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OTHER · frunol delicia GmbH

MOLLUSTOP

BVL Zul.-Nr. 025323-65

MOLLUSTOP ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schadschnecken in einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturen. Als streufähiges Ködergranulat (Molluskizid) formuliert, bietet das Produkt einen zuverlässigen Schutz für empfindliche Kulturen wie Raps, Zuckerrüben, Futterrüben, Mais, Sonnenblumen sowie Erdbeeren, Gemüse- und Zierpflanzen. Besonders in den kritischen frühen Entwicklungsphasen der Kulturen, in denen Keimlinge und Jungpflanzen extrem gefährdet sind, sichert das Produkt den Feldaufgang und den Ertrag.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hohe Attraktivität für die Schaderreger aus. Die Köderpellets sind extrem regen- und schimmelbeständig, wodurch ihre Lockwirkung und Stabilität auf dem Feld auch unter feuchten, für Schnecken optimalen Witterungsbedingungen über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben. Dies garantiert eine langanhaltende Schutzwirkung direkt am Boden, wo die Schaderreger aktiv sind.

Wirkstoffe

Metaldehyd
30 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Metaldehyd wirkt spezifisch auf die schleimbildenden Zellen von Schnecken. Nach der Aufnahme des Köders oder durch direkten Körperkontakt wird die Schleimproduktion der Schaderreger massiv überstimuliert. Dies führt zu einer irreversiblen Zerstörung der Schleimzellen, wodurch die Schnecken rasch austrocknen und immobilisiert werden. Da die Wirkung primär auf der Zerstörung der Zellmembranen der Schleimdrüsen beruht, ist der Effekt weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur, wenngleich eine aktive Bewegung der Schnecken bei feucht-warmer Witterung die Köderaufnahme beschleunigt. Der Tod der Schaderreger tritt zuverlässig ein, oft noch bevor sie sich wieder in ihre Bodenverstecke zurückziehen können.

Resistenzmanagement

Da für den Wirkstoff Metaldehyd im praktischen Einsatz keine Resistenzen bei Schadschnecken bekannt sind, steht die langfristige Sicherung der Wirkstoffklasse im Vordergrund. Ein nachhaltiges Resistenzmanagement basiert hierbei auf der Kombination mit kulturtechnischen Maßnahmen, wie einer sorgfältigen Bodenbearbeitung zur Zerstörung von Schneckeneiern und Rückzugsorten. Bei extremem Befallsdruck kann im Rahmen der Fruchtfolge ein Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Klassen (wie Eisen(III)-phosphat) in Betracht gezogen werden, um ein einseitiges Selektionsrisiko zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei MOLLUSTOP um ein festes Ködergranulat zur Trockenanwendung handelt, ist eine klassische Tankmischung in der Pflanzenschutzspritze ausgeschlossen. Die Ausbringung erfolgt separat mit speziellen Schneckenkornstreuern (z. B. Schleuderstreuern) oder im Düngerstreuer. Eine physikalische Vormischung mit trockenen Düngemitteln ist theoretisch möglich, wird jedoch aufgrund der unterschiedlichen Korngrößen und spezifischen Gewichte nicht empfohlen, da dies zu Entmischungen und einer ungleichmäßigen Verteilung auf der Fläche führen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MOLLUSTOP steht der Schutz von Anwendern und der Umwelt im Vordergrund. Das Produkt enthält einen Bitterstoff (Vergällungsmittel), der den versehentlichen Verzehr durch Haus- und Nutztiere sowie Wildtiere wirksam verhindert. Um Vögel und Kleinsäuger zu schützen, muss das Granulat exakt dosiert und eine Häufchenbildung bei der Ausbringung strikt vermieden werden. Zudem sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um den Eintrag des Wirkstoffs in aquatische Ökosysteme zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeNacktschnecken0–313 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenGarten-Schnirkelschnecke (Cepaea hortensis), Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis), Östliche Heideschnecke (Xerolentia obvia)6 KILOGRAM_PER_HECTARE
MaisNacktschnecken0–193 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereNacktschnecken6 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereGarten-Schnirkelschnecke (Cepaea hortensis), Hain-Schnirkelschnecke (Cepaea nemoralis), Östliche Heideschnecke (Xerolentia obvia)6 KILOGRAM_PER_HECTARE
FutterrübeNacktschnecken0–313 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsNacktschnecken0–293 KILOGRAM_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Nacktschnecken0–293 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenNacktschnecken6 KILOGRAM_PER_HECTARE
SonnenblumeNacktschnecken0–193 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst feuchte Witterung die Wirksamkeit von MOLLUSTOP?

Feuchtigkeit ist für die Aktivität von Schnecken essenziell, weshalb der Schaddruck bei Regen steigt. MOLLUSTOP ist speziell formuliert, um auch bei starkem Regen und hoher Luftfeuchtigkeit formstabil zu bleiben. Die Köder quellen zwar leicht auf, behalten aber ihre Lockwirkung und zerfallen nicht vorzeitig, sodass sie genau dann wirken, wenn die Schnecken am aktivsten sind.

Warum ist die Anwendung auf die BBCH-Stadien 00 bis 31 begrenzt?

In diesen frühen Entwicklungsstadien (von der Saat/Keimung bis zum Beginn des Schossens bzw. der Rosettenbildung) sind die Kulturen besonders empfindlich gegenüber Schneckenfraß, der bis zum Totalausfall führen kann. Spätere Anwendungen sind meist nicht mehr wirtschaftlich notwendig und werden zudem regulatorisch beschränkt, um jegliche Rückstände des Wirkstoffs auf den zu erntenden Pflanzenteilen auszuschließen.

Wie lässt sich eine gleichmäßige Verteilung des Köders auf der Fläche sicherstellen?

Für eine optimale Wirkung muss das Granulat gleichmäßig gestreut werden. Verwenden Sie hierzu exakt kalibrierte Schneckenkornstreuer (z. B. Scheibenstreuer) und überprüfen Sie die Arbeitsbreite sowie die Querverteilung vor der Anwendung. Eine ungleichmäßige Verteilung führt zu Schutzlücken, in denen Schaderreger die Kultur weiterhin schädigen können.

Was ist zu tun, wenn nach der Anwendung starker neuer Schneckenbefall auftritt?

Wenn der Befallsdruck extrem hoch ist oder durch zuwandernde Schnecken aus angrenzenden Wiesen und Gräben neuer Schaden droht, sollte die Fläche kontinuierlich überwacht werden (z. B. mittels Schneckenfolien oder -fallen). Bei Bedarf und unter Beachtung der maximal zugelassenen Anzahl an Anwendungen pro Jahr und Kultur kann eine Folgebehandlung durchgeführt werden.

Darf MOLLUSTOP in unmittelbarer Nähe von Gewässern gestreut werden?

Nein, um aquatische Organismen zu schützen, müssen bei der Ausbringung die länderspezifischen Mindestabstände zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Granulat direkt in Gräben, Bäche oder Teiche geschleudert wird. Nutzen Sie an Feldrändern gegebenenfalls Randstreuvorrichtungen am Streuer.

Wie lagert man angebrochene Packungen von MOLLUSTOP richtig?

Angebrochene Verpackungen müssen wieder luftdicht und feuchtigkeitsgeschützt verschlossen werden. Lagern Sie das Produkt kühl, trocken und frostfrei sowie strikt getrennt von Lebens- und Futtermitteln. Der Lagerort muss für Kinder, Haustiere und Wildtiere absolut unzugänglich sein.