxystrobin wirkt primär protektiv (vorbeugend) und besitzt ausgeprägte translaminare sowie systemische Eigenschaften. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig akropetal mit dem Saftstrom nach oben. Er hemmt effektiv die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Ausbildung von Appressorien, wodurch eine Neuinfektion der Kultur zuverlässig verhindert wird.

Resistenzmanagement

Da Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. LAIBA sollte stets vorbeugend und im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (wie z. B. Triazolen oder Carboxamiden) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen im Feld zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

LAIBA ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass alle Mischungspartner für die jeweilige Kultur und das entsprechende BBCH-Stadium zugelassen sind. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalische Mischprobe in einer geringen Wassermenge durchzuführen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits optimal auf Haftung und Benetzung eingestellt ist. Auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zur Gewährleistung einer lückenlosen Benetzung der Bestände ist stets zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit LAIBA ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen zwingend zu beachten sind, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ChinakohlBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Botrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE14T
ChinakohlAlternaria brassicae0.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerweichweizenGetreideschwärze1 LITER_PER_HECTARE35T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Graufäule (Botrytis cinerea)0.8 LITER_PER_HECTARE3T
StangenbohneBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE7T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)1 LITER_PER_HECTARE35T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora pisi)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsAlternaria brassicae1 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicae)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE35T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Sclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)0.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerweichweizenFusarium-Arten1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)1 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneBrennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum)0.8 LITER_PER_HECTARE7T
WinterweichweizenFusarium-Arten1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria nodorum1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T
StangenbohneBrennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum)0.8 LITER_PER_HECTARE7T
StangenbohneSclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE7T
WinterrapsBotrytis cinerea1 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum1 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE7T
RoggenRhynchosporium secalis1 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)1 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGetreideschwärze1 LITER_PER_HECTARE35T
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum0.8 LITER_PER_HECTARE7T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)1 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit LAIBA im Getreide?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt strikt im vorbeugenden (protektiven) Bereich, noch bevor sichtbare Symptome des Schaderregers im Bestand auftreten. Im Getreide wird LAIBA meist in den BBCH-Stadien 31 bis 61 eingesetzt, um die oberen Blattetagen und die Ähre vor Infektionen durch Septoria, Rost oder Getreideschwärze zu schützen.

Wie wirkt sich der physiologische Greening-Effekt von LAIBA auf die Kultur aus?

Azoxystrobin verzögert den natürlichen Abbau von Chlorophyll und reduziert die pflanzeneigene Ethylenbildung unter Stress. Dadurch bleiben die Blätter der Kultur länger grün und assimilationsaktiv, was die Kornfüllungsphase verlängert und die Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Hitze oder Trockenheit spürbar verbessert.

Kann LAIBA auch bei feuchten Bedingungen oder unmittelbar vor Regen appliziert werden?

Die Applikation sollte auf abgetrocknete Bestände erfolgen. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags (ca. 1 bis 2 Stunden) ist LAIBA aufgrund seiner schnellen Penetration in das Blattgewebe hervorragend regenfest. Ein Einsatz unmittelbar vor starken Regenfällen ist zu vermeiden, um Wirkstoffverluste durch Abschwemmung zu verhindern.

Warum ist die Kombination von LAIBA mit anderen Fungizidklassen im Raps ratsam?

Zur Bekämpfung von Sclerotinia oder Alternaria im Raps verhindert eine Tankmischung oder Spritzfolge mit z. B. Triazolen oder SDHI-Fungiziden nicht nur Resistenzen, sondern erweitert auch das Wirkungsspektrum. Dies sichert eine lückenlose Dauerwirkung während der gesamten sensiblen Blütezeit der Kultur.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit LAIBA?

LAIBA ist gegenüber unterschiedlichen Wasserhärten sehr stabil. Dennoch empfiehlt es sich, bei extrem hartem Wasser oder bei komplexen Tankmischungen mit Blattdüngern einen geeigneten pH-Puffer oder Wasseraufbereiter zuzusetzen, um die physikalische Stabilität und die optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.

Wie verhält sich LAIBA bezüglich der Wartezeiten in Gemüsekulturen?

Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur stark zwischen 3 und 35 Tagen. Es ist zwingend erforderlich, die spezifischen BVL-Vorgaben für die jeweilige Gemüsekultur (wie Möhren, Bohnen oder Kohl) vor der Ernte genau zu prüfen, um Rückstandshöchstmengen sicher einzuhalten.