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Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

Livius

BVL Zul.-Nr. 00B591-00

Livius ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in verschiedenen Getreidekulturen. Als moderne flüssige Formulierung lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und applizieren. Es hat sich als verlässlicher Baustein im professionellen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität von Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer abzusichern.

Das Wirkungsspektrum von Livius umfasst die wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Getreide. Dazu gehören neben Septoria-Arten (wie Septoria tritici) und verschiedenen Rostpilzen (Gelbrost, Braunrost, Zwergrost, Haferkronenrost) auch Netzflecken, Rhynchosporium secalis, DTR-Blattdürre sowie Echter Mehltau. Durch diese breite Zulassung bietet das Mittel eine flexible Lösung für den integrierten Pflanzenschutz.

Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur und schützt so auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum. Dies macht Livius zu einem unverzichtbaren Werkzeug in Phasen intensiven Wachstums, in denen die Ertragsanlagen der Kulturen vor pathogenen Pilzen geschützt werden müssen.

Wirkstoffe

Fluxapyroxad
62.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Livius enthaltene Wirkstoff Fluxapyroxad gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Dies blockiert den Elektronentransport und unterbricht die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers, was letztlich zu dessen Absterben führt. Fluxapyroxad zeichnet sich durch eine hervorragende präventive und kurative Wirkung aus. Nach der Anwendung lagert sich ein Teil des Wirkstoffs auf der Wachsschicht der Blätter an und wird von dort kontinuierlich abgegeben, während ein anderer Teil systemisch in der Kultur transportiert wird. Dadurch wird die Sporenkeimung gehemmt und das Wachstum des Pilzmyzels im Gewebe effektiv gestoppt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Livius stets im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Fluxapyroxad der FRAC-Gruppe 7 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng zu begrenzen. Kombiniere oder wechsle Livius bevorzugt mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen – wie beispielsweise Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder Multisite-Inhibitoren. Vermeide Solobehandlungen bei hohem Befallsdruck und nutze stattdessen ausgewogene Tankmischungen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Livius ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für den Einsatz im Getreide zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers. Die Anwendung sollte bei stabilen Witterungsbedingungen und nicht bei extremer Hitze oder Frostgefahr erfolgen, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Livius ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsregelungen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Zulassungsumfang genannt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Arten (Septoria spp.), Braunrost (Puccinia recondita)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis0–712 LITER_PER_HECTARE35T
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)0–712 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)0–712 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Livius im Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt richtet sich nach dem Auftreten der ersten Infektionssymptome oder nach den Aufrufen des regionalen Warndienstes. Häufig liegt das Hauptfenster für den Schutz der oberen Blattetagen und der Ertragsbildung zwischen dem Schossen (BBCH 30) und dem Beginn der Blüte (BBCH 61). Achte darauf, die Bestände regelmäßig zu kontrollieren, um Infektionen frühzeitig abzufangen.

Kann ich Livius auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Fluxapyroxad ist weitgehend temperaturunabhängig und zeigt bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab etwa 5 °C eine gute Wirkung. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv wächst, damit der systemische Transport im Blattgewebe optimal funktioniert. Vermeide Anwendungen bei Frost oder wenn Frost unmittelbar bevorsteht.

Wie verhält sich Livius bei Regen kurz nach der Anwendung?

Livius verfügt über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist der Wirkstoff fest in der Wachsschicht der Blätter verankert und vor Abwaschung geschützt. In der Regel reicht eine regenfreie Zeit von ein bis zwei Stunden nach der Applikation völlig aus, um die volle Wirksamkeit zu garantieren.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Nutzung von Livius so wichtig?

Da Livius auf dem Wirkstoff Fluxapyroxad (einem SDHI) basiert, besteht bei einseitiger, wiederholter Anwendung ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Durch den gezielten Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen) unterbrichst du diesen Selektionsdruck und erhältst die langfristige Wirksamkeit dieser wertvollen Wirkstoffgruppe auf deinem Betrieb.

Wie finde ich heraus, ob Livius für meine spezifische Getreidesorte verträglich ist?

Livius zeichnet sich durch eine sehr gute Kulturverträglichkeit in allen registrierten Getreidearten aus. Dennoch können extreme Witterungsbedingungen wie starke Sonneneinstrahlung direkt nach der Spritzung oder starker Stress der Kultur die Verträglichkeit beeinflussen. Wenn du unsicher bist oder sensible Sorten anbaust, empfiehlt sich eine Rücksprache mit deiner regionalen pflanzenbaulichen Beratung.